"Abschied ohne Wiederkehr?" ist hauptsächlich eine Zusammenstellung von Geschichten in Bezug auf das Leben nach dem Tod aus allem möglichen Büchern und Zeitschriften. Um das Übersinnliche zu "beweisen", unternimmt der Autor auch Abstecher in alle möglichen Bereiche der Parapsychologie wie Telepathie, Teleportation, Materialisation, Hellsehen, Reinkarnation usw. Jedoch sobald es um höhere Bereiche der Geisterwelt geht, scheitert er: Das mit Abstand schlechteste Kapitel ist das über Vatermedien. Wer dieses Buch kauft, um etwas über Gott und wahrhaftigen Glauben - also Glaube jenseits von gut und böse - zu erfahren, der wird nicht gut bedient. Ansonsten ist das Buch weitgehend spannend und unterhaltsam zu lesen. Empirisch wissenschaftlich ist es allerdings nicht, obwohl es das zu sein versucht oder vorgibt.
Wie auch in seinen anderen Büchern übernimmt Rudolf Passian oftmals zuwenig kritisch Inhalte, ohne die Quellen zu überprüfen (oder überhaupt überprüfen zu können), und kommt zu Schlußfolgerungen - etwa dass Telepathie und der Astralkörper unwiderlegbar beweisen seien - die sich bei eine Überprüfung als falsch herausstellen. Zudem wurde das Buch in den 1980ern geschrieben und ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit.
Die eigentliche Motivation des Autors ist, seine Leser über ein Leben nach dem Tod zu informieren, damit sie ein gutes - christliches - Leben führen. Dies macht er mit Seriosität und Anstand. Man kann das was gesagt wird glauben oder nicht, dies hängt von der Glaubwürdigkeit der Zeugen ab; einen Beweis nach den Methoden der Naturwissenschaft für die Existenz des Jenseits läßt sich aus dem einfachen Grund nicht führen, weil sich das Jenseits im Übersinnlichen befindet, die materialistische oder empirische Naturwissenschaft sich aber auf das sinnlich Erfahrbare begrenzt. Passian hätte besser getan, den Menschen klarzumachen, dass auch Wissenschaft jenseits des sinnlich Erfahrbaren möglich ist, aber Ansätze zu dieser höheren Wissenschaft werden von ihm nur rudimentär vermittelt.
Wer schon an das Jenseits glaubt, der wird durch dieses Buch im Glauben daran bestärkt; aber wer das nicht tut, den wird dieses Buch wahrscheinlich auch nicht überzeugen.