Auch bei John le Carré gibt es gewisse Stereotypen. Dennoch: Seine Bücher und in vielen Fällen die daraus entstandenen Hörbuchproduktionen sind immer wieder ein Genuß.
In diesem Fall umspannt die Geschichte mehrere Jahrzehnte einer Freundschaft zwischen einem Briten und einem Deutschen, die sich im Berlin der 68er kennenlernen und die, natürlich bei le Carré, tief in kalte-Krieg-Spionage verstrickt werden. Obwohl die Geschichte mich nicht so zu fesseln vermochte, wie z.B. die des Dolmetschers in "Geheime Melodie", machte es dennoch Spaß ihr zu folgen. Wie immer ist le Carré sehr eloquent und läßt seiner Sprach- und Sprachen-Verliebtheit freien Lauf, ohne dabei aufdringlich oder aufgesetzt zu wirken. Gute Unterhaltung im besten Sinne des Wortes.
Achim Hoeppner gibt den Charakteren mit ebenso unaufdringlicher Professionalität Konturen. Die Idee, die einzelnen Kapitel mit den entsprechenden Anfangssätzen aus der englischen Einspielung durch den Autor zu beginnen, paßt zum Inhalt.
Insgesamt eine gelungene Umsetzung eines guten Buches, die nur die Konkurrenz durch le Carrés andere Romane in diesem Genre fürchten muß.