Habe meinen Vor-Rezensenten nicht viel hinzuzufügen. Da ich aber gerne rede, hier noch meine 50ct:
Konstruktion und Verarbeitung
Urteil: Ordentlich.
Das Gerät macht einen soliden Eindruck, aber bitte nicht mit "heavy duty" verwechseln - man sollte schon vorsichtig damit umgehen und es pfleglich behandeln. Meinem Eindruck nach sind Stürze oder Schläge durchaus gefährlich - es ist ein 100%-Plastik-Gehäuse. Positiv herausstellen möchte ich die Tastatur - sie ist flach, relativ leise und vor allem full scale, was ernsthaftes Arbeiten am Gerät ermöglicht.
Als störend, wenn auch nicht dramatisch, empfinde ich das Fehlen einer mittleren Maustaste (daran hatte ich mich einfach inzwischen gewöhnt), die mir beim Browsen fehlt. Außerdem ist das Display im Vergleich zum Rechner-Teil so schwer, dass man auf den Knien ein wenig balancieren muss, damit das Gerät kein Übergewicht bekommt. Am Schreibtisch oder im "IPad-Modus" kommt dieses Problem nicht zustande.
Was kein spezifisches Problem dieses Rechners (das machen alle so) ist, ist die Kamera. Wenn ich den Bildschirm so ausgerichtet habe, dass ich perfekt sehe, dann zeigt die Kamera meine Stirn. Ich frage mich, warum noch kein Hersteller auf die Idee gekommen ist, die Kamera um 10-15° nach unten zu korrigieren...
Bedienbarkeit
Als Laptop: Prima
Im "IPad-Modus": Akzeptabel
Mit der Einschränkung keine mittlere Maustaste (s.o.) und etwas hakeligen Maus-Gesten (z.B. Mac-Style-Zwei-Finger-Scrolling geht, aber weder so selbstverständlich und unproblematisch noch so flüssig wie beim Vorbild) ist der Rest so, wie ich es mir von einem (ultra-)portablen Gerät nicht besser wünschen kann: Einfach, intuitiv und relativ vollständig.
Als Tablet jedoch wird's meiner Ansicht nach ein wenig mühsam. Die Bildschirmtastatur ist vergleichbar mit der IPad-Tastatur, da gibt's nichts zu meckern. Im Gegensatz zum IPad kommt hier aber kein Betriebssystem/Programmsuite zum Einsatz, die speziell für diese Anwendung ausgelegt ist. Das beiligende Programm, das eine eigene Tablet-Oberfläche bereitstellt, ist eher ein Witz als eine echte Hilfe. Lediglich als Multimedia-Center lässt es sich leidlich benutzen. Zum Browsen (eingebettete IE-Anwendung) kommt es für mich nicht in Frage, weil ich den IE hasse und aus meiner Sicht Chrome auf dem Acer 1825 das beste Werkzeug hierfür ist. Firefox (Vollversion, nicht portable) ist zu ressourceninteniv (oft über 50% CPU-Auslastung! Chrome meistens bei max. 15-30). Ich sollte aber dazu sagen, dass ich ein Poweruser bin: Viele Tabs, viele Bilder, youtube, ... etc.
Zurück zum Thema: Die Software gibt wirklich komfortables Tabletting einfach nicht her. Ich überlege, was es für >Betriebssystem-Alternativen gibt. Windows 7 ist zwar klickibunti und wohl auch recht gut (soweit ich das bisher sehe), aber nicht wirklich optimierbar auf die Tablet-Verwendung.
Letzter Punkt: Performance
Gesamturteil: Ordentlich
Was man von einem Niedrigvolt-Prozessor erwarten kann, kriegt man hier. Die Akkulaufzeit bei normaler bis gehobener Auslastung liegt bei mindestens vier Stunden, acht Stunden sind bei schonendem Betrieb sicherlich drin (laut Anzeige - ich hab's noch nicht "hart" ausprobiert, es scheint mir aber plausibel anhand bisheriger Erfahrungswerte).
Ich werde bei Gelegenheit mal ein 3D-Spiel installieren und schauen, was sich rausholen lässt. Für Office-Anwendung + Browsing + Multimedia ist das Ding auch im Parallelbetrieb dieser drei Anwendungsfelder gut gewappnet (bezieht sich auf 1825PTZ-734G mit 4G RAM).
Fazit:
Ich wollte ein ultraportables Gerät, das vielseitig ist: Arbeit- und Freizeit-tauglich eben. Das habe ich bekommen, und zwar zu einem erschwinglichen Preis. Das Acer 1825PTZ-734G verbindet Performance mit Portabilität, Spaß mit Arbeit. Es ist kein One-Trick-Pony, sondern extrem vielseitig. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es die Konkurrenz auf deren eigenen Gebieten nicht schlagen kann:
1) das IPad (Spaß- und Freizeit-Tablet), was meines Erachtens vorrangig ein Software-Problem ist. Hier hätte Acer noch mehr tun können, denn die hardwareseitigen Voraussetzungen sind vorhanden.
2) Netbooks, die ab ungefähr der Hälfte des Preises zu haben sind.
3) Tablets, die optimierte Arbeitsbedingungen für diese Anwendung bieten.
4) Full-Size-Notebooks, die in Sachen Performance doch noch mehr zu bieten haben.
Bei sagen wir mal 80% der Leistung auf diesen Gebieten kann das 1825 daher mit vielen ernstzunehmenden Anwendungsmöglichkeiten auftrumpfen, die z.B. das IPad aufgrund seiner bekannten Einschränkungen schmerzlich vermissen lässt. Mein Acer kann alles gut, allerdings nichts so richtig perfekt. Wer wie ich ein vielseitiges Nischenprodukt zwischen Tablet, Netbook und Full-Size-Notebook sucht, wird hier bestens bedient.