Erst einmal das Lob:
Die Lieferung war sehr flott und gut verpackt. Der Rechner ist technisch zufriedenstellend für die alltäglichen Heim und Büroaufwendungen ausgestattet. Er ist schnell genug, das Bild hell und klar und die Tastatur dank des Zehnerblocks (nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wegen der Lage einiger Tasten wie "Pos1" oder "Ende") recht praxistauglich. Das Gehäuse ist einigermaßen robust, der fehlende Deckelverschluss scheint eher Ansichtssache. Der Akku hat eine brauchbare Leistung und der Rechner lässt sich auch ohne ihn (und ohne dabei "zerstört" auszusehen) betreiben, um das Teil schonen zu können.
Im Grunde hätte ich eine gute Empfehlung für dieses Gerät, wenn es neben dem Licht nicht auch Schatten gäbe. Einige User haben den Rechner zurückgeschickt, weil das Linussystem nicht startete. Nun es war leider in der wirklich dünnen Dokumentation nicht zu erkennen, ob dieses vorinstalliert ist, oder ob man es selbst vornehmen soll.
Das "Festhängen bei 7%" beim Systemstart wurde durch die Neuinstallation der Linux-CD beseitigt. Der Verlauf dieses Vorgangs legt den Schluss nahe, dass keine komplette Installation vorgegeben war, denn dabei müssen Passwörter vergeben werden, die sonst dokumentiert sein müssten.
Zu diesen Passwörtern ist zu sagen, dass dem Installationsprozess noch das amerikanische Tastaturlayout zugrundeliegt. Wer Buchstaben verwendet, die nach der Umstellung auf die deutsche Sprache (und entsprechender Tastaturbelegung) einen anderen Platz haben, freut sich, wenn das Passwort sich dabei mit "ändert" - sofern er das Problem erkennt.
Und dies scheint der Kern der Softwaresituation zu sein: Welcher Anwender weiss, dass er zur CD-Installation erst einmal im BIOS die Starteinstellungen von Festplatte auf CD/DVD ändern muss? Und welcher Laie findet das BIOS (der Rechner startet so schnell, dass man den Hinweis dafür leicht verpassen kann)? Wer weiss wo (wie schon von Mitrezensenten erwähnt) die Umschaltung der Festplatte von SATA- auf IDE-Mode vorzunehmen ist, die notwendig ist, wenn man WindowsXP installieren will?
Linux ist (nach der selbst vorgenommenen Installation und Passwortvergabe) ganz nett und läuft prima mit dem Gerät zusammen. Jedoch darf man als Nicht-Linux-Kenner darüber hinaus keine weiteren Änderungswünsche haben und sollte bei Passwörtern keine Sonderzeichen verwenden, da die Tastaturbelegung im Installationsmodus eine andere ist, als bei der Anwendung. Wer neben dem, durchaus umfanggreichen Programmpaket, weitere bestimmte Programme installieren möchte, ist hier (wie ich auch) schnell überfordert (auch wenn mich die Shell-Oberfläche an den früheren Amiga erinnert).
Die Hardware wird übrigens von WinXP erst ab Service-Pack3 korrekt erkannt. Leider funktionierte der Treiber für den Speicherkartenslot nach der Installation nicht gleich. Ich hatte bei Acer per Mail diesbezüglich schon 2 x nachgefragt und warte (immer) noch auf eine Antwort (Stand 28.9.2010). Auf der Acer-Hompage muss man sich übrigens die Treiber für die jeweilige Windows-Version VORHER herunter laden, da der (Funk-) Netzzugang während der Installation nicht funktioniert. Es gibt mehrere Treiber-Versionen (je nach verwendeten Chipsätzen, die nicht immer gleich verbaut werden). Hier hilft nur Ausprobieren, denn auch diese Info fehlt dem Gerät und der Anleitung.
Die paar Euro mehr für eine passende Windows-Treiber-CD hätte ich gerne ausgegeben - wenn es sie gäbe.
Zwischenzeitlich sind alle Komponenten in Funktion und der Rechner läuft zufriedenstellend. Dennoch bin ich - was den Acer-Kundendienst angeht - froh, dass ich keine ernsthaften Probleme habe.
So lautet mein Fazit, dass dies ein guter Rechner zu einem leider nur ausreichenden Preis-Leistungsverhältnis ist, daher "nur" 3 Sterne. Man erwirbt ein Gerät das anfangs vom Anwender einige Zeit, Kenntnisse und Mühen verlangt, bis er das tut, wofür man es gekauft hat. Die beigefügte Dokumentation ist leider mangelhaft spärlich und für den Laien (der diese eher benötigt) sogar weitgehend unbrauchbar. Von Kundenservice scheint man bei Acer nicht wirklich etwas zu halten. Der geneigte Kaufinteressent sollte dies vorher wissen.