Im Gegensatz zu meinem Vorgänger finde ich diese "Single Collection" sehr gelungen und insgesamt vermitteln Garbage hier eine gute Gesamtübersicht ihrers Schaffens, die auch für Neueinsteiger gut geeignet ist. Zwar gefallen mir die beiden ersten Alben auch wesentlich besser als die letzten beiden, aber dennoch muss man anerkennen, dass sich die Band weiterentwickelt hat. Und genau hier liegt auch die Besonderheit von Garbage. Man kann sie nicht in eine Schublade stecken, da sie absolut "open minded" sind. Sie wagen sich genauso an klassischen Rock, wie auch an Punk, Pop, Wave und eben auch an diverse Electro-Richtungen bei den Remixen. Ich finde die Remixe übrigens sehr gut gelungen und von "gewollt und nicht gekonnt" kann hier wirklich nicht die Rede sein. Immerhin haben sich Garbage für die Remixe die Creme de la creme ausgesucht: Massive Attack, felix da housecat, chrystal method, todd terry, timo maas, etc. Das sind ja alles feste Größen in den Clubs. Ich kann allerdings verstehen, dass man mit den Remixen nix anfangen kann, wenn man eben nichts mit Electro-Musik am Hut hat. Für mich beweisen Garbage mit den Remixen nur einmal mehr, dass sie für alles offen sind und ihre Musik auf verschiedene Weise "funktioniert". Trotzdem muss ich sagen, dass auch ich mich mehr gefreut hätte, wenn man die 2. CD genutzt hätte um entweder die Singles vollständig zu veröffentlichen (es fehlen z.B. Subhuman, Androgyny und Breaking up the girl) oder noch besser die genialen B-Seiten als Bonus draufzumachen. Mir gefällt allerdings garnicht , dass mir dieses Album das Gefühl vermittelt das Letzte von Garbage zu sein?!
Zu den einzelnen Titeln muss ich glaube ich nichts weiter sagen, außer zu dem neuen Stück "tell me where it hurts". Das ist ein sehr eingängiger chartkompatibler Popsong bei dem alle Fans auf ihre Kosten kommen, die auch die etwas seichteren Stücke von Garbage mögen, wobei der Song weder die Tiefe von "milk", noch die melancholie von "you look so fine" hat. Wer mehr auf die rauhen gitarrenlastigen Songs steht, wird den Song wahrscheinlich recht langweilig finden. Den Remix von "It's all over but the crying" finde ich persönlich genial. Das Stück war eh schon das Highlight des letzten Albums und dieser Remix wertet den Song nochmal auf. Ein perfekter "closer" für das Lebenswerk einer Band, die viel frischen Schwung in die größtenteils sehr fade Musikszene der 90er gebracht hat. Danke Shirley, Butch, Duke und Steve. Ich bin gespannt ob, und wenn ja, wie es weitergeht.