Na aber hallo! Nicht dass man von den Walkabouts jemals ein schwaches Album zu hören bekommen hätte, im Gegenteil, die Band gehört zu den qualitativ beständigsten der Welt, aber um einen Vergleich zu Acetylene zu finden muss man bis zu ihrem Meisterwerk New West Hotel (1993) zurückgehen. Während die folgenden Alben der Ex-Seattler danach zunehmend europäisch und im allgemeinen eher melancholisch/ruhig klangen (viele Keyboards, oft Streicher), bringt Acetylene eine Kehrtwende zum Rock und zur Gitarre und klingt aggressiv wie nur wenige einzelne Walkabouts-Nummern der letzten Jahre, inspiriert vom beklagenswerten Zustand der Welt und getrieben vom Zorn gegen die dafür Verantwortlichen (beides deutlich in den Texten verankert). Opener „Fuck Your Fear" mit stampfendem Beat und jeder Menge Gitarren (Ex-Midnight Choirs Al DeLoner unterstützt) gibt den Takt vor, gleich gefolgt vom noch treibenderen „Coming Up For Air" und dem bitteren „Devil In The Details". Wie stets zeichnet sich der Gesang von Chris Eckman & Carla Torgerson durch telepathisch wirkende Synchronizität aus, zu schweigen davon, wie perfekt sich Chris' manchmal bedrohlich klingende Stimme und Carlas subtile Phrasierung ergänzen. Besonders druckvoll kommen auch „Kalashnikov" und die Titelnummer, eine rare Atempause gewährt „North Sea Train", bevor das beste Album der Band seit einiger Zeit mit dem epischen „The Last Ones" in der Tradition grosser Walkabouts-Schlussnummern wie „Train to Mercy" oder „Ended Up A Stranger" endet. Klasse Album, kurz gesagt.