Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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71 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Integration ist kein Straßenfest, 8. November 2006
Integration erfordert Mut. Mut, zunächst einmal die Fakten wahrzunehmen. Und die lauten: Die unkontrollierte Zuwanderung von Ausländern hat in deutschen Großstädten zu katastrophalen Verhältnissen in manchen Schulen und Stadtteilen geführt. Stefan Luft, Politikwissenschaftler aus Bremen, legt in drei Abschnitten eine schonungslose, offene Analyse vor, die uns nach langen Jahren der Selbsttäuschung zeigt: Wer Zuwanderung will, muss dafür Voraussetzungen schaffen und Probleme lösen, damit die Integration in die Gesellschaft überhaupt gelingen kann.
Der erste Abschnitt beschreibt die Interessen der deutschen Wirtschaft und des türkischen Staates an Zuwanderern nach Deutschland, die eben oft keine Gastarbeiter waren, sondern auf Dauer bleiben wollten. Der zweite Abschnitt widmet sich den Problemen in Stadtteilen, die in einen Teufelskreis kippen und dort nicht wieder herauskommen: Ausländer ziehen zu Ausländern in einen Stadtteil, prägen dort den Alltag, Deutsche ziehen weg, die Mieten sinken, noch mehr Ausländer ziehen zu. Ethnische Kolonien nennt das der Fachmann und beschreibt ein Phänomen, das stigmatisierend für alle Beteiligten ist, auch die vielen Gutwilligen. Ein Beispiel dafür ist immer wieder Berlin. Im dritten Abschnitt geht es um die so genannte neue Bildungskatastrophe in Schulen, deren Schüler überwiegend nicht Deutsch als Muttersprache sprechen. Dieses Problem ist den Familien vor Ort und den Behörden bekannt, nur wurden daraus bisher keine konsequenten Folgerungen gezogen.
Der letzte Teil des Buches gibt auf die Frage, wie Integration gelingen kann, vor allem zwei Antworten: Zuwanderung muss gesteuert und begrenzt werden, und: Die Städte sollten alles daran setzen, die ethnisch-sozialen Konzentrationen nicht weiter verfestigen und voranschreiten zu lassen. Das heißt für Luft auch, Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache über das Stadtgebiet zu verteilen. Die Radikalität dieser Folgerungen zeigt, wie groß die Schwierigkeiten sind. Stefan Luft hilft dem Leser, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen. Das Buch ist nötig, weil es gegen den Strom derer schwimmt, die sich Integration häufig nur als Straßenfest mit Menschen aus vielen Nationalitäten unter Ausblendung der meisten Probleme vorstellen.
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65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Buschkowsky (SPD) nennt Lufts Buch: das Migrations-Lexikon , 8. Dezember 2006
Stefan Luft hat eines geschafft: Er und sein Buch wurden geadelt:
Der bekannteste Berliner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (Berlin-Neukölln, der Bezirk mit dem höchsten Migrantenanteil in Berlin) höchstpersönlich hat das Buch von Stefan Luft auf der Pressekonferenz in Berlin vorgestellt:
Er nannte es "Das Lexikon der Migration" und das "Migrationsalmanach", weil es das dichteste und umfassendste Buch zum Thema Zuwanderung bzw. Migration ist. Mit Dutzenden von Lesezeichen versehen, hielt Heinz Buschkowsky das Buch in die Höhe, um zu zeigen, dass er es von der ersten bis zur letzten Seite gelesen hatte. Er empfahl das Buch als PFLICHTLEKTÜRE für alle diejenigen, die sich mit dem Thema beruflich oder interessehalber auseinandersetzen.
Luft's Buch ist bemerkenswert unideologisch, listet die Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre statistisch präzise auf und zeigt Wege aus der Migrationskrise. Luft hat sehr viel Recherchearbeit in den Brennpunktbezirken Berlins hinter sich, die den praktischen Bezug zur Wirklichkeit seines Analysebuches erkennen lassen. Alle Erfahrungen der gerade in Neukölln angeschobenen neuen Migrationsprojekte auf "Graswurzel"-Ebene sind berücksichtigt worden und in die Lösungsvorschläge eingeflossen.
Da ist Arbeit für die nächsten 50 Jahre!
Multikulti ist vorbei, das weiss inzwischen jeder und es ist daher das in der Vergangenheit noch übliche Ideologiegeschrei alt-linker Journalisten zu Lufts Buch ausgeblieben. Das zeigt den Wandel der Gesellschaftsdebatte ganz besonders. Es ist beruhigend und eine Wohltat, dass die aufgelisteten Statistikzahlen und die präzise Ausarbeitung der Migrationsaufgabe nur noch die unbelehrbaren Recken der Multikulti-Ideologie aufregen, denen Lufts Buch die letzten noch wacker verteidigten Argumente der "schönen neuen Multi-Kulti"-Welt gnadenlos aus der Hand schlägt.
Wie befreiend eine ideologiefreie Debatte sein kann, wurde schon auf der Pressekonferenz erkennbar, zu der zahlreiche Vertreter aus den zuständigen Ministerien, politischen Stiftungen, Polizei, Justiz, Schuldirektoren und Quartiersmanagern erschienen waren.
Es ging den meisten nicht um Ideologie, sondern um Lösungen für den im Zentrum der Bemühungen stehenden Personenkreis: die Migranten!
Die Autorin Necla Kelek war anwesend, sie ist die Nr.1 unter den Islam- und Migrationsforschern in Deutschland. Stefan Luft hat sie oft in seinem Buch zitiert. Sie ist jetzt nicht mehr allein, die die Migrationsprobleme so schonungslos analysiert und Überzeugungsarbeit leisten muss, bemerkte sie. Necla Kelek, der oft ungerechtfertigterweise unzureichende Forschungsbasis ihrer Bücher vorgeworfen wurde, liefert Stefan Lufts Buch jetzt die statistische Unterfütterung ihrer Thesen.
Seine Thesen nämlich könne sie so unterschreiben, so Frau Kelek.
Was für ein Befreiungsschlag!
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55 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wege aus der Integrationskrise, 19. Oktober 2006
In vielen deutschen Städten haben sich seit Beginn der 1970er Jahre ethnische Kolonien gebildet. Entstanden im Zuge der Anwerbung der Gastarbeiter, erwiesen sie sich zunehmend nicht als Durchgangsstation, sondern als Sackgasse: Die dort lebenden Zuwanderer blieben weitgehend unter sich. Anlass, die deutsche Sprache zu erlernen, gab es dort nicht. Schulisches Scheitern stand häufig am Anfang des Weges in Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeabhängigkeit und Kriminalität. Die deutsche Ausländerpolitik der 70er und 80er Jahre setzte auf die Bewahrung der kulturellen Identität der Zuwanderer. Damit hat sie die desintegrierenden Auswirkungen der ethnischen Kolonien eher gefördert. Milliardenschwere Sprach- und Integrationsangebote erzielten nicht die beabsichtigte Wirkung. Das Konzept des Multikulturalismus bestärkte darüber hinaus jene unter den Zuwanderern, die bewusst auf Abgrenzung und Absonderung setzten.
Nach Ausländerpolitik in Deutschland bietet Stefan Luft in seinem neuen Buch einen illusionslosen Blick auf die Wirklichkeit. Er belegt an Hand von Statistiken über die Schulabschlüsse, die Startchancen der jungen Menschen und die Folgen, die sich aus ungenügender Ausbildung und Bildung ergeben. Der Blick zurück ist wichtig, er zeigt, wie es begann, wie aus einigen Gastarbeitern ethnische Kolonien entstanden sind und welche Interessen die Türkei dabei verfolgte. An Hand des konkreten Beispiels Berlin wird die Problematik verdeutlicht. Es entwickelt sich eine Eigendynamik, aus der es für die jungen Menschen ein immer geringeres Entrinnen mit immer geringeren Chancen gibt. Die Barrieren für eine Integration werden zunehmend verbaut. Die Idee der multikulturellen Gesellschaft sieht Luft an Hand der Entwicklung und der Ausweglosigkeit in der sich die nachwachsende Generation befindet als eindeutig gescheitert an. Deshalb belegt er wie wichtig der schwierige Abschied aus dem Multikulturalismus ist und zeigt Wege aus der Integrationskrise auf. Das bedeutet u. a. mehr Bildung und das Schaffen der Voraussetzungen dafür, Begrenzung der Zuwanderung, alle auch die Zuwanderer in eine größere Verantwortung zu stellen und die Missstände im Ausländerrecht zu beseitigen.
Luft verzichtet auf jede Polemik und jede ideologische Voreingenommenheit, er analysiert die Situation sachlich und zieht realistische Schlussfolgerungen. Ein Buch, das notwendiger denn je ist. Wenn jetzt die richtigen Maßnahmen versäumt werden, kann der innere Frieden in Europa gefährdet sein.
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