Das vorliegende Buch ist ein Fachbuch und wendet sich an Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich in der Sterbe- und Trauerbegleitung arbeiten.
Die Themen sind breit gefächert und beschäftigen sich mit der Begleitung von Menschen und ihren Angehörigen durch die Zeit des Sterbens bis zur Trauerbegleitung der Hinterbliebenen.
II Kapitel 'Sterben ' Eine Zeit des Lebens
In diesem Kapitel erläutern die Autorinnen die Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross.
Am Phasenmodell entlang gibt es genaue Erläuterungen, Impulsfragen an den Leser, Fallbeispiele und Literarische Texte.
III Kapitel Praxis der Sterbebegleitung
In diesem Kapitel werden die Bedürfnisse der Sterbenden und des familiären, extrafamiliären und beruflichen Umfeldes beleuchtet.
Außerdem wird auf die Entstehung der Hospiz-Bewegung und der Palliativen Versorgung eingegangen.
Wieder wird das Kapitel mit literarischen Texten und Gedanken von Betroffenen abgerundet.
IV Kapitel Auseinandersetzung mit zentralen Lebensthemen kranker und sterbender
Menschen
Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel mit der Angst, der Sinnfrage, der Schuld und Hoffnung. Dabei wird die Not des Betroffenen beschrieben, mit diesen Gefühlen und Fragen umgehen zu müssen. Eingehend beschäftigt sich das Kapitel mit ''Umgang mit der Wahrheit am Krankenbett'. Es gibt zahlreiche Hinweise für die Begleitung, Eigenreflexion, sowie verwendbaren Texten.
V Kapitel Kommunikation: Mit anderen Menschen in Beziehung treten
Hier werden die Grundlagen von Kommunikation erläutert, angereichert um anwendbare Hilfen für ein gutes Gespräch.
'Ein guter Redner ist nicht soviel wert, wie ein guter Zuhörer.' Chinesische Weisheit
Dieses Kapitel ist eine theoretische Einführung in das folgende Kapitel VI.
VI Kapitel Kommunikation in der Sterbebegleitung
Das Thema Kommunikation beschäftigt sich in Kapitel VI speziell mit der Sprache Sterbender, z. Bsp. mit Symbolen 'Koffer packen'', 'Meine Uhr geht nicht richtig'' oder 'Bringt mir meine Wanderschuhe''.
Ein zweites großes Thema dieses Kapitels ist die Biographiearbeit, ihre Bedeutung beim Erinnern, die Möglichkeit der Sterbenden Lebensbilanz zu ziehen und darüber zu sprechen.
Dem Lesenden wird das Modell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson erläutert, um die Bedeutung jeder Lebensphase und der jeweiligen Erlebnisse, Erfahrungen zu bekräftigen.
'Will man verstehen, weshalb manche Menschen ein gutes, glückliches und erfülltes Alter haben und andere nicht, dann darf man das Alter nicht isoliert betrachten oder unter bloßen allgemeinen Gesichtspunkten, sondern muss es als Teil des individuellen Lebenszyklus sehen.' (PINCUS) aus diesem Buch S. 164
VII Kapitel Trauer ' Ein Gefühl des Lebens
Anhand der Trauerphasen von Kast gibt es eine Einführung in das Thema Trauer, eventuell auftretende Komplikationen der Trauer werden beschrieben.
Anhand von Fallbeispielen, Impulsfragen und Märchen/Texten wird die Trauer versinnbildlicht.
Auch in diesem Kapitel wird der Leser durch die Impulsfragen angeregt eigene Gefühle zu zulassen und zu reflektieren.
VIII Kapitel Trauerbegleitung
Zur Einleitung dieses Kapitels wird ausführlich auf die verschiedenen Umstände eines Todesfalles eingegangen. In welcher Beziehung stand der zu Begleitende zum Verstorbenen, war es ein plötzliches Ereignis oder konnte während einer längeren Sterbebegleitung schon Abschied genommen werden.
Anschließend gibt es konkrete Arbeitshinweise für die Trauerbegleitung.
Sehr interessant ist die Erläuterung von Trauerritualen. Wie wurde zu anderen Zeiten, an anderen Orten oder in anderen Religionen mit Hilfe von Ritualen Trauer bearbeitet, außerdem was tun wir heute, was ist gebräuchlich.
IX Kapitel Zum Ausklang: Sterben, Tod und Trauer in Mythen und Märchen
Ein kurzes Kapitel zum Schluss. Anhand von Märchen und Mythen wird der Umgang mit dem Tod und der Trauer beleuchtet.
Sehr wichtig an diesem Buch erscheint mir, dass es den Leser konsequent einbezieht. Aus dem Leser wird ein aktiver 'Mitdenker' und 'Mitfühler'. Man kann sich dem Thema nicht verschließen, sondern wird immer wieder aufgefordert die eigenen Gefühle zu reflektieren und sich existentiellen Fragen zu stellen.
Dies gelingt durch folgende in das Buch eingebaute Mechanismen.
Jedes Kapitel beinhaltet Impulsfragen, Fallbeispiele und literarische Texte.
Die Impulsfragen richten sich direkt an den Leser. Fordern ihn auf sich mit eigenem Erlebten, eigenen Vorstellungen und Gefühlen auseinanderzusetzen.
Die Fallbeispiele unterstreichen die Handlungshinweise. Betroffenen schildern was ihnen passiert ist, was sie sich gewünscht oder erwartet haben.
Die literarischen Texte vertiefen das jeweilige Thema Punkt genau und bieten die Gelegenheit
eigene Gefühle zu zulassen.