Zunächst soll in dieser Rezension angemerkt werden, dass sich die 4 Sterne Beurteilung auf den Film an sich bezieht, jedoch ganz sicher nicht auf diesen Release aus dem Hause Lighthouse Home Entertainment. Es ist eine Frechheit, solch eine kleine Perle zwar in einer mies synchronisierten deutschen Fassung auf den Markt zu schmeissen, die original Tonspur zwar anzubieten, jedoch auf Subtitles zu verzichten. Das ist äußerst schlechter Stil und sagt meiner Meinung nach einiges über fehlende Leidenschaft zum Film und einer unausgegorenen Veröffentlichungspolitik aus. Diese Veröffentlichung verdient wenn überhaupt nur einen Stern, der Film indes brilliert und kann mit einer weit besseren Ausstattung über verschiedene Anbieter bezogen werden. Trotzdem schreibe ich hier eine Beurteilung, da der Film es verdient hätte ein größeres Publikum zu finden - der Streifen mit kantonesischer Originalspur und Untertitel!
Brain ist ein Killer. Er und seine "Mordskollegen" töten jedoch nicht konventionell, sondern verpacken ihre Anschläge in äußerst kreative Unfälle, um sich und die Tat aus dem Schussfeld der Ermittlungen zu begeben. Brain besitzt die Anführerrolle nicht umsonst. Er ist clever, rountiniert, ohne allerdings die Kontrolle aus der Hand zu geben. Er ist mißtrauisch und skeptisch, damit aber auch der Garant für den Erfolg der Mission und die Unauffälligkeit der Tat. Er achtet penibel auf das Training und die Vorbereitung und geht dabei auch nicht zimperlich mit seinen Mitverschwörern und Auftragskillern um. Nach einem weiteren, raffiniert geplanten Mordanschlag, verändert sich die Situation für Brain schlagartig. Im Laufe des Komplotts kommt einer der eigenen Männer ums Leben, scheinbar durch einen Unfall. Brain mißtraut seiner Natur entsprechend der Idee eines zufälligen Todes und verliert sich zunehmend in eine Paranoia. Der Unfall stellt sich für ihn widrum als geplanten Mord dar, der nicht einmalig bleiben soll.
Pou Soi Cheang, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur, der mit seinem nihilitischen
Dog Bite Dog so einige zu überzeugen wusste, gelang mit diesem kleinen Thriller erneut ein Volltreffer. Insbesondere die weit reifer wirkenden filmischen Herangehensweisen überzeugten mich hier auf ganzer Ebene. Die Stimmung die während der gesamten knapp 90 Minuten erzeugt wird und sich zunehmend intensiviert, die Dunkelheit und der Regen, die Fragilität des Hauptprotagonisten, machen °Accident" zu einem spannenden "runden Ding", auch wenn dramaturgisch gesehen noch einiges verbesserungswürdig erscheint. Aber Johnny To Kei-fung, der hier als Co-Produzent auftrat, ist ja auch nicht als Meister vom Himmel gefallen und leistet sich trotz seines unangezweifelten und unbestrittenen Status diesbezüglich auch kleine Fauxpas,....also Schwamm drüber. Der Film ist klasse....die DVD.....naja, hatten wir ja schon!