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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Gegen das, was Albert von Schirnding in seiner Besprechung als "frivole Positivität" bezeichnet, geht es in diesem Buch. Das literarische Alter Ego der Autorin, schreibt Schirnding achtungsvoll, versage sich "jeden transzendentalen Trost" im Umgang mit dem Tod der Schwester. So ernst wie nie sei das und derart nah erlebt, dass der Rezensent sich die Augen reibt: ein Protokoll, ein Stück dokumentarischer Literatur? Aber nein, Schirnding atmet auf. Wohmann, schreibt er, begegne dem Phänomen Sterben und Tod mit poetischen Mitteln. Und wir lernen, "dass der Umweg über das Erzählen tiefer in die Wahrheit des zu Bewältigenden führt, als es auf der Direttissima unmittelbarer Trauer-Schreibarbeit möglich gewesen wäre."
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Kurzbeschreibung
Abschied von der Schwester basiert auf eigenen Erfahrungen und ist Gabriele Wohmanns bisher persönlichstes Buch.
Eine außergewöhnlich große Vertrautheit und Zuneigung verbindet die beiden Schwestern seit der Kindheit. Als bei der Älteren ein inoperabler Gehirntumor diagnostiziert wird, beginnt eine Zeit der Angst, des Hoffens und des Abschiednehmens. Wie vielschichtig und wechselhaft die Gefühle sind, die bei der Kranken, den Angehörigen und Freunden aufbrechen, bringt Gabriele Wohmann in verschiedenen Texten eindrucksvoll und mit ihrem ganzen erzählerischen Können zum Ausdruck. Schonung oder Konfrontation, was ist der Kranken, was einem selbst zuzumuten? Kann man Schmerz und Angst überhaupt teilen? Was bleibt, wenn nicht nur der körperliche Verfall fortschreitet, sondern sogar das Sprechen, Schreiben, Lesen unmöglich wird?
Einfühlsam beschreibt Gabriele Wohmann aber auch die vielen Momente, in denen die Schwestern wie früher völlig unerwartet gemeinsam in Lachen ausbrechen und die Erinnerungen an die Kindheit zu Inseln der Unbeschwertheit werden.