Der Acer Revo 3610 könnte ein perfektes Produkt sein denn ohne Zweifel gäbe auch es einiges Gutes zu sagen. Leider trüben 2 Dinge für mich das Bild derart (auf die ich mich hier konzentriere), dass ich den Revo zurückgeschickt habe.
1.) er ist mir leider zu laut
2.) er funktioniert nicht so "out-of-the-box" wie es wünschenswert wäre, ist total zugemüllt
zu 1.)
Er ist zu laut! Da soetwas natürlich subjektiv ist, ist es schiwerig soetwas obkjektiv zu bewerten. ABER: In allen Rezensionen wird und wurde immer die Geringe Lautstärke betont. Und im Verhältnis zu diesen vielen positiven Bewertungen stimmte entweder was mit meinem Gerät nicht oder ich bin zu anspruchsvoll (ich denke aber, ich bin auf normalem Level). Ich höre auch mal Musik mit leisen Passagen (Folk, Jazz, Indie, Klassik, Pop) und wenn ich da neben der Musik ein Pusten wie aus einem lautem Notebook höre, ist das total unsexy.
Ja, die Lüftersteuerung ist dynamisch und passt ich der Belastung an, aber selbst auf den niedrigstem Level (ruhender Desktop) ist das Lüftergeräusch deutlich hörbar. Schade. Keine Ahnung ob sich der 330er Atom stärker erwärmt als der 270er oder Acer den Lüfter inzwischen geändert hat, oder ob ich ein Montagsgerät erwischt habe. Jedenfalls kann von "unhörbar" oder "flüsterleise" für mich nicht die Rede sein.
zu2.)
Die Softwarebeigaben verschlechtern tatsächlich das Produkt statt es zu verbessern:
Ich kann mich ohne Eitelkeit als erfahrener PC-User bezeichnen und habe daher die bisherigen Berichte immer etwas belächelt, in denen sich über die Software-konfiguration des Revo beschwert wurde. Das z.Bsp. das Betriebssystem gesichert werden muss, das ein ein Haufen Werbe-Ware installiert sei. Ich dachte: egal, krieg ich hin, hauptsache billig...
Aber genau anders herum wird ein Schuh draus! Ich hätte nun nach dieser Erfahrung liebend gerne 50 Euro mehr gezahlt, wenn mir Acer hier ein Produkt hinstellen würde, das vom ersten Einschalten an optimal konfiguriert ist und dem ein fertiges Wiederherstellungsmedium beiläge oder das alternativ wenigestens per Download oder Versand unkompliziert erhältlich wäre.
Stattdessen weiss ich nach dem ersten Anschalten sofort: das wird nicht lange gut gehen, ich kann den PC nicht sofort nutzen, hier ist noch viel zu tun. Die Platte ist partitioniert, was bei einem Medien PC mit großen Video Dateien und Musiksammlungen eher hinderlich ist. Wenn ich das Betriebssystem sichern will (was man tun sollte, denn die einzige Kopie ist auf der Platte selbst) muss man ein externes CD Laufwerk sein Eigen nennen, oder mit allerlei Verrenkungen virtuell oder übers Netz brennen.
Es ist zudem ein unglaublicher Haufen Demo- und Werbe- Software installiert, deren Unnutz sich dem erfahrenen Anwender schnell offenbart, dem Normal-User aber eher Rätsel aufgeben dürfte was er davon braucht und was nicht. Was obendrein nur Performance kostet und den (Medien)Genuss verschlechtert. Und selbst nach der -stundenlangen- Deinstallationsprozedur bleibt mir das schale Gefühl, das immer noch irgendwelche Reste im System hängen. Aber sauber neu installieren ist halt nicht.
Acer hat sich mit dieser Art der "Quersubventionierung" meiner Meinung nach ins eigene Fleisch geschnitten, ein an sich gutes Produkt unnötig verschlechtert. Aber das sieht man ja erst nach dem Kauf - erstmal hängt da nur das attraktive Preisschild. Genau soetwas mag dann einer der Gründe sein, warum sich dann manche Leute lieber Apple zuwenden.
Das Preis Leistungsverhältnis ist zwar trotzdem gut. Aber: der Revo wäre ja prädistiniert als multifunktionaler, einfach einzurichtender, Familien-Wohnzimmer PC. Aber genau diese potentiellen Stärken bekommen -für mich- durch die zwei genannten Punkte ein paar kleine Schrammen. Schade.