Das Acer Aspire Ethos 8951G-2634G75Bnkk (4 GB RAM, eine Festplatte) ist ein mit 18,4 Zoll sehr großes, aber auch sehr gut ausgestattetes, leistungsstarkes und spieletaugliches Oberklasse-Notebook. Es vereint gute Hardwarekomponenten, schickes Design, solide Verarbeitung und ein paar außergewöhnliche Extras. Nur das Display ist mittelmäßig.
Auftritt, Verarbeitung und Bedienung
Als Retail-Verpackung dient ein stabiler, hochwertig anmutender Karton, der Acer-typisch noch einmal in einem neutralen Transport-Karton steckt. Als "Zubehörteile" findet man außer dem Netzteil noch das separat verpackte Touchpad und eine kurze Bedienungsanleitung. Treiber- oder Installations-DVDs sucht man vergebens. Allerdings ist das bei Notebooks inzwischen Standard geworden.
Design ist natürlich immer Geschmackssache, das der Ethos-Serie wirkt nach meinem Empfinden jedenfalls ausgesprochen schick. Die Oberflächen des Gehäuses sind bis auf das hochglänzende Display und dessen Rahmen matt, wobei Deckel und Tastaturrahmen mit ihrer gebürsteten Metalloberfläche dennoch etwas empfindlich gegen Fingerabdrücke sind. Die Stabilität des Gehäuses ist sehr gut, nichts wackelt oder biegt sich durch. Die Verarbeitung aller äußeren Teile ist ausgezeichnet und passgenau. Nur der Widerstand des Deckelscharniers ist etwas zu hoch, so dass man den unteren Teil beim Aufklappen festhalten muss.
Die Tastatur mit den separierten Tasten und klarem Layout ist nicht nur optisch spitze, sondern bedient sich mit klarem Druckpunkt und festem Anschlag auch sehr gut. Die zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung sieht klasse aus und ist für Nutzer, die wie ich oft abends im halb- oder komplett dunklen Raum arbeiten, sehr nützlich.
Das herausnehmbare Touchpad hat eine zu glatte Oberfläche und ist daher nur mit absolut trockenen Fingern gut zu bedienen. Die Funkverbindung funktioniert auch über größere (Wohnzimmer-) Entfernungen prima. Wenn man das 8951G als Zuspieler an einen großen Fernseher oder einen Beamer angeschlossen hat, ist das äußerst praktisch. Auch die Lagesensoren im Pad funktionieren gut - man kann es wahlweise quer oder hochkant halten. Im Notebook wird es durch Magneten am Platz gehalten und kann über einen Schieber ausgeworfen werden - alles sehr durchdacht.
Minuspunkte muss ich leider für das Display geben: Es ist nur mäßig hell, spiegelt stark und hat die TN-Panel-typische Blickwinkelabhängigkeit. Immerhin bietet es bei senkrechter Blickrichtung einen relativ guten Kontrast und schöne Farben. Aufgrund der geringen Helligkeit ist es aber nur für nicht allzu helle Innenräume geeignet.
Die Klangqualität der eingebauten Lautsprecher dagegen ist für ein Notebook wirklich sehr gut, durch den auf der Unterseite eingebauten Tieftöner gibt es sogar ein bisschen Basswiedergabe. :-)
Etwas unglücklich ist ansonsten die Positionierung fast sämtlicher Anschlüsse im vorderen Bereich der Seiten (bis auf den Speicherkarten-Slot in der Front und den LAN-Anschluss hinten rechts). Das gilt vor allem, wenn man Zubehör anschließen möchte, das nicht im Bewegungsbereich der Hände liegen soll. Die Position des Netzteilanschlusses im hinteren Bereich der linken Seite ist dagegen in Verbindung mit dem rechtwinkligen Stecker sehr praktisch.
Ziemlich nervig finde ich, dass sich das Gerät nicht merkt, ob WLAN und/oder Bluetooth eingeschaltet sein sollen. D.h. nach einem Kaltstart ist stets WLAN aktiviert und Bluetooth deaktiviert. Zum dauerhaften Ausschalten von WLAN habe ich daher das Gerät im Gerätemanager deaktivieren müssen.
Der Lüfter ist bei ruhendem Desktop kaum hörbar, dreht aber schon bei kurzzeitiger Vollast, z.B. beim Start eines komplexeren Programms deutlich rauschend auf. Unangenehm ist dabei, dass die Lüfterregelung etwas zu rasch reagiert, was manchmal zur Folge hat, dass der Lüfter die Drehzahl eine Zeit lang wechselnd hoch- und runterregelt.
Das 120W-Netzteil ist recht kompakt, hat eine grüne, nicht sehr hell leuchtende Betriebs-LED und kann unter Last natürlich ziemlich warm werden.
Leistung und innere Werte
Das 8951G lässt sich sicher bedienen und arbeitet so flüssig, wie man es angesichts der sehr leistungsfähigen Komponenten erwarten kann. Größere Probleme mit der Hardware (außer den hier erwähnten Unschönheiten) konnte ich bisher nicht ausmachen.
Die für Notebook-Verhältnisse recht starke nVidia-Grafik, die bei nur bei Bedarf zugeschaltet wird, genügt bei der nativen Auflösung des Displays (1920x1080) für die meisten gängigen Spieletitel. Im Benchmark 3DMark 2006 liefert mein 8951G ordentliche 10308 Punkte.
Offenbar ist aber die Wärmeableitung trotz des großen Gehäuses nicht optimal gelöst. Die CPU wird unter Vollast (getestet mit Prime95) von Anfangs 2,5 rasch auf 2,2 GHz heruntergetaktet. Die Kerntemperaturen steigen dabei bis knapp unter 90 Grad. Zum Vergleich: Mein kleineres 15,6-Zoll-Notebook von Asus mit der gleichen CPU taktet nicht weiter als auf 2,3 GHz herunter.
Problematischer finde ich aber den Schongang bei gleichzeitiger Belastung der nVidia-GPU. Hier taktet mein 8951G die CPU nach einer Weile reproduzierbar auf 1,7 GHz herunter, das sind satte 26% weniger CPU-Power als beim oben erwähnten Asus-Notebook, das diese Macke nicht hat. Beim Benchmark mit Crysis macht sich das auch prompt bemerkbar. Mit seiner stärkeren GPU (GT555M gegenüber GT550M) liegt das 8951G bei der mittleren Framerate zwar um ca. 16% vorne (jeweils 1366x768, Einstellungen "hoch"), bei der ebenfalls wichtigen minimalen Framerate jedoch um 25% zurück. Ansonsten ist natürlich zu beachten, dass die volle HD-Auflösung von 1920x1080 Pixeln der GPU bei Spielen einiges mehr abverlangt als die 1366x768 typischer kleinerer Consumer-Notebooks. Je nach Spiel wird man für die fast doppelt so große Pixelzahl trotz der kräftigen GPU die Details etwas herunterschrauben müssen.
Die Wiedergabe von DVDs und Blurays klappt prima. Ein eventuell stärkeres Rauschen des Laufwerks am Anfang legt sich rasch wieder. Insgesamt ist das 8951G ausgezeichnet für die Wiedergabe von Videomaterial geeignet, wobei praktisch alle gängigen Formate mit Hardware-Unterstützung (DXVA) abgespielt werden können. Getestet habe ich HD-Videos eines Sony-Camcorders und verschiedener Kompaktkameras von Canon und Nikon (AVCHD) sowie Material aus DVDs (MPEG2), Blurays (H.264) und HD-DVDs (VC-1). Als universelle Abspielsoftware habe ich dabei die 32-Bit-Variante des Media Player Classic - Home Cinema 1.5.0.2827 mit ffdshow tryouts Beta 7 und Haali Media Splitter eingesetzt.
Da das Notebook allein von seinen Abmessungen her eher für stationären Betrieb geeignet ist, hat Acer vernünftigerweise auf der Unterseite einen Schalter eingebaut, mit dem man den Akku zu- bzw. abschalten kann. Im Auslieferungszustand ist der Akku deaktiviert, wahrscheinlich, um der Alterung durch Daueraufladung am Stromnetz vorzubeugen. Dennoch ist der fest eingebaute Akku durchaus brauchbar: Bei 100% Display-Helligkeit (die allerdings wie oben erwähnt mäßig ist) und geringer Last hält das Gerät dann dank automatischer Abschaltung der stromhungrigen nVidia-GPU bis zu 5 Stunden durch. Bei normaler Nutzung kann man mit etwa 3 - 4 Stunden Laufzeit rechnen. Aufladen nach kompletter Entleerung dauert 3,5 - 4 Stunden.
In meinem Exemplar stecken eine Festplatte von Seagate (Momentus 5400.7, ST9750423AS) und zwei RAM-Riegel von Hynix/Hyundai (DDR3, 1333 MHz, je 2 GB Kapazität). Das Aufrüsten des Speichers ist relativ einfach. Nach Lösen einiger kleiner Schräubchen auf der Rückseite hat man Zugriff auf die beiden nicht bestückten Speicherslots. Die vorinstallierten 2 GB-Riegel ebenfalls auszutauschen, dürfte allerdings schwierig sein, da man das Notebook dafür teilweise demontieren muss. Sehr ärgerlich finde ich, dass bei dieser Ausstattungsvariante das Nachrüsten einer zweiten Festplatte derzeit nicht möglich ist. Es fehlt nämlich der erforderliche Festplattenrahmen, den man bisher auch nicht separat nachkaufen kann.
Software und Windows-Neuinstallation
Das vorinstallierte Windows ist leider übel zugebombt mit unnötigen bzw. unnützen Software-Dreingaben. Zu einem gewissen Grad ist das normal, beim 8951G hat Acer allerdings überzogen. Ständig nerven verschiedene Registrierungsdialoge, das System wird massiv ausgebremst. Schade für alle, die sich nicht gut genug auskennen, um den Ballast abzuwerfen oder - noch viel besser - Windows mit allen Treibern (und den wenigen nützlichen mitgelieferten Anwendungen) neu zu installieren.
Da keine Recovery-Medien mitgeliefert werden, muss man vor einer Neuinstallation im "Acer eRecovery Management" Recovery-DVDs brennen, um sich den Rückweg offen zu halten. Dafür sind vier bis fünf DVD-Rohlinge und mehrere Stunden Zeit erforderlich. Der Einfachheit halber sollte man die Möglichkeit nutzen, eine zusätzliche DVD mit Installationsdateien für Treiber und Anwendungen erstellen zu lassen.
Tipp: Statt DVDs zu brennen, kann man mit der Demo-Version von "Phantom Drive" einen virtuellen Brenner installieren, der die Wiederherstellungs-DVDs dann gleich als ISO-Images erstellt, was auch wesentlich schneller geht.
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