Die Barockkomödie ist für unseren Geschmack etwas albern und derb, das bloße gedruckte Wort vermag kaum die komische Wirkung wiederzugeben, welche in hohem Maße von der (Stehgreif-)Kunst der Schauspieltruppe und der Interaktion mit den Zuschauern abhängig gewesen sein dürfte.Dieses Stück von Gryphius erscheint in der Tat sehr albern und blödsinnig, bietet aber sehr interessante Einblicke in das damalige Theaterleben, welches satirisch übertrieben als Stück im Stück dargestellt wird. Die Satire richtet sich dabei in der Hauptsache gegen die Derbheit einfacher Handwerker (der Truppe Rund um Peter Squentz), welche in großem Dilettantismus den Versuch unternehmen die Geschichte von "Pyramus und Thisbe" am Königshof zur Aufführung zu bringen. Der Versuch scheitert natürlich kläglich und wird zu einer Art anarchischer Slapstickkomödie, an der man durchaus auch moderne Züge erkennen kann.Dabei ist das Stück weniger als barocke Ovid-Rezeption, sondern vielmehr als Neuaufnahme der in Shakespeares "Sommernachtstraum" eingeschalteten ebenfalls lächerlich-komischen Komödienaufführung zu sehen, also als Teil deutscher Shakespeare-Rezeption und somit dramenhistorisch nicht uninteressant. Die kritische Ausgabe verzeichnet akribisch alle Varianten der verschiedenen Drucke, wovon man allerdings wenig Nutzen haben wird, und enthält außerdem ausführliche Literaturhinweise und ein sehr nützliches und informatives Nachwort. Auch als Studienausgabe ist der Band somit sehr gut zu gebrauchen. Zu empfehlen für alle, die mehr von der Barock-Literatur kennenlernen wollen als eine Hand von Sonetten.