Produktinformation
|
Das geht mit dem Opener "Kingdom Nevercome" los, der mit fast zerbrechlich wirkenden Gitarren beginnt, zu denen sich langsam Drums hinzugesellen, um schließlich mit einer brachialen Urgewalt über den Zuhörer hereinzubrechen, die sich gewaschen hat, und zieht sich über Tracks wie "Devote Yourself To Nothing" und "Neon Gardens", die mit extrem eingängigen Ohrwurmrefrains nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen sind, und "Zeitgeist (Ghost In A Machine)", einer hervorragend gelungenen, diabolischen Mischung aus Industrial und Death'n'Roll, sowie dem sehr atmosphärischen und mit leicht elegischen Passagen durchsetzten "All The Unfulfilled", hinweg, um letztendlich im atmosphärischen Speed-Monster "Myself Heretic" zu enden. Dabei kommt jeder einzelne Song mit einem ungemeinen Groove-Charakter daher, der jeden Widerstand, sich von der Musik nicht anstecken zu lassen, im Nu bricht.
Härtere Passagen wechseln sich gekonnt mit sanfteren Tönen ab. Diese laut/leise Dynamik erschafft eine Spannung, die auch auf Dauer verhindert, dass die Songs eintönig oder langweilig klingen: Das sehr modern klingende "Babylon Riots" zum Beispiel startet mit abwechselnd galoppierenden Drums und einer guten Double-Bass-Salve, um gleich in einen ruhigen Part überzugehen, welcher wiederum fließend in härtere Töne wechselt. Auch dieser Song offenbart absolute Ohrwurmmelodien, von denen es auf dieser Scheibe nur so wimmelt.
Sowohl die Gitarren als auch die Drums hämmern schlichtweg auf die Fresse, bis die Läuse aus dem Pelz fallen. Auch die stärker ins Geschehen eingreifenden, atmosphärischen Keyboards, die diesmal mehr als nur ein solides Fundament für die Gitarren liefern und sich wie ein unsichtbarer aber ständig präsenter Schleier über die Songs legen, und die eindrucksvoll variablen Vocals, die zwischen Klargesang, Growls und wie bei ENTER SHIKARI diesmal auch gelegentlich verzerrt variieren, verleihen den Songs einen wesentlich düstereren, melancholischen Eindruck und dem Sound vielfältige, angenehm facettenreiche Nuancen. Dabei sind viele Stücke im Mid- bzw. Up-Tempo-Bereich angesiedelt, was erstklassige Abgehnummern garantiert, und besticht durch dreckige, fette Riffs gepaart mit einer prägnanten Leadgitarre, was sich ganz besonders zur Halbzeit des Albums mit "10 Steps To Nausea" manifestiert.
Angesichts der Qualität, die DARK AGE mit "Acedia" abliefern, auch was die extrem fette Produktion anbelangt, fällt das Fehlen eines nennenswerten Gastmusikers - abgesehen vom Bonustrack, der nur auf der limitierten Digipack-Version erhältlich ist -, und des für die Band bereits obligatorisch gewordenen Coversongs, ganz und gar nicht ins Gewicht. Diese hätten zwar noch einmal für ein ordentliches Namedropping im Sinne der Plattenindustrie gesorgt, aber doch nur vom Wesentlichen abgelengt, denn das sind letztendlich die vorliegenden elf Highlights im Schaffen der Hamburger.
Respekt! DARK AGE haben mit diesem Album einfach alles richtig gemacht: Wer "Acedia" hört, wird sich der Atmosphäre, dem Charme, schlichtweg der Grandezza dieses Albums nicht entziehen können. Dieses Album macht süchtig! Einfach beispiellos zum Heulen phantastisch! Der Effekt der Langzeitwirkung und des zusätzlichen Entfaltungspotenzials übertrifft alle Erwartungen."
(10 von 10 Punkten)
"Acedia" - was mit "Trägheit der Seele" übersetzt werden kann- ist ein Albumtitel, der in Bezug auf die Gesellschaft wie kein zweiter in die heutige Zeit passt und den lyrischen roten Faden von Sänger Eike Freese nicht besser zusammenfassen könnte. So befasst sich der Opener "Kingdom Nevercome" beispielsweise damit, dass man Tag für Tag seinen Träumen hinterjagt, diese aber nie erreicht und daran letztendlich zerbrechen kann.
Eine der eigenständigsten Bands im harten Metal-Sektor sind die Hamburger DARK AGE ohne Zweifel. Die Band hat es nicht nötig durch ein aufgesetztes Image aufzufallen, sondern hat sich ihren guten Ruf im Laufe der letzten Jahre durch Konstanz und Fannähe hart erarbeitet. DARK AGE setzen alleine durch die Musik und die Texte Akzente. So überzeugte auch das 2008er Album "Minus Exitus" auf ganzer Linie. DARK AGE schafften es nahezu perfekt eine Balance zwischen den für sie typischen eingängigen Melodien, Härte und bewusst eingestreuten modernen elektronischen Elementen zu finden.
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|