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Heutzutage, da selbst ein Kind ein Schiff heil über den Atlantik schippern könnte, ist der wortkarge Alte lediglich noch eine Art nautisches Fossil. Verdammt dazu, als lächerlicher Traumschiffkapitän die "Otto Hahn" zum Verschrotten nach Durban, Südafrika zu überführen. Mit an Bord, Lothar-Günther Buchheim, ehemals Kriegsberichterstatter und langjähriger Weggefährte des früheren U-Bootkapitäns. Beide Männer ahnen: Dies wird ihre letzte gemeinsame Fahrt werden.
Eigentlich, so der Autor, müssten seine Werke Logbücher genannt werden und nicht Romane. Da aber ungenaue Logbücher nichts wert sind, dient die lange Fahrt den Protagonisten zur Aufarbeitung unzähliger offener Fragen. In langen nächtlichen Gesprächen, die die Schrecken des fürchterlichen U-Bootkrieges noch einmal streifen, gelangen sie schließlich übereinstimmend zu einer düsteren Bestandsaufnahme der Gegenwart.
Symbol hierfür ist die "Otto Hahn" selbst, das einzige Nuklearschiff unter deutscher Flagge, eine Monstrosität auf ihrem Weg in die Abwrackwerft. Nichts an ihr erinnert mehr an die großen Zeiten der Seefahrt. Stewardessen, "herausgeputzt wie Damen aus der Herbertstraße", servieren Häppchen, während im Maschinenraum, einer irrsinnigen Gegenwelt, der Wahnsinn namens Schlendrian Regie führt. Buchheims Beobachtungen menschlicher Unzulänglichkeit in diesem absurden schwimmenden Atomkraftwerk dienen ihm zur messerscharfen Beweisführung über die Unbeherrschbarkeit nuklearer Kräfte -- für ihn eine tickende Zeitbombe.
"Hat sich eben allerhand geändert, seitdem du das letzte mal an Bord warst", konstatiert der Alte resigniert. Ein grandioser Abschiedschoral von der Seefahrt und den vielen Männern, die die ewige See nicht mehr zurückgibt. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Abschied von einer Trilogie, die keine ist.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Abschied: Roman (Gebundene Ausgabe)
Buchheim schafft es wieder einmal wie in "Das Boot" und "Die Festung" sowie seinen dokumentierten Bildbänden, mich in den Bann seiner Erzählung zu ziehen. Auch in diesem Buch finden sich seine großartigen Beschreibungen von Objekten, der Szenerie, den Gefühlen und den handelnden Personen.Die Geschichte ist tatsächlich eine Art Abschied von Buchheims in den zuvor erwähnten Romanen beschriebenen Lebensabschnitten und rundet die Werke teilweise ab bzw beschließt sie endgültig, sofern man sie als zusammenhängend betrachtet. Aus diesem Grund habe ich "Der Abschied" mit Begeisterung gelesen und bin in meinen Erwartungen nicht enttäuscht worden. Ich vergebe allerdings deshalb nur vier Sterne, weil ich der Meinung bin, daß man mit dem Buch, ohne die Vorgeschichte(n) Buchheims zu kennen, nicht viel anfangen kann. Die Figur des "Alten", wie auch andere Persönlichkeiten aus "Das Boot" oder "Die Festung" werden nicht mehr wirklich herausgearbeitet, vielmehr setzt Buchheim auf bereits Geschriebenem auf. Ebenso werden ansatzlos Rückblicke und Seitenhiebe auf Ereignisse und Personen gemacht, die ohne Kenntnis der anderen Bände wie aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen müssen. Wer "Das Boot" und "Die Festung" aufgrund Buchheims Schreibstil geliebt hat und über dort angerissene und offen gebliebene Geschichten bruchstückhaft in eine Rahmenhandlung eingebettet, mehr wissen will, der ist mit "Der Abschied" gut bedient. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Die Luft ist raus,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Abschied (Taschenbuch)
Zur Handlung:Der Autor beschreibt hier seine zweite Fahrt mit seinem ehemaligen U-Boot-Kommandanten (("Der Alte")/ Lehmann-Willenbrock) auf dem Atomschiff Otto Hahn. Die Seereise nach Durban bildet dabei lediglich einen Rahmen. Kern der Handlung sind die Erinnerungen der beiden Protagonisten an die Endphase des WWII und die Nachkriegszeit. Das Buch bildet den Abschluss einer Trilogie, angefangen mit dem reportageähnlichen "Das Boot" über den U-Boot-Krieg und dessen Fortsetzung, "Die Festung", die sich vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs 1944 in Frankreich abspielt. Sinn: Einerseits: Buchheim will "offene" Fragen klären. Das Buch nimmt dabei direkt Bezug auf "Die Festung" und führt das ganze zu einem Ende, da ja der Verbleib des "Alten" in der "Festung" unklar ist. Auf das "Boot" nimmt er nur indirekt bezug, bzw. mehr auf Fragen des U-Boot-Krieges im allgemeinen. Andererseits: Als Rahmen verarbeitet der Autor seine Erfahrungen mit dem in seinen Augen bizarren Atomschiff und dem Leben an Bord. Dass er als de facto Rentner mit dem modernen Leben an Bord nicht zurechtkommt, verschweigt er nicht und auch nicht seine anfängliche Distanz und seine spätere Abneigung. Stil Buchheim schreibt manchmal sehr subtil und ironisch und das macht das Buch stellenweise sehr lesbar. Längere Passagen ermüden aber und ob die Darstellung des Atomreaktors gelungen ist, da kann man darüber streiten. Sicher aber nicht so mitreißend geschrieben wie das "Boot". Wertung Irgendwie musste er ja die ganze Story von dem "Alten" zu Ende bringen. Anfänglich liest sich das noch sehr interessant, v.a. was die turbulenten Jahre nach dem Krieg betrifft. Aber: Es fehlt irgendetwas. Ein anderer Rezensent hat den mangelnden Bezug zum "Boot" (Stichwort Gibraltar) angesprochen und dem ist zuzustimmen. Das Verhältnis mit Simone wirkt störend und es kommt auch wirklich nichts dabei raus. Und die Altherrensicht ist manchmal etwas übertrieben. So ab der Hälfte des Buches geht jegliche Spannung verloren. Fazit Wer "Boot"/"Festung" gelesen hat, kann und soll zugreifen. Ohne Kenntnis der beiden Bücher, versteht man das ganze nur bedingt. Vom Leseerlebnis her aber schwächer als die beiden Vorgänger. Einsteiger sollten lieber beim "Boot" beginnen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Abgesang von absurder Vergangenheit und absurder Zukunft.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Abschied: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vor dem Hintergrund der letzten Seefahrt auf Deutschlands absurdester Schiffshybride, dem Nuklearschiff "Otto Hahn" schließt Buchheim sozusagen den Kreis im Zwiegespräch mit dem "Alten", der auf dessen U-Boot begonnen wurde. Wiederum wird durch Buchheim's fast schon sichtbarer und ausdrucksstarken Sprache die absurde Situation an Bord eines nur noch von der seinerzeitigen Fortschrittsgläubigkeit in Fahrt gehaltenen Schiffes deutlich. Eines Schiffes, das damals schon seine Zukunft hinter sich hat. Dazu im Gegensatz kauen die beiden Männer noch immer an der Faszination und dem Trauma einer ebenso absurden Vergangenheit, die sie nicht loslässt und in der sie nicht gelernt haben ihre wahren Gefühle zu offenbaren. Für Freunde von Buchheim's plastischem Schreibstil ein lesenswertes und abschließendes Buch.
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