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Abschied von Gülsary
 
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Abschied von Gülsary [Taschenbuch]

Tschingis Aitmatow
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 9., Aufl. (1. Januar 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293200168
  • ISBN-13: 978-3293200166
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 109.545 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

?ingiz Ajtmatov
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der alte Tanabai ist mit seinem Hengst Gülsary auf dem nächtlichen Heimweg in die kirgisischen Berge. Nach einem stürmischen Leben wird dies ihr letzter Gang.Beide sind müde geworden. Wie an Stationen eines Kreuzwegs brechen die Bilder der Vergangenheit hervor, die hitzigen Jahre des Aufbaus und des Weltkriegs, als die Steppe urbar gemacht und aus den Trümmern eine neue Welt aufgebaut wurde. Erinnerungen an ihre Feste, an die Reiterspiele, in denen sie gemeinsam siegten, an ihre großen und kleinen Romanzen. Und dann die Stationen des Abstiegs, der Enttäuschungen, der verständnislosen Funktionäre, die den Prachthengst an die Leine legten und seinen Reiter in die Berge schickten.Aitmatow hat in diesem Roman der Kraft, der Klage und Sehnsucht des Individuums Sprache verliehen, das den Gang der Geschichte in seine Hand nimmt und wieder ihr Opfer wird.

Autorenporträt

Tschingis Aitmatow arbeitete als Veterinärmediziner auf dem Experimentiergut des Viehzuchtforschungsinstituts von Kirgisien. Er hatte bereits einige kleinere Erzählungen veröffentlicht und absolvierte 1956 ein Praktikum am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Als Diplomarbeit verfaßte er eine Geschichte, gab ihr den Titel "Dshamilja", und seither geht sie um die ganze Welt.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Mann, ein Pferd, ein Leben 21. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der "Abschied von Gülsary" ist ein Erinnern an eine vergangene Zeit, die Frühzeit des Kommunismus in der Sowjetunion. Aber mehr noch ist es eine Lebenserinnerung. Es ist die Erinnerung eines alten Mannes an sein bewegtes Leben in Kirgisien, der Heimat des Autors Tschingis Aitmatow - und die Erinnerung eines Pferdes, Gülsary, an sein nicht minder bewegtes Leben. Nicht umsonst ist Gülsary, nicht der Mensch, die Hauptfigur des Romans und natürlich auch der Titelheld. Von seiner Geburt an wird Gülsary, wegen seines Aussehens, seiner Gangart und nicht zuletzt seines Charakters zu einer Besonderheit, zu einer Kostbarkeit, die auch oder gerade das kommunistische System nur hochgestellten Persönlichkeiten gestattet. Wie kein anderer Autor versteht es Aitmatow Tiere als liebenswerte Charaktere zu beschreiben, mit denen der Leser mitleidet und - am Ende - trauert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Anhand der Lebensgeschichte des Hengstes Gülsary, des Paßgängers, die aufs engste verwoben ist mit den letzten Lebensjahren des kirgisischen Pferdehirten Tanabai, erfährt der Leser nicht nur sehr viel über das anstrengende Leben der Hirten, sondern auch in einer für mich geradezu beeindruckenden Offenheit liest er die Abrechnung Aitmatows mit den Lügen und Phrasen des Kommunismus. Ich habe das Buch mehrfach gelesen und jedesmal frage ich mich, wie es möglich war, dass Aitmatow so massive Kritik an der zwangsläufigen Lotterwirtschaft des Kommunismus, dem selbstherrlichen Gebaren der Funktionärskaste und dem bitterarmen Leben der Kirgisen üben konnte. Selbst die Jugend macht der alten Generation Vorwürfe in Person eines Tanabai zugeordneten Hütejungen, der das erbärmliche Leben ablehnt und es ihm vorwirft. Interessant auch der Gedanke Tanabais, dass es ihm selbst als Soldat an der Front in Österreich und der Slowakei besser gegangen sei, konnte man doch damals mit amerikanischen Studebakers herumkutschieren und hatte gehofft, dass nach dem Sieg alles besser werden würde. Stattdessen leben sie jetzt in bitterster Armut, haben z. B. kein Recht, Schafwolle zur Herstellung von dringend benötigten Jurten zu behalten, sondern müssen alles abliefern (Planerfüllung um jeden Preis). Die Funktionäre sehen nur ihren eigenen Vorteil, reden von Gott und der Welt, nur nicht über die Probleme der Menschen im Kolchos und die Jugend lernt, dass man mit willfährigem Gebaren weiter kommt als mit "aufopferunsvoller Arbeit".
Beeindruckend auch die Naturverbundenheit der Menschen und ihr Respekt vor der Natur und ihre unglaubliche Opferbereitschaft. All das läßt jedoch langsam aber stetig nach, denn die zunehmende Entrechtung stumpft ab.
Schließlich wird Tanabai per Parteibeschluß eine Herde Mutterschafe angetragen. Durch den strengen Winter und dem Nichtvorhandensein von geeigneten Unterkünften erfrieren die meisten Lämmer, ein unglaublicher Verlust, der dem Desinteresse und der Lotterwirtschaft zuzuschreiben sind. Tanabai sieht das jedoch weniger mit den Augen eines Ökonoms, sondern er verzwiefelt schier an der Gleichgültigkeit der Menschen der Natur gegenüber. Wer Kirgistan und seine Berge (über 4000 m hohe Pässe) kennt, ahnt wie schlimm ein Winter in Eis und Schnee sein kann. Aitmatow versteht es meisterhaft, anhand der Lebensgeschichte aufzuzeigen, dass entrechtete und besitzlose Menschen keine Verantwortung mehr für sich selbst übernehmen KÖNNEN. Wer nicht das Recht hat, etwas zu entscheiden, entscheidet eben nichts mehr, auch wenn er quasi über die Probleme stolpert. Und wer dennoch nachdenkt, eckt überall an, so wie Tanabai.
Sehr gelungen auch die Übersetzung von Leo Hornung! Übersetzungen von Friedrich Hitzer wirken zuweilen etwas hölzern.
Ich bin nach wie vor platt über die Offenheit Aitmatows, paßt sie doch überhaupt nicht in das Klischee über die ehemalige Sowjetunion. Wer mehr darüber wiessen will, sollte unbedingt auch Aitmatows Buch "Kindheit in Kirgistan" lesen.
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Mensch und Tier 13. April 2012
Von trojafan
Format:Taschenbuch
Als der kirgisische Hirte Tanabai Abschied von seinem sterbenden Pferd nehmen muss, denkt er über die schwere Zeit nach dem 2. Weltkrieg, über die politischen Probleme, die Lage im Kolchos und über das eigene Leben nach.

Meisterhaft geschrieben, voll poetischer Kraft, handelt es sich um eine der schönsten Geschichten, die ich kenne.

Keiner schreibt so schön wie Tschingis Aitmatow.
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