Die Geschichte von Mona und Joe muss man von ihrem Ende aus bewerten. Zuvor kommt einem der Erzählstrang allzu bekannt vor. Der coole Abzocker, der sich in eine missliche Lage manövriert, sich unsterblich verliebt und feststellen muss, dass er sich wie Joe Martin mit kleineren und größeren Betrügereien über Wasser hält, geht davon aus, dass er zwar den Staat zu wechseln hat, sich alle paar Wochen in einer anderen Stadt aufhalten muss, um von Hotelbesitzern nicht erkannt zu werden, aber er weiß auch, wie er schon auf dem nächsten Bahnhof in den Besitz fremder Koffer kommen kann, wenn sie auch diesmal zu seinem Leidwesen mit Stoff gefüllt sind, der auf dem Markt bei weitem das übersteigen wird, was er je in seinem Leben verdient hat. Lawrence Block ist eine Geschichte wie eine Achterbahn gelungen. Kaum glaubt sich Joe oben, ist er längst auf dem Weg nach unten. Eine unterhaltsame, abwechslungsreiche Story, deren Ende nicht verraten wird, das aber einmal mehr beweist, dass alte Geschichten neu erzählt werden können, wenn ein Autor sich darauf versteht, ihnen seinen Stempel aufzudrücken. Lawrence Blocks Helden sind allesamt Verlierer. Als sie all das erreicht haben, was sie sich ersehnt haben, müssen sie sich einreden, glücklich und zufrieden zu sein. Und so zockt das Leben sie einmal mehr ab.