Abraham Lincoln und Vampire? Genau das dachte ich auch, als ich irgendwie bei Amazon auf Seth Grahame-Smiths Buch gestoßen bin (... den Empfehlungen sei Dank). Zwar war keine Rezension vorhanden, aber das Cover hat Lust auf das Buch gemacht (die Rückseite des Covers verrät dann noch mehr in welche Richtung das alles geht). Aber nun zu den "Fakten".
Seth Grahame-Smith präsentiert Ihnen in seinem Buch "Abraham Lincoln: Vampire Hunter" eine alternative Version der Lincoln-Biographie. Auch hier wird Lincoln als einer der wichtigsten Präsidenten der USA dargestellt, aber eben auch als einer der bedeutensten Vampirjäger seiner Zeit.
Schon zu Kindertagen wird das Leben des jungen Lincoln massiv durch den Einfluss der Vampire in den noch jungen Vereinigten Staaten geprägt.
Diesem Einfluss verfolgt Seth Grahame-Smith anhand lange verschollener geheimer Tagebücher Lincolns. Praktisch von der Geburt Lincoln bis zu seinem Tod.
Im Laufe des Buchs wird deutlich, dass ... die Geschichte der Vereinigten Staaten massiv durch Vampire geprägt und mitbestimmt wurde (und wird?) ... der Krieg zwischen den Nord- und den Südstaaten ein Krieg gegen die Vampire war ... Lincoln nicht nur mit Worten gut umgehen konnte, sondern auch schnell bei der Sache war, wenn der eine oder andere Vampir geköpft werden musste ...
Seth Grahame-Smiths Buch ist kurzweilig und intelligent geschrieben. Anhand eines spannenden Auftakts führt der Autor seine Leser in die Geschichte der (angeblich) geheimen Lincoln-Tagebücher ein. Anhand von Auszügen aus den Memoiren Lincols baut Grahame-Smiths seine Geschichte auf. Schon bald weiß man nicht mehr, was denn nun Fakt, was Fiktion ist. Unterstützt wird das alles (sehr passend) durch historische Fotos (die, wie man Ende des Buches indirekt erfährt, wohl "photogeshoppt" wurden). Ein Abgleich mit den Originalen wäre hier sicher interessant.
"Abraham Lincoln: Vampire Hunter" ist ein innovativer und wirklich gelungener Versuch, dem Vampire-Genre durch die Verknüpfung mit historischen Ereignissen neues Leben einzuhauchen. Neben der Spannung hat das durchaus auch (indirekten) Bildungsgehalt: Wohl kaum ein Leser (vielleicht wirkliche Kenner der Materie) wird unterscheiden können, was denn nun stimmt und was nicht. Folglich dürfte bei dem ein oder anderen Leser als eines der nächsten Bücher eine Lincoln-Biographie auf dem Literaturmenü stehen. Vielleicht stimmt ja doch mehr, als man denkt... ;-)
Kaufempfehlung (der Preis stimmt zudem) & Lesetipp für die Winterabende!