Das AccuPower IQ-328 wird vom Anbieter "AccuShop" an anderer Stelle (seines accushop. at) als "optimaler Ersatz für die Vorgänger-Ladegeräte AccuPower IQ128 und IQ228" bezeichnet. Zu diesen findet man einige offenbar baugleiche Modelle von anderen Herstellern und Anbietern, über die man immer wieder stolpert. Daher hier zunächst mal ein kleiner Überblick über die Modellvarianten, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte:
IQ-128: Dieses wird hier bei Amazon und im Web häufig als "BC 700" (z.B. von Technoline, ELV, u.w.) angeboten oder u.a. auch als "Voltcraft IPC-1L". Die Rezensionen zu diesen Geräten hier bei Amazon sind schon sehr überzeugend und recht eindeutig, siehe z.B.
Technoline BC 700 Akku-Ladegerät schwarz.
IQ-228: Von diversen Herstellern meist als "BC 900" vertrieben. Auch unter der Bezeichnung "Voltcraft IPC-1" (ohne "L" !) erhältlich und war mal bei Computerbild in Heft 09/2006 sogar mit großem Abstand Testsieger. Wesentlicher Vorteil gegenüber dem IQ-128 ist die Option, mit höheren Ladeströmen (bis 1800 mAh) zu arbeiten. Auch zu diesen Geräten findet man insgesamt fast nur gute Kritiken, ist aber auch um einiges teurer.
IQ-328: Zu diesem existieren meines Wissens bis jetzt (Juni '11) noch keine baugleichen Varianten. Zu dessen technischen Eigenheiten komme ich gleich. Eigentlich wollte ich schon wegen der guten Rezensionen das IQ-128 (bzw. BC 700) bestellen, bis ich dann das "Nachfolgemodell" IQ-328 hier entdeckte und die beide in etwa gleich viel kosten. Scheinbar perfekt, oder?
Allerdings ist das mit dem "Nachfolgemodell" so eine Sache: Das IQ-328 hat zwar weitestgehend die gleichen hervorragenden(!) technischen Daten und Eigenschaften wie die "Vorgänger". Gegenüber dem IQ-128/BC 700 besteht sogar der große Vorteil von Ladeströmen bis zu 1800 mAh und entspricht diesbezüglich den Werten des IQ-228/BC 900. Der einzige technische Vorteil Letzterem gegenüber ist jedoch nur die höhere maximale Ladekapazität bis 3500 mAh (statt "nur" 3000 mAh beim IQ-228). Wobei an der Existenz solcher "Wunderakkus" durchaus gezweifelt werden darf, worauf viele Rezensenten an diversen Stellen bereits hinwiesen.
Das große "ABER" bei diesem sogenannten "Nachfolgemodell" IQ-328 besteht gegenüber IQ-128/BC 700 und IQ-228/BC 900 darin, dass ihm die zusätzlichen Tasten zur Schachtauswahl fehlen und sich somit die einzelnen Ladeschächte nicht mehr separat anwählen und einstellen lassen! Es gilt stattdessen für alle vier Schächte eine einzige gewählte Einstellung pro (Ent-)Ladevorgang. Man kann zunächst per "Mode"-Taste die Funktion (Laden, Entladen-Laden, Refresh, Test) wählen. Per "Current"-Taste wird anschließend der Lade- bzw. Entladestrom gleichzeitig für alle Schächte bestimmt.
(Hinweis 1: Falls man nach dem Einlegen der Akkus gar nix unternimmt, werden diese standardmäßig mit 200 mAh "nur" geladen.
Hinweis 2: Soweit ich das testen konnte und verstanden habe, gibt es noch eine - aber meines Erachtens eher wenig gebräuchliche - Option, wodurch je zwei Schächte unterschiedlich genutzt werden können. Dazu bestückt man zunächst Schacht 1 + 4 und stellt die Funktion und Ladestrom ein, z.B. "Refresh". Anschließend können dann noch Akkus in Schacht 2 + 3 gelegt werden, werden dann aber automatisch mit nur 200 mAh geladen. In diesem Fall ist keine weitere Auswahl möglich.)
Wichtig: Die Schächte werden trotzdem - genau wie bei den Vorgängermodellen - einzeln überwacht und die Ent-/Ladezyklen werden durch die Gerätesoftware individuell gesteuert! Ebenso erfolgt die individuelle Umschaltung auf Erhaltungsladung und die Temperaturkontrolle. An der guten informativen Darstellung der Akkuwerte im Display hat sich offenbar nichts geändert.
Doch dieser für mich eher unbedeutende Nachteil bringt wiederum einen großen Vorteil mit sich: Die Bedienung ist einfacher - eben eine Einstellung für alle Schächte. Und diese fehlende Option der Einzelschacht-Anwahl stellt für mich auch kein wirkliches Manko dar, da ich i.d.R. mit allen vier einzulegenden Akkus dasselbe machen möchte. Da werde ich die Möglichkeit, meine Akkus auch mal mit hohen Strömen (- 1800 mAh) zu pulsen, wohl schon eher brauchen. Und nicht zuletzt ist es eine Frage des Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Nach längerem Überlegen, ob ich das Gerät wegen der fehlenden Einzelschacht-Anwahl zurückgeben sollte, entschied ich mich, es aus besagten Gründen zu behalten. Bis jetzt habe ich diese Entscheidung nicht bereut. So erhielten einige Akkus durch das Gerät wieder beinahe die alte Leistung zurück. Und auch die Wiederbelebung von tiefentladenen Akkus, die zunächst als defekt gemeldet wurden, gelang (siehe auch die Tipps einiger anderer Rezensenten, z.B. beim Technoline BC 700). Ebenso ließ sich die (noch) vorhandene Maximalkapazität von Akkus ermitteln. Wie viele andere hier habe ich auch schon einige Akkuladegeräte ausprobiert. Nun hat das Trial-and-Error ein Ende. Denn das IQ-328 tut genau das, was ein Akkuladegerät können sollte und was ich brauche. Daher 5 Sterne.