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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der beste Familienroman seit Franzens "Korrekturen" !, 25. März 2005
Der Roman „Abschied von Chautauqua" von Stewart O`Nan beschreibt, wie die Familie Maxwell Abschied von ihrem Sommerhaus im Staate New York nimmt, da es verkauft werden soll.Nachdem Henry gestorben ist, reist seine Witwe Emily zum letzten Mal mit ihrer Familie nach Chautauqua. Das Sommerhaus, seit Generationen im Besitz der Familie, wird so Schauplatz eines Familientreffens, das von Erinnerungen an vergangene Sommer und den Beziehungen zwischen den Anwesenden (und auch Abwesenden) beherrscht wird. Jedes der Familienmitglieder hat seine eigenen Sorgen und Probleme: Ken, Emilys Sohn, hat gerade seine grossen Träume als Fotograf aufgegeben und arbeitet nun in einer Firma, wo er die Urlaubserinnerungen anderer Familien, aufgenommen von Hobbyfotografen, entwickelt. Die Ehe mit seiner Frau Lise kriselt. Außerdem reisen ihre beiden Kinder mit, Sam und Ella, jedes der Kinder befrachtet mit eigenen Problemen. Meg, Kens Schwester, leidet noch unter der gerade vollzogenen Scheidung von Jeff, ihrem Exmann, und einer überstandenen Alkoholsucht. Auch ihre beiden Kinder, Justin und Sarah, leiden sehr unter der Trennung von ihrem Vater. Als letztes ist Arlene mit von der Partie, Henrys Schwester und Emilys Schwägerin. Sie steht nun, ähnlich wie Emily, vor der letzten Phase ihres Lebens. Arlene vermisst irgendwas in ihrem Leben, hat sie dieses doch als unverheiratete Lehrerin verbracht. Beschrieben werden ganz alltägliche Situationen, die die Familie während dieses Urlaubs erlebt: Ausflüge zu den Niagara Falls, Grillabende, Besuche auf Golfplätzen und in Restaurants und zum Schluss ein grosses Feuerwerk, das zugleich Abschied von den Ferien und von Chautauqua ist. Nichts „Grossartiges" geschieht, allein aus dem Miteinander der Personen entsteht ein Panorama der Familie, zusammengesetzt aus den Gedanken und Gesprächen der einzelnen Familienmitglieder. Und vor allem aus den Erinnerungen, die jeder an die vermeintlich glücklichere Vergangenheit, an den verstorbenen Henry und an frühere Urlaube in dem Sommerhaus hat. Das Buch ist aufgeteilt in acht Kapitel, für jeden Tag dieser Woche im Sommer eines. Dann gibt es wiederum kleinere Unterkapitel, die jeweils aus der Sicht einer der Personen beschreiben, was die jeweilige Person erlebt und wie sich die Beziehungen untereinander entwickeln. Allerdings wird es nicht in der ersten Person Singular beschrieben, sondern die Person steht nur im Mittelpunkt, der Erzähler bleibt immer auktorial. Für mich beweist dieser Roman, wie O`Nan ohne Effekthascherei und nur durch die Darstellung des ganz „normalen" Lebens es schafft, den Alltag und die Probleme des Menschen auf eine universelle und faszinierende Weise vor dem Leser auszubreiten, der, nachdem er in den Sog dieser Geschichte geraten ist, nur schwer von der Familie Maxwell Abschied zu nehmen vermag. Auf jeden Fall der beste amerikanische Familienroman seit Franzens „Korrekturen" !
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