Das Acer Aspire S3 ist ein auf geringes Gewicht, geringe Bauhöhe und elegante Erscheinung getrimmtes "Ultrabook". Es arbeitet flott und ist solide verarbeitet. Im Vergleich zu normalen Notebooks der gleichen Preisklasse muss man natürlich bei Ausstattung, Anschluss- und Erweiterungsmöglichkeiten Abstriche machen. Mir persönlich gehen die Kompromisse aber etwas zu weit.
Auftritt, Verarbeitung und Bedienung
Als Retail-Verpackung dient ein kompakter, hochwertig anmutender Karton, der Acer-typisch noch einmal in einem neutralen Transport-Karton steckt. Als Zubehörteile findet man außer dem Netzteil nur eine Kurzanleitung. Treiber- oder Installations-Datenträger sucht man vergebens.
Das S3 in der Version 951-2464G34iss ist ein günstiger Vertreter der "Ultrabooks", wie das von Intel definierte Genre heißt. Das Design ist schlicht und sehr elegant, die Verarbeitung nahezu perfekt. Die Kunststoff-Oberfläche von Handballenauflage, Tastatur- und Displayrahmen ist robust und unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Der gediegene Eindruck wird am ehesten durch die mattgraue Tastatur gestört, die auf den ersten Blick billig wirkt. Dafür ist ihre Oberfläche sehr griffig und angenehm in der Benutzung. Das Gehäuse ist verwindungssteif und fasst sich gut an.
Das Deckelscharnier hält den Bildschirm ausreichend fest. Die Konstruktion ist allerdings etwas zu elastisch, was insbesondere aufgrund des geringen Gewichts des Tastaturteils zu störendem Gewackel führen kann (etwa beim Arbeiten auf den Knien). Sehr schlimm finde ich das allerdings nicht.
Die Tastatur hat einen sehr kurzen Hub, und man muss recht fest anschlagen, damit keine Zeichen verschluckt werden. Nach einer gewissen Eingewöhnung ist das aber kein großes Problem mehr. Nicht optimal gelöst ist das Layout bei den vier winzigen Cursortasten. Diese wurden zusammen mit den beiden Bildlauftasten (hoch/runter) an der rechten unteren Ecke auf die Fläche zweier normaler Tasten gequetscht. Hier ist genaues Zielen angesagt. Da die Tastatur sehr dicht am oberen Rand liegt, stoße ich beim Tippen gelegentlich mit den Fingernägeln gegen das Display. Aber auch das ist Übungssache.
Bei meinem Exemplar klemmt der Einschaltknopf manchmal, so dass sich das Gerät wenige Sekunden nach dem Kopfdruck wieder ausschaltet. Mit etwas Vorsicht lässt sich das Problem aber vermeiden.
Sehr angenehm finde ich das große Touchpad, das eine an Teflonbeschichtung erinnernde Oberfläche hat. Am rechten Rand gibt es einen Scrollbereich, der nicht markiert ist, und auch die Mausbuttons sind integriert. Das sieht gut aus und tut der Bedienbarkeit praktisch keinen Abbruch.
Der Bildschirm ist für Innenräume ausreichend hell. Er spiegelt, aber nicht sehr stark. Die Darstellung ist farbstark und brillant, die Ausleuchtung sehr gleichmäßig. Wunder darf man von einem TN-Panel natürlich nicht erwarten, aber das Display gehört in Relation zu anderen Consumer-Notebooks eher zu den besseren.
Die an der Unterseite in der Nähe der Ränder angebrachten Lautsprecher liefern einen sehr klaren, aber auch sehr dünnen Klang, ohne jeden Anhauch von Bass. Musikhören macht damit keinen Spaß.
Etwas unpraktisch ist, dass als Zugeständnis an die flache Basis an den Seiten nur links ein Kopfhöreranschluss (übrigens ohne optischen Digitalausgang) und rechts ein Speicherkartenslot Platz fanden. Die übrigen Anschlüsse finden sich auf der Rückseite. Während das für den Stromanschluss und den HDMI-Ausgang prima ist, ist es für die beiden USB-Anschlüsse ungünstig. Selbst das Einstecken eines USB-Sticks gerät zum Gefummel.
Der Lüfter ist bei ruhendem Windows-Desktop angenehm leise, dreht jedoch schon bei leichter Belastung (auch Medienwiedergabe) deutlich auf. Unter hoher Last ist das Geräusch dann mit einem hochfrequenten, leise pfeifenden Ton unterlegt. Empfindliche Interessenten, die eher in ruhiger Umgebung mit dem Gerät arbeiten wollen, sollten sich das S3 am besten erstmal "in Action" anhören, bevor sie zugreifen.
Die Festplatte produziert im Leerlauf nur ein leises Rauschen und Brummen und gibt bei Zugriffen ein ebenfalls leises Tickern von sich. Etwas irritierend finde ich die Abwesenheit einer LED, die die Festplattenzugriffe anzeigt. Eine weitere kleine LED am Displayscharnier hätte dem Design keinen Abbruch getan. So signalisiert das S3 lediglich Betrieb / Standby und den Ladezustand des Akkus.
Die Unterseite des S3 wird unter Last in der Nähe des Luftauslasses links hinten recht warm. Das sehr kompakte Netzteil (95x50x25mm, nimmt weniger Platz weg als die zugehörigen Kabel) hat keine Betriebs-LED und wird unter Last (erwartungsgemäß) ebenfalls sehr warm.
Innere Werte und Leistung
Die erst vor wenigen Monaten erschienene Stromspar-Variante 2467M des Core i5 hat genügend Power für flüssiges Arbeiten. Probleme mit der Hardware konnte ich auch nach etlichen Stunden im stationären und mobilen Betrieb noch nicht ausmachen.
An die normale Mobil-Variante des Core i5, 2410M, die in voluminöseren Notebooks dieser Preisklasse anzutreffen ist, kommt sie leistungsmäßig nicht heran. Der Unterschied ist aber nicht riesig. Beim kurzen Test mit SuperPI (1 Million Stellen) benötigte der 2410M relativ konstant 13,7 Sekunden, während der 2467M etwas schwankende Ergebnisse um die 18 Sekunden lieferte.
Die integrierte Grafikeinheit (Intel HD 3000) ist für einfachere oder ältere Spiele mit 3D-Grafik eingeschränkt geeignet. Tomb Raider Legend oder Underworld z.B. laufen immerhin mit etwas heruntergeschraubten Einstellungen flüssig (Legend: "Next Generation Inhalt" aus; Underworld: AA aus, Oberflächenstrukturdetails mittel, -filterung bilinear). Leider sollte man insbesondere auf Kantenglättung verzichten. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass Spiele auch nicht das anvisierte Einsatzgebiet des S3 sind.
Der Akku hält bei normaler Nutzung ohne hohe Rechenlast etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Das ist akzeptabel, aber nicht überragend und eine Folge davon, dass nur drei Akkuzellen verbaut sind. Aufladen dauert gut zweieinhalb Stunden.
Im Vergleich mit anderen Notebooks (hier u.a. ein TimelineX und ein Ethos von Acer) ist der WLAN-Empfang sehr schwach. Während andere Notebooks sich über zwei Stockwerke problemlos mit meiner FritzBox 7390 unterhalten (Signalstärke "sehr gut") schafft das S3 nur eine Notverbindung (Signalstärke "ausreichend") mit sehr geringer effektiver Datenrate (etwa 200 KB pro Sekunde). Für ein Gerät, dessen einzige Netzwerkschnittstelle WLAN ist, ist das etwas enttäuschend.
Der Speicher (DDR3-1333) ist fest aufgelötet und wird per Single Channel betrieben. Erweiterungen sind nicht möglich.
Die neben der Festplatte (hier: 320 GB, Hitachi Travelstar Z5K320, HTS543232A7A384) zusätzliche SSD ist ebenfalls fest aufgelötet und mit ihren 20 GB Kapazität ausschließlich für die "Intel Rapid Start Technology" (iRST) vorgesehen. Das S3 geht nach Zuklappen erst einmal in den "Energiespar"-Modus (Suspend to RAM), aus dem es praktisch sofort wieder aufwachen kann. Nach zwei oder acht Stunden (auswählbar) geht das Gerät dann automatisch in den Tiefschlaf über ("Ruhezustand"), wobei der Hauptspeicherinhalt in die SSD als Zwischenspeicher übertragen wird. Das Aufwachen lässt sich dann zwar nicht mehr durch Aufklappen auslösen (d.h. man muss den Einschaltknopf drücken), der Vorgang dauert aber nur wenige Sekunden. Das finde ich ausgesprochen praktisch, weil man sich keine Gedanken darüber machen muss, wie viel Zeit bis zur nächsten Sitzung vergehen wird.
Windows-Installation
Wie leider üblich, ist auch auf dem S3 eine Menge unnötiger Software vorinstalliert. Aufgrund der speziellen Konfiguration mit iRST habe ich jedoch keine Neuinstallation vorgenommen (was am saubersten wäre), sondern nur den gröbsten Ballast deinstalliert. Spannend fände ich die Möglichkeit, Windows komplett auf der SSD zu installieren. Diese ist jedoch für Windows 7 inkl. Programmen leider etwas knapp bemessen. Man könnte zwar Teile auf die Festplatte auslagern, doch damit würde man den Geschwindigkeitsvorteil, um den es ja geht, zumindest teilweise wieder einbüßen.
Da keine Recovery-Medien mitgeliefert werden, sollte man zeitnah im "Acer eRecovery Management" Recovery-DVDs brennen. Dafür sind (außer einem externen Brenner) vier DVD-Rohlinge und mehrere Stunden Zeit erforderlich. Der Einfachheit halber sollte man die Möglichkeit nutzen, eine zusätzliche DVD mit Installationsdateien für Treiber und Anwendungen erstellen zu lassen. Tipp: Statt DVDs zu brennen, kann man mit der Demo-Version von "Phantom Drive" einen virtuellen Brenner installieren, der die Wiederherstellungs-DVDs dann gleich als ISO-Images erstellt, was auch wesentlich schneller geht. Diese ISOs sichert man am besten sorgfältig auf einer externen Platte und prüft auch, ob sie ok sind.
Fazit
Das Acer Aspire S3 ist für mich ein angenehmes Notebook, mit dem sich flüssig und einigermaßen ergonomisch arbeiten lässt. Man mag es gerne mitnehmen, denn es ist sehr kompakt, leicht und fühlt sich gut an.
Lesen Sie weiter... ›