Erster Eindruck: Dunkle Gedanken aus der Ferne
Drizzt ist aus Menzoberranzan geflohen und nun an der Oberfläche, der Welt des Lichts! Einige Zeit verbringt er fast einsam in den Bergen, nur mit seinem Gefährten, dem Panther Guenhwyvar, aber er sehnt sich danach mit den Menschen von Maldobar in Frieden zu leben. Eine hinterhältige Intrige bringt ihn letzlich in Gefahr....
Nach den vorherigen Folgen voller packender Handlunsstränge rund um den verstoßenen Dunkelelfen Drizzt kehrt in der fünften Folge "In Acht und Bann" erst einmal Ruhe ein. Ruhe, die dazu genutzt wird, Drizzts Wunsch nach Freiheit, Frieden und Freundschaft intensiv darzustellen und somit weitere Facetten des außergewöhnlichen Drow aufzuzeigen. Allerdings nimmt dieser Teil am Anfang der Geschichte viel Zeit ein, die dazu neigt, ein wenig langwierig zu sein. Völlig reduziert auf seine Gefühle und die unabsprechbar gelungene Atmosphäre passiert leider recht wenig, das Abwechslung bringen würde. Doch nach diesem Teil geht es wieder gewohnt düster und bedrohlich zu, und am Ende findet die Handlung wieder zurück zu alter Stärke. Die erneute Intrigenspinnerei gegen den geflohenen Dunkelelfen bringt viel Spannung in die Geschichte, die in einem furiosen Finale endet. Wer glaubt, man könne Drizzt mal eben so zwischendurch hören, der täuscht. Mit seiner gewaltigen Musik, den gut eingesetzen Geräuschen, den wunderbaren Leistungen der Sprecher und nicht zuletzt der düsteren, teilweise fast schon depressiven Stimmung wird Drizzt zu einem Erlebnis, das zu fesseln weiß. Auch Folge fünf ist daher nicht zum nebenbei hören geeignet, auch der etwas längere anfängliche Teil verdient aufgrund der tollen Charakterdarstellung seine Aufmerksamkeit.
Als wunderbare Hauptrolle sei noch einmal auf die Qualität von Tobias Meister hingewiesen. Seine intensive und umfassende Darstellung des Drizzt ist entscheidend für das Gelingen der Serie und kann begeistern. Doch auch die anderen Sprecher - die hier größtenteils erstmals in Erscheinung treten - können überzeugen. Robert Missler spricht den Tephanis sehr betont und trifft dabei immer den Kern der Figur. Maren Garn ist in der interessanten Rolle der Taube Falkenhand zu hören und gestaltet diese ebenso professionell wie leidenschaftlich. Weitere Sprecher sind Konrad Halver, Peter Woy und Wolf Frass.
Produktionstechnisch sind hier wieder keinerlei Patzer festzustellen, im Gegeneil, die düstere Stimmung ist dicht wie eh und je und hüllt die Geschichte in einen Mantel wie aus schwarzen Samt, sehr edel und weich, aber auch schwer zu greifen. Drizzt ist vielleicht nicht jedermans Geschmack, aber wer es dunkel und atmosphärisch mag - so wie ich - der wird bei der Saga definitiv nicht enttäuscht!
Die Optik der Cover, der CD und des Booklets sind einfach einzigartig. Die Gestaltung ist wunderschön und lässt es zu, noch besser in die Welt der Dunkelelfen einzutauchen. Wenn man die im Booklet dargebotenen Bilder anschaut hat man das Gefühl sie würden leuchten und leben, und auch das Glossar mit Begriffserklärung ist wesentlich mehr als nur Standart.
Fazit: Ein etwas langgezogenes Intro steigert sich zu der gewohnt furiosen Handlungsweise der Serie.