Als die Tochter am Sterbebett ihres Vaters auf dessen Leben zurückblickt wird ihr bewusst, dass sie nicht nur von einem schwer kranken Mann Abschied nimmt, sondern auch von einem Vater, der ihr, durch seinen Optimismus und seine Sorglosigkeit, eine unbeschwerte Kindheit und Jugend ermöglichte. Angst überkommt die junge Frau, Angst vor dem "Nicht-Loslassen-Können" und da beginnt sie sich an einige Stationen ihres gemeinsamen Lebens zu erinnern und realisiert den Rollentausch, den die Vater-Tochter-Beziehung, durch die Krankheit des Vaters, durchgemacht hat - zum Schluss war sie es, die sich um ihn kümmerte, wie er es früher für sie getan hatte. Nach einem langen Spaziergang durch die Vergangenheit bewältigt sie ihre Trauer und den Schmerz durch die Erinnerung, in der ihr Vater für sie lebendig bleibt und sie lässt los. Bärbel Schröder gelingt es auf unglaublich authentische und liebevolle Art und Weise eine Geschichte vom Abschiednehmen zu erzählen.