Robert Wilsons eigenwilliger Inszenierungsstil ist oft auf ein antinaturalistisches Theater mit zeitlupenhaften Bewegungen reduziert worden. Tatsächlich ist das Phänomen Wilson - oft kopiert und kaum erreicht - schwer zu fassen.
Die vorliegende Filmdokumentation bietet immerhin eine gute Übersicht mit dem Schwerpunkt auf Biografisches. Katharina Otto-Bernstein gelingen mit ihrer dramaturgisch gekonnt konzipierten Dokumentation ungewöhnlich persönliche Einblicke in das Leben des Meisters.
Allerdings ist die mehrfach laut gewordene Kritik, dass der Wilson'schen Bilderwelt nicht genügend Zeit zur Entfaltung gegeben werde, zurecht geäußert worden. Die Ausschnitte aus vergangenen Produktionen werden, dem Zeitgeist entsprechend, zumeist auf hektisch geschnittene Momentaufnahmen reduziert - und dies bei einem Künstler, der sich so ganz der Präzision der Langsamkeit verschrieben hat. Die ebenfalls verlautete Rechtfertigung, es handele sich schließlich um einen Film über Wilson und weniger über dessen Werk, ist angesichts eines Künstlers, bei dem Leben und Werk untrennbar verbunden sind, kaum nachvollziehbar.
Trotz dieser Einschränkungen empfiehlt sich der Film für alle, die nicht nur am Werk, sondern auch an der Persönlichkeit des Künstlers interessiert sind oder sich einen Überblick über das Lebenswerk Wilsons verschaffen wollen. Besonders hervorzuheben ist die schön aufgemachte DVD-Box, in deren Design die ausgefeilte Ästhetik des Meisterregisseurs eine Entsprechung findet, sowie das umfangreiche Bonusmaterial für Wilson-Enthusiasten.