Ich besitze das acer Iconia Notebook nun seit 4 Wochen. Obwohl ich AMAZON Stammkunde bin, habe ich es woanders erworben, weil es AMAZON zu der Zeit noch nicht liefern konnte.
Da ich sofort alle Daten portiert und sämtliche Software installiert habe, ist es nun seit dieser Zeit intensiv im Einsatz. Ich bin als Seminartrainer selbständig, mein Hauptverwendungszweck sind Präsentationen, Recherche im Internet, intensive Officeanwendung, Erstellung meiner eigenen Webseiten und Drucksorten, sowie hobbymäßige Musikproduktion.
Vorweg: Technische Details und alles was mir gut gefällt kann man auf der ACER Site und bei den meisten Händlern erfahren. Deshalb möchte ich mich hier hauptsächlich auf das beschränken was mir nicht so gut gefällt:
Da das Notebook einen VGA und einen HDMI Anschluss sein Eigen nennt, habe ich mich darauf gefreut, nun sogar mit 3 Bildschirmen arbeiten zu können: Fehlanzeige - der Anschluss eines externen Monitors oder Beamers ist nur durch Verzicht eines der Beiden eingebauten Displays möglich und selbst das auch nur eingeschränkt. Das Iconia erlaubt dem Anwender nicht die freie Bildschirmwahl, sondern stellt mit dem Hinweis, dass die virtuelle Tastatur im gewünschten Modus nicht funktioniert, automatisch auf seine starre Voreinstellung zurück - völlig sinnentleert selbst dann, wenn man eine externe Tastatur angeschlossen hat. Diese ist im übrigen Pflicht. acer hat im Gegensatz zum englischen Tastaturlayout in der deutschen qwertz-Version der Hochstelltaste den gleich großen Platz eingeräumt, wie jeder anderen Taste. Damit wird, selbst nach hartnäckigem Üben, das Schreiben im Zehnfingersystem unmöglich. Im 2 Finger Suchsystem ist die Tastatur wahrscheinlich brauchbar, geht dann aber immer noch auf Kosten der Arbeit an 2 Bildschirmen, weil einer ja für die Tastatur verbraucht ist (Sie erinnern sich - immer nur 2 Bildschirme...).
Die Mobilität ist beim acer Iconia eingeschränkt. Sie müssen neben dem hohen Gewicht des Laptops und dem üblichen Kram wie Netzteil und Maus auch noch das externe optische Laufwerk und eine Tastatur mit sich herumschleppen. Die kurze Akkulaufzeit hilft der Mobilität auch nicht sonderlich. Man muss sich das Iconia eher als sehr kompakten Desktop mit 2 integrierten Touchscreens vorstellen, welcher an mehreren unterschiedlichen Arbeitsplätzen relativ leicht auf und wieder abgebaut werden kann. In meinem Setup kommt auch noch ein Notebookständer dazu - damit kann ich die beiden Bildschirme überall voll ausschöpfen.
Eine Maus ist durch die beiden sehr gut funktionierenden Touchscreens zwar nicht zwingend erforderlich, erleichtert aber den Workflow dennoch entscheidend. Denken Sie nur an das markieren von Texten, an das anklicken kleiner Felder oder Zeilen, oder an die Menüs in Websites, welche sich nur beim Überfahren (ist mit dem Finger nicht möglich - nur auswählen und scrollen) des Mauszeigers öffnen lassen. Ebenso ist Windows 7 zwar durchaus multitouch tauglich, in Untermenüs wird das navigieren mit dem Finger dennoch manchmal zur Qual. Was aber gar nicht geht ist, dass es eine USB Maus sein muss. Beide nagelneuen bluetooth Mäuse (eine Logilink und eine Noname) verlieren ständig die Verbindung. Trotz mehrmaliger Neuinstallation hat sich daran nichts geändert. An meinem alten Sony Notebook funktionieren beide tadellos!
Ein weiteres No Go ist, dass sich seit zwei Wochen der TouchBrowser mit dem Hinweis TouchBrowser funktioniert nicht mehr, 3 Sekunden nach dem Start verabschiedet, was wiederum die Anwendung "My Journal" hinfällig macht, welche nur mit dem TouchBroweser sinnvoll zusammen arbeitet. Mich persönlich stört das deshalb nicht sonderlich, weil man beim TouchBrowser ohnehin keine Bookmarks importieren kann und mir Firefox in vieler Hinsicht besser gefällt. Als User von Microsofts OneNote (übrigens für viele ein Geheimtipp - sehr intelligentes Notizbuch, welches in Office enthalten ist und das Potental hat sämtliche Zettelwirtschaft aufzulösen) kommen mir My Journal und Scrapbook ohnehin wie Kinderspielzeug vor. Aber dass diese Programme überhaupt ihren Dienst verweigern, geht gar nicht, wo doch acer gerade damit so sehr um die Gunst der Käufer wirbt.
Es gibt noch andere Kinderkrankheiten. Ein Beispiel sei noch genannt - aus dem Nichts wird plötzlich eine Taste gedrückt gehalten, selbst wenn die virtuelle Tastatur nicht aktiviert ist. Ein- und ausblenden der Tastatur hilft dabei nichts nur : Neustart!! Das ist mir jetzt schon mehrmals passiert, unter anderem auch mal während einer Präsentation ...
Fazit: Ich war schon öfter drauf und dran das Gerät wieder herzugeben. Die Idee ist jedoch super. Die Hardware, abgesehen vom fehlenden optischen Laufwerk und dem kleinen Akku, sensationell umgesetzt. Ich hab jetzt überall zwei Bildschirme mit, die auch noch multitouchfähig sind. Das unterstützt meinen Workflow schon sehr - im Büro und im Hotel. Einzig softwareseitig gibt es enorm viel Platz für Verbesserung und da wird acer um seinetwillen doch sicher sehr bald intensiv nachbessern - Ja? Acer? Mhm?