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Abschiedssymphonie
 
 
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Abschiedssymphonie [Gebundene Ausgabe]

Edmund White
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Kindler Verlag GmbH (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3463403196
  • ISBN-13: 978-3463403199
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 802.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieses letzte von Whites Büchern gehört meines Erachtens zu den wichtigsten und zugleich aufrichtigsten literarischen Zeugnissen, die sich offen, witzig ohne jegliche romantische Verklärtheit mit dem Thema Homosexualität auseiandersetzen. Unbestritten hat der Großteil seines anderen Romane seinen Platz im Kanon der Schwulenliteratur, wobei es ihm in seiner "Abschiedssymphonie", wir nirgendwo anders gelingt das durchaus komplizierte, aber ebenso bunte Leben Homosexueller in den letzten dreißig Jahren facettenreich mit all seinen sich immer wieder verschiebenden Konturen nachzuzeichnen.

Überaus amüsant beschreibt er die unzähligen Begenungen mit anderen Homosexuellen, die im New York der ausgehenden sechziger und der siebziger Jahre bis hinein in die achtziger Jahre einen illustren Kreis Intellektueller bilden. Aber auch die Begenungen mit der schwulen Subkultur werden in extenso und völlig ungeschminkt mit all ihren pikanten Details in seine Erinnerungen zurückgerufen. White zeigt, daß trotz der sexuellen Freizügigkeit -die es hier nicht moralisch zu werten gilt- unter Schwulen langlebige Freundschaften existieren, die auch exzentrische Eifersüchteleien überleben.

Seine eigene Angst, sowohl als Schriftsteller, als auch als Homosexueller nicht Ernst genommen zu werden, diese Angst, durchzieht das Buch wie ein Ariadnefaden. Wenn dann Aids, mit seinen unausweichlichen Konsequenzen, nämlich den schleichenden Tod langsam in Whites Zirkel Thema wird, beginnt das Buch melancholisch zu werden, aber in einer Art, daß White nicht in eine Larmoyanz verfällt. Vielmehr dringt die tiefe Trauer, die der Autor selbst empfindet in die Seele des Lesers ein, da kaum ein Autor je zuvor mit soviel Unaufdringlichkeit, soviel Liebe und soviel Engagement dieses Thema behandelt hat.

Obgleich White nach und nach seine liebgewonnen langjährigen Freunde verliert, entdeckt er dennoch am Horizont ein kleines Wölkchen Optmismus. Die Wahl des Titels hätte treffender nicht ausfallen können. Eine Biographie von hohem literarischen Rang, die unbedingt zu empfehlen ist.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Die Erinnerungen in die Arme schließen" - zutreffender als Edmund White selbst kann man das Thema und den Ton seines autobiographischen Romans "Abschiedssymphonie" nicht benennen. Der 60-jährige Autor, in den siebziger Jahren politisch in der Schwulenbewegung aktiv, lässt in seinem Buch einen Ich-Erzähler zurückblicken auf eine bewegte und wilde Epoche schwulen Lebens. Von den Anfängen der Schwulenbewegung über die turbulenten sexuellen Exzesse der siebziger Jahre bis zum massenhaften Sterben an Aids reicht dabei die zeitliche Spanne.

Durch seine kunstvoll angewendete Verschmelzungstechnik, die White von Marcel Proust gelernt hat, durch seinen ruhigen, melancholischen und detaillierten Erzählton erreicht White in seiner "Abschiedssymphonie" eine intensive, packende Dichte, der man sich nicht entziehen kann. Liebevoll und zärtlich, ohne Selbstmitleid, erzählt er von seinen toten Freunden und zeichnet gleichzeitig das persönliche und sensible Porträt einer ganzen Ära.

Edmund White ist mit "Abschiedssymphonie", das nach "Selbstbildnis eines Jünglings" sowie "Und das schöne Zimmer war leer" den Abschluß seiner dreiteiligen, autobiographischen Romantriolgie bildet, ein erzählerisches Meisterwerk gelungen. Er schließt seine Erinnerungen in die Arme und lässt uns glücklicherweise auf eine sehr behutsame Art daran teilhaben.

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