In einem seltsamen Trance wirken die Worte geschrieben, Notate einer Liebe, die die Wahrnehmung anstachelt. Ein Buch voller überwältigender Sehnsucht, immer wieder zur direkten Anrede übergehend, immer wieder das Geschriebene durch ein nachgesetzes "rufe ich" oder "sage ich" verstärkend. Ein Buch, das Momente festzuhalten versucht, Erinnerungen an die Liebe, Erinnerungen, die sich beim Aufschreiben auflösen. Friederike Mayröcker setzt immer wieder an mit ihren Erzählungen, der Text besteht aus hunderten von Mosaik-Absätzen, und auch in diesen stolpert sie noch über Formulierungen, deren Geschmack der Erzählung eine neue Richtung gibt. Alles befindet sich in jenem Zauber der Verliebtheit, in welchem einem alles zu Herzen geht, in welchem man grundlos weinen und lachen kann und sich von kleinsten Dingen in den Bann ziehen läßt. Oft vergißt man den Rahmen: Das Buch beginnt mit dem Ende jener Liebe - oder mit dem Anfang des Schreibens. Friederike Mayröcker schreibt auf, was nicht vergessen werden darf, um den Schmerz ertragen zu können, tausenderlei Kleinigkeiten sind Fluchtpunkte vor der Tragödie. Der Phantasienreichtum der Sprache, die Intensität, mit der Mayröcker den Worten nachspürt, ist im Deutschen seit Else Lasker-Schüler ohne gleichen. Ein zauberhaftes Buch über das Dilirium der Liebe und das tröstliche einer Trennung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)