Review für Acer Aspire ONE D257 N570
Eines gleich vorneweg - dies ist mein erstes Netbook. Natürlich benutze ich wie jeder andere auch PC's zuhause und täglich im Job.. aber die Notwendigkeit für eine mobile Erweiterung bestand bis dato nicht.
Da ich aber zukünftig berufsbedingt öfters in Zügen unterwegs sein werde und die langen Fahrten sich mit einem Ipod alleine etwas zu unproduktiv ausnehmen, habe ich mich zum Kauf dieses kleinen und leichten Begleiters entschieden.
Auspacken:
Die Packung ist kleiner als gedacht, enthält aber das wichtigste und das gut verstaut. Netbook, Akku, Netzteil und den obligatorischen Beipackzettel.
Die erste angenehme Überraschung bereitete mir das Netzteil. Hier lässt sich er Stecker des Netzteils abnehmen und drehen. So wird verhindert, dass das Netzteil (wie so oft) 1 Buchse belegt und mindestens 1 weitere Buchse blockiert. Auch dass Netzstecker und Netzteil an sich eine Einheit bilden, fand ich sehr erfreulich - weniger Kabelsalat.
Das Gerät selbst entspricht in seinen Abmessungen weitestgehend dem gängigen 10" Netbook Standard (250x200mm bei ca. 25mm Dicke) und auch das Gewicht geht mit 1300 Gramm absolut in Ordnung. Ein Hülle oder gar Tasche für den Transport befindet sich nicht im Lieferumfang und muss bei Bedarf selbst gekauft werden.
Ersteindruck:
Nach dem Einschalten installiert sich das Betriebssystem Windows7 Starter selbst, was nach 15-20min problemlos und fehlerfrei abgeschlossen war. Die Dualboot-Option die Acer hier mitliefert (Android OS) habe ich nicht ausprobiert, da ich seit jeher Windows benutze. Dem geneigten Benutzer steht diese Option aber frei.
Bei der Gelegenheit bringe ich gleich meinen ersten Kritikpunkt an - das Fehlen einer HD Zugriffs-LED!
Es mag für manche nicht wichtig sein, aber gerade bei mobilen bzw. nicht ausgewachsenen Rechnern ist es oftmals so, dass die ersten 10-20sek nach dem Aufruf eines Programms erst einmal gar nichts passiert. Ist es nun, weil der Rechner den Doppelklick "verschluckt" hat oder aber ist er gerade mit Laden von massiven Datenmengen beschäftigt? Im Falle des Acer D257 weiss man es nicht genau. Da auch nicht jeder Aufruf die typische Windows Sanduhr nach sich zieht, ist man hier einfach zum Warten und ggf. erneuten Aufruf des Programms verdammt..
Nachricht an Acer: Baut beim nächsten Modellupdate BITTE eine HD LED ein! Die paar Cent Preisaufschlag und der quasi nicht vorhandene Strom-Mehrverbrauch sollte euch dieses Plus an Information für den User wert sein!
Das Display:
Das Bild ist mit seinen 10,2" erwartet klein (1024x600), trotzdem sieht alles übersichtlich und nicht überladen aus.
Zu den üblichen Sponsoren-Testversionen gesellen sich fast nur nützliche Dinge als Symbole auf dem Desktop.
Um auf Pixelfehler zu testen, stellte ich den Hintergrund auf komplett Weiß um und hier zeigt sich auch gleich die Schwäche des ansonsten guten Displays. Durch die Entspiegelung wirkt das Display bei hellen Hintergründen stets so, als ob sich eine Staubschicht drauf gelegt hätte. Man ist immer versucht, ein paar mal mit dem Mikrofasertuch drüber zu wischen. Sicher ist dieser Effekt auch bei großen, entspiegelten Displays zu beobachten, aber bedingt durch die kleinere Fläche stach mir dieser etwas unangenehme Nebeneffekt wesentlich deutlicher ins Auge.
Bei dunkleren Farben, Bildern oder Filmen ist diese kleine Schwäche aber praktisch nicht zu bemerken.
Die Eingabegeräte:
Das Keyboard beinhaltet alle wichtigen Tasten inkl. zuschaltbarem Ziffernblock. Die Tasten sind in Größe und Ausführung mehr als ausreichend, wenn es vermutlich auch bei Männerhänden etwas knapp werden könnte.
Der Anschlag ist gut spürbar und trotz kurzem Tastenhub schreibt es sich auch über längere Phasen ausgesprochen angenehm und ermüdungsfrei.
Lediglich die Funktionstasten sind etwas klein geraten. Da diese aber nicht zu den häufig benutzen Tasten gehören, ist das absolut zu verschmerzen.
Das Touchpad ist von einer geradezu luxuriösen Größe (80 x 40mm) und verrichtet seinen Dienst fehlerfrei und mit absoluter Präzision. Obwohl ich den Mausbetrieb immer noch vorziehe, scheue ich mich dank des klasse Touchpads nicht mehr, dieses bei kürzeren Einsätzen auch zu nutzen und die Maus mal eingepackt zu lassen!
(Meine Erfahrungen mit Touchpads waren bisher eher durchwachsen)
Die Anschlüsse/Konnektivität:
Bis auf 1 Punkt kann ich auch hier nur positives berichten; 3x USB 2.0, Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mult-in-1-Cardreader (schluckt die gängigen SD Speicherkarten), 1 VGA Ausgang, 1 Ethernet RJ45 Anschluss und eine eingebaute Webcam machen diesen kleinen Kerl ziemlich kontaktfreudig.
Wlan 802.11 N und Buetooth 3.0 würden das Bild nahezu perfekt abrunden, wenn da nicht mein oben angeschnittener Kritikpunkt wäre; Es ist mir während der ganzen Zeit nicht gelungen, die Bluetooth Funktionalität zu testen bzw. in irgendeiner Form das Vorhandensein derselben zu bestätigen. Über die Windows-Suchfunktion kann man sehr wohl eine Bluetooth Datei ausführen (BTTray.exe), dies hat aber keinerlei nachvollziehbare Wirkung zur Folge.
Eher zufällig bin ich dann 1 Tag später beim Testen der WLan Funktionalitäten über die Aktivierung der Bluetooth Schnittstelle gestolpert (FN + F3). Diese verrichtete, einmal aktiviert, dann auch anstandslos ihren Dienst. Trotzdem - hier besteht von Seiten der Dokumentation definitiv Nachbesserungsbedarf!
Die Leistung:
Der Aufruf von Word, Excel und Powerpoint, Surfen im Internet, Musik hören und auch Filme gucken ist auf dem Acer Aspire One D257 kein Problem - wenn man das Thema auch deutlich diffiziler ist, als auf den ersten Blick gedacht.
Da bei einem Netbook so gut wie jede Komponente auf Effizienz und niedrigen Stromverbrauch ausgelegt ist, bleibt die Leistung hier oftmals auf der Strecke. Wenn auch nur in Teilbereichen, so gilt diese Aussage auch für das Acer D257. Beim Thema Multimedia fällt dies ganz massiv auf - läuft der DVD Film von Platte noch mit geschmeidiger Bildrate über das Display, so muss die Maschine für Streifen in 720P schon seine letzten Reserven mobilisieren um anständige Bildraten zu Tage zu fördern.
Spätestens beim 1080er Full HD-Spielfilm ist dann aber Schluss mit Lustig - wenn sich denn überhaupt mal ein Bild aufbaut, bleibt dieses Bild dann für gut und gerne 5min einfach so stehen (natürlich während der Ton weiterläuft) nur um sich dann durch den Aufbau des nächsten Frames wieder in die Bildpause zu verabschieden.
Ich habe hier auch versucht, per Software etwas nachzuhelfen (CoreAVC Codec und MPC installiert), das Ergebnis blieb jedoch das selbe - 1080p ist nicht! Das liegt ganz sicher nicht an der CPU, denn der Intel Atom N570 mit seinen 2 1,66GHz -Kernen ist sicherlich mehr als in der Lage das vorhandene Material abzuspielen. Das Problem liegt an der schwachbrüstigen On-Chip Grafiklösung (Intel GMA 3150). Dass das Netbook in der Grundausstattung nur mit 1 GB RAM ausgeliefert wird, ist der Gesamtleistung sowie den teilweise langen Ladezeiten sicher nicht zuträglich. Das Nachkaufen eines weiteren Gigabytes ist hier Pflicht (bei 2GB ist auch schon das Maximum erreicht).
Fazit:
Wer wie ich im Zug mit seiner Textverarbeitung arbeiten möchte, etwas im Internet surfen will, dem das Rumschleppen eines dicken Notebooks zu anstrengend ist, eine gute Akkulaufzeit möchte (6 - 7,5Std) und nicht gerade Full-HD-Fanatiker ist, bekommt mit dem Acer Aspire One D257 ein mehr als rundes Komplettpaket, das in manchen Bereichen sicher noch etwas Nachbesserungsbedarf hat. Zieht man den günstigen Preis aber noch mit in die Bewertung ein, bleibt dennoch ein mehr als positiver Gesamteindruck und eine Kaufempfehlung.