Bei mir läuft der Acer easyStore 341 seit 2 Monaten, aber erst seit ein paar Tagen so wirklich zufriedenstellend. Ich musste einiges an Zeit und anzueignenden Serverkenntnissen aufwenden bis das System stabil und gesichert läuft. Die Vorteile des Servers liegen klar auf der Hand (Filesharing, Medienserver, Backupserver, Druckerserver alles mit einem Gerät), nur an der Software-Umsetzung hapert es.
Die Verwendung erfolgt 1. als automatischer Sicherungsserver für 2 Laptops, 2. als zentraler Speicher für Fotos, Videos usw., 3. als Medienserver für Abspielen von MP3s für eine Playstation 3 und die Laptops und 4. als Druckerserver für einen HP-Laserdrucker mittels USB-Anschluss. Alles verbunden via Router mit Netzwerkkabel. Es sind also insgesamt 2 Laptops, ein USB-Drucker und eine PS3 mit dem Server verbunden.
Das Anschliessen eines Canon-Multifunktionsgeräts gelang nicht wegen fehlender Netzwerkunterstützung für den Scanner, dies ist aber "normal" für die meisten Scanner, da es keinen (Netzwerk-)Treiber für den Windows Home Server gibt. Der Vorteil wäre gewesen, nur mehr ein Kabel, nämlich das Netzwerkkabel, anzuschliessen bzw. völlig kabellos zu arbeiten bzw. zu scannen.
Um den Acer-Server einzurichten, braucht es vor allem Zeit, Geduld sowie Computerkenntnisse. Es brauchte einige Zeit mit dem Suchen in diversen Foren, um den Server so einzurichten, dass er für die genannten Verwendungszecke funktioniert. Dass der Server nicht so problemlos läuft wie das in den Rezensionen erscheint, lässt sich auch an vielen Problemeinträgen auf diversen Foren nachvollziehen. Meines Erachtens ist die Hardware gut, jedoch wurde von Acer bei der Software geschlampt oder gespart.
Erstens war die Prozessorleistung immer bei 80-90% und das Abspielen der Musik war besonders über die PS3 mit Unterbrechungen verbunden. Auch die WHS-Konsole brauchte lange zum Verbinden bzw. man musste sich mehrmals anmelden, da keine Verbindung zustande kam. Der Grund für die Prozessorbelastung war der Wistron WiDMS, ein "DLNA-Medienserver", der aber nicht ausgereift ist, das Abspielen über die PS3 funktionierte gar nicht, und über den Remotedesktop gab es immer Fehlermeldungen der WiDMS.exe, nachzulesen auch in vielen Foren. Ein Blick via Remotedesktop in den Taskmanager des Servers reicht, um zu sehen, dass die CPU-Belastung der WiDMS.exe bei 50% lag. Nach Deinstallieren des WiDMS liegt die Prozessorleistung immer unter 50% und das System läuft jetzt flüssig, also Atom D410-CPU völlig ausreichend. Die Playstation kann auch über Windwos Media Connect zugreifen, benötigt also keinen DLNA-Medienserver. Musikabspielen funktioniert jetzt einwandfrei. Anzumerken ist noch, dass WiDMS VOR Überspielen von Musik, Videos und Fotos auf den Server deinstalliert werden muss bzw. durch das vorherige Verwenden des Tools "junction" von Microsoft deinstalliert werden darf, da angeblich sonst die Ordner Musik/Videos/Fotos samt Inhalt auch gleich gelöscht werden. Seitdem funktioniert auch die WHS-Konsole ohne mehrmaliges anmelden und lange Wartezeiten sofort. Auch die andauernden Festplattenzugriffe haben jetzt ein Ende. (Zusätzlich habe ich aber auch noch den PS3-Media-Server installiert, um mehr Formate abspielen zu können.)
Updates für WiDMS gab es auch keine auf der Acer-Homepage, wie auch generell kein einziges Update für den Homeserver auf der Homepage bereitgestellt wurde. Das ist sehr schwach!!
Die "automatische" Sicherung hat zuerst auch nicht funktioniert. Erst nach Einrichten einer Aufgabenplanung (mit Administrator-Rechten!!), die täglich startet, gibt es keine Fehlermeldungen mehr, dass das System nicht gesichert sei. Eine nächtliche Sicherung wollte ich nicht, da der Server im Schlafzimmer steht.
Apple Bonjour-Druckerserver, iTunes-MedienServer für iPod (ich verwende keine Apple-Player) sowie den Firefly-Medienserver habe ich auch gleich deinstalliert. Erstens waren diese Programme (wie auch lights-out) völlig veraltet und zweitens habe ich dafür auch keine Verwendung für meine Zwecke. Also das einzig sinnvolle Programm, dass ich als Add-in verwende, ist (neben einem Virenscanner) lights-out, ein Programm, dass den Server automatisch bei Netzwerkbetrieb ein- und ausschaltet und so Stromkosten spart. Lights-out sollte man aber vorher updaten, weil die mitgelierferte Version wie gesagt völlig veraltet war (auch davon kein Hinweis auf der Homepage von Acer!)
Die Erweiterung der Festplatten von 2 TB auf 3 TB hat dagegen problemlos funktioniert. Habe eine 1TB Western-Digital-Festplatte eingeschoben und über WHS-Konsole eingebunden. Bisher gab es keine Probleme im Festplattenbetrieb.
Die Lautstärke des Servers ist recht leise, nur im Schlafzimmer ist er falsch aufgestellt, falls er nachts laufen sollte. Vor allem die Festplattenaktivität ist zu hören.
Anzumerken ist auch noch, dass es für den Windows Home Server bisher keine gratis-Virensoftware (wie Avira Antivir o.ä.) gibt, da das Betriebssystem auf Windows Server 2003 basiert und für Serverbetriebssysteme muss man immer etwas für einen Virenschutz berappen. Auch von Microsoft gibt es keinen gratis Virenschutz, wie Security Essentials oder Windows Defender. Schwach!
Fazit:
Insgesamt ist zu sagen, dass der Acer-Server nach "Anfangsschwierigkeiten" v.a. durch den schlechten "Software-Service" von Acer jetzt flüssig und stabil läuft ohne weitere Fehlermeldungen. Dies braucht aber einiges an Zeit, Geduld und Einarbeitung. Die Hardware ist meineserachtens nicht mal so schlecht, der Atom D410 und 2 GB RAM sind jetzt nach Deinstallation der veralteten mitgelieferten Software völlig ausreichend, Prozessor- und Speicherauslastung sind im Normalbetrieb bei max. 50%. Auch das Betriebssystem Windwos Home Server ist nicht so schlecht durchdacht und ganz ok, nur die Sicherung muss man über die Aufgabenplanung einrichten. Jetzt da das System ordentlich rennt, würde ich mir den Server nochmals kaufen (aber nur so, wie er von mir eingerichtet wurde), davor hätte ich ihn schon ein paarmal aus dem Fenster werfen wollen. Der Acer-Support muss ordentlich zulegen, so etwas kann man nicht "Support" nennen.