Die Hölle ist die Familie - aber sie ist keine, die nur quält und straft, sondern eine, die den Sensiblen in einem prekären, angstvollen Schwebezustand zwischen "Aufruhr und Unterwerfung", zwischen Anziehung und Abstoßung, peinigender Nähe und unendlicher Distanz lässt. Die Nüchternheit der kurzen Sätze, in denen Weiss schreibt, kontrastiert mit den Verwirrungen, in die seine Versuche ihn treiben, aus der familiären Enge auszubrechen und schafft so ein einmaliges pointillistisches Gemälde. Ich habe den Roman als 18jähriger gelesen und war jetzt, über vierzig Jahre danach, von der erneuten Lektüre ebenso fasziniert wie damals. Für mich - neben "Marat" - das beste Werk von Peter Weiss.