Hier mein Bericht nach einem Tag intensiver Nutzung:
Wenn man ihn auspackt ist man erstmal über die Größe überracht, ich hab den eeepc 900 schon in der Hand gehabt, der Aspire One wirkt kleiner, auch wenn er es nicht ist. Das dürfte an der runderen Form und der geringeren Tiefe liegen. Der Eindruck ist wirklich hochwertig, von auffälligen Spaltmaßen, Knarzen oder scharfen Kanten keine Spur. Entweder gibts da bei Acer große Fertigungstoleranzen oder die weiße und blaue Version unterscheiden sich in der Gehäusequalität, vielleicht andere Zulieferer?!. Meiner ist jedenfalls weiß, bisher wurde die Verarbeitung in Berichten bis auf 2 Fälle immer positiv erwähnt, beides Mal wurde die blaue Version getestet.
So wirklich weiß ist er aber gar nicht. Die Displayrückseite ist "muschelfarben" bzw. cremefarben und hochglänzend. Der gleiche Farbton findet sich bei der Gehäuseoberseite um die Tastatur wieder, hier allerdings matt. Die Gehäuseunterseite, der Akku und die Tastatur sind hellweiß und matt, der Displayrahmen schwarz und hochglänzend.
Die Anschlüsse werde ich nicht erwähnen, die dürften hinreichend bekannt sein.
Kommen wir zum restlichen Packungsinhalt: Das Netzteil ist klein, etwa halb so groß wie das meines großen Laptops. Weiter findet man eine Kurzanleitung für den schnellen Start und eine dicke Komplettanleitung, was ich sehr löblich finde, das habe ich lange nicht mehr erlebt. Eine Hülle aus schwarzem Kunstleder liegt auch noch bei, genauso wie eine Garantiekarte. Was in meinem Fall fehlt: Eine Recovery-CD, ich habe dem Acer Support deshalb gleich mal eine mail geschickt.
Erste Inbetriebnahme: Akku angesteckt, Stromkabel angeschlossen, aufgeklappt (die Displayscharniere sind beeindruckend finde ich, sehr stabil und halten perfekt) und angeschaltet. Man muss die üblichen Einstellungen vornehmen und landet dann auf dem Desktop. Bootzeit knapp unter 20s. Lan-Kabel reingesteckt und die Internetverbindung klappt sofort, sehr schön.
An Software ist das wichtigste an Bord: Open Office, ein Messenger, Firefox Browser, Mailprogramm, Kalender/Taschenrechner/Kontakte, Spiele, Dateimanager...was einem fehlt kann man noch installieren. Dies ist nicht so einfach, aber in diversen Foren findet man die Anleitungen.
Die Arbeitsgeschwindigkeit ist wirklich gut, konnte da bisher keine Einschränkungen bemerken.
Die Displayqualität ist sehr gut, dass es spiegelt dürfte bekannt sein. Ich habe es mir echt schlimmer vorgestellt. Im Zimmer erkenne ich keinerlei Reflexionen, selbst auf meinem Balkon (überdacht, also nicht in der direkten Sonne) lässt sich sehr gut arbeiten.
Von Brando bekommt man günstig eine Folie, falls man viel draußen arbeitet vielleicht trotzdem empfehlenswert, für mich definitiv nicht nötig.
Kommen wir zur Tastatur: Sie ist merklich kleiner als eine Standardtastatur, dennoch kann man damit recht schnell schreiben, nach kurzer Zeit klappts auch mit 10 Fingern. Wie in einigen Berichten erwähnt: Ja, sie biegt sich durch. Hätte ich das vorher aber nicht gelesen wäre es mir nicht aufgefallen. Es kommt dabei stark darauf an, wie man tippt. Ich bin eher der sanfte Typ, mich störts also nicht und ich merke es auch nicht bzw. ich behaupte mal, dass sie sich bei mir gar nicht erst durchbiegt. Ist man allerdings eher der Typ "Hacker" sollte man mal probetippen.
Die Enter-Taste ist übrigens 2-zeilig, ich glaube das ist bei Netbooks eine Seltenheit.
Das Touchpad ist klein, meiner Meinung nach aber gut zu benutzen. Die Größe reicht aus um den Mauszeiger punktgenau zu bewegen ohne "nachgreifen" zu müssen. Die Tasten an der Seite erfordern keine Eingewöhnung, was da manche andere Tester geschrieben haben (danebenklicken) kann ich nicht nachvollziehen. Sie klicken allerdings deutlich hörbar und haben einen harten Druckpunkt, das könnte manche vielleicht stören. Das Touchpad ermöglicht vertikales und horizontales Scrollen, beides funktioniert gut.
Noch zu erwähnen wäre der Wifi Schalter. Es ist eigentlich kein Schalter, sondern eher ein Taster. Er rastet nicht ein, man schiebt nach rechts um einzuschalten und auch um auszuschalten. Eine kleine LED zeigt an, ob Wifi aktiv ist oder nicht.
Kommen wir zur Akkulaufzeit. Es ist ein nettes Tool installiert, es zeigt den exakten Stromverbrauch, Restladung und Restlaufzeit an.
Der Stromverbrauch lag bei geringster Displayhelligkeit mit geöffnetem Browser und Textbearbeitung bei 7,5W, bei voller Helligkeit, offenem Browser, laufendem youtube-Video mit Sound und Textverarbeitung bei rund 12W. Beim normalen Surfen bei mittlerer Helligkeit lag ich im Schnitt bei 8,5-9W, dann hält der Akku knapp 3 Stunden, was man maximal bzw. minimal erreicht könnt ihr euch dann ja denken.
Nächster Punkt: Die Lautsprecher. Sie klingen natürlich etwas blechern, bei normaler Lautstärke aber durchaus brauchbar. Mag man es etwas lauter wird der Klang deutlich schlechter, die maximale Lautstärke ist dafür aber auch beachtlich und auf dem Niveau meines großen Laptops.
Soweit alles gut, kommen wir zur negativen Kritik:
Da wäre zum ersten, dass er relativ lange braucht, um aus dem Standby zu kommen. Klappt man ihn zu und wieder auf vergeht fast so viel Zeit wie beim Booten, zumindest subjektiv.
Dann der größte Kritikpunkt: Der Lüfter!
Erst hab ich nix gehört, das war aber auch noch tagsüber. Jetzt sitze ich auf dem Sofa, ist es still im Raum so ist er deutlich zu hören. Läuft der Fernseher so nimmt man ihn schon nicht mehr wahr.
Ob das jetzt zu laut ist oder nicht weiß ich nicht. Ich bin nur meinen sehr teuren Fujitsu-Siemens gewohnt, dessen Lüfter höchstens alle 20min für wenige Sekunden mal anläuft - dann in der niedrigsten Stufe allerdings schon lauter als der Aspire One, der dafür aber dauerhaft läuft.
In Foren wird die Lautstärke heftig diskutiert, manche meinen ihr Modell sei unerträglich laut, andere meinen ihrer sei absolut lautlos. Vielleicht muss man da auch einfach etwas Glück haben oder so lange bestellen, bis man einen leisen bekommt.
Fazit:
Vom Lüfter abgesehen bin ich 100%ig zufrieden. Nutzt man den Aspire One für sein eigentliches Einsatzgebiet - also mobil - so liegt die Geräuschentwicklung auf einem nicht wahrnehmbaren Niveau. Wer abends im Bett surfen will könnte seinen Bettnachbarn aber evtl. stören.
Meine ersten Erfahrungen sind nun ja ein paar Tage her, deshalb hier einige Ergänzungen bzw. Kommentare zu den weiteren Rezensionen.
Ich habe mittlerweile auf 1,5GB RAM aufgerüstet, es ist zwar aufwändig, war aber nicht wirklich schwer.
Windows XP läuft so wirklich gut. Das Booten und Herunterfahren dauert länger als bei anderen Rechnern, liegt aber noch im Rahmen, das restliche Arbeiten ist flüssig.
Man muss nur wissen, dass man VOR DER INSTALLATION im Bios D2D deaktivieren und die SSD mit Fat32 formatieren muss, dann klappt das auch.
Wem die Recovery-CD fehlt der kann dem Acer-Support eine email schicken und bekommt eine CD mit aktualisiertem System kostenlos zugeschickt. Außerdem kann man das iso auch runterladen und selbst brennen, so hat man sofort eine Recovery-CD.
Klar, das hätte auch besser laufen können wenn Acer mit der Veröffentlichung des Netbooks etwas gewartet hätte, aber deshalb ist es noch kein schlechtes Produkt.
Alle Infos (wie man den Speicher aufrüstet und Windows optimiert) gibts auf aaowiki.de.vu
Und abermals ein Update meiner Rezension:
Wie in den Anmerkungen zu meiner Rezension korrekterweise steht, gibt es mittlerweile ein Script mit dessen Hilfe man die Lüftersteuerung beeinflussen kann bzw. den Aspire One lautlos bekommt. Für Windows Nutzer gibt es ebenfalls eine Lösung, diese ist ein kleines Tool.
Nachlesen kann man dies unter oben bereits genannter Internetadresse. Derartige "Basteleien" geschehen natürlich grundsätzlich auf eigene Gefahr!