Paul Weller erwähnte erst kürzlich in einem Interview, dass es diesem Film an Atmosphäre fehlt. Und genau damit hat er recht. Allein das Staraufgebot, die beteiligten Musiker und die einmalige Romanvorlage von Colin Macinnes hätten einen Meilenstein des britischen Films generieren können. Leider setzte der Regisseur zu sehr auf schrille Farben, Hektik und Effekte, anstatt die Hauptfigur stärker in Szene zu setzen und auf den guten alten Schwarzweissfilm zurückzugreifen, um atmosphärische Dichte zu erzeugen. Es stellt sich außerdem die Frage nach der inhaltlichen Schwerpunktsetzung - der Roman liefert schließlich sehr viele inhaltliche Aspekte: Teenagerhype, Jugendkultur, Generationenkonflikt, Rassenunruhen, Musik und Lifestyle, Liebe - hier hätte Julien Temple Farbe bekennen müssen, anstatt alles einfach in einem bunten Schmelztiegel zusammenzumischen. Insgesamt 4 (wohlwollende) Sterne für ein musikalisches Meisterwerk dank des begnadeten Jazzmusikers Gil Evans und des persönlichen Stellenwertes des Films in meiner Biographie, da ich über den Film zum Buch kam. Und das ist wiederum eine Klasse für sich!