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Abraham Lincoln: Begründer des modernen Amerika
 
 
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Abraham Lincoln: Begründer des modernen Amerika [Gebundene Ausgabe]

Ronald D. Gerste
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Pustet, Regensburg; Auflage: 1., Aufl. (10. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791721305
  • ISBN-13: 978-3791721309
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 603.438 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ronald D. Gerste
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Abraham Lincoln (1809-1865) war einer der populärsten Präsidenten Amerikas: Er führte die Nordstaaten durch den Bürgerkrieg und setzte sich für die Sklavenbefreiung ein; unter seiner Regierung schlugen die USA den Weg zum zentralregierten, modernen Industriestaat ein. Nun liegt eine aktuelle, spannend geschriebene Biografie des Staatsmannes vor.Ronald D. Gerste beschreibt Lincolns Weg vom armen Farmersohn zu einem der bedeutendsten Präsidenten bis hin zu seinem tragischen Ende in der Theaterloge. Der Autor versteht es hervorragend, dem Leser die außergewöhnliche Persönlichkeit Abraham Lincolns nahe zu bringen.

Über den Autor

Ronald D. Gerste, Dr. phil., Dr. med., geb. 1957 in Magdeburg, ist Arzt und Historiker. Er lebt heute als Buchautor und Wissenschaftskorrespondent in Washington D.C., schreibt u. a. für die Neue Zürcher Zei-tung und die ZEIT.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht John F. Kennedy, nicht Franklin D. Roosevelt und auch nicht Nationalheld George Washington erfreuen sich in der öffentlichen Meinung der Amerikaner derartiger Beliebtheit, wie Abraham Lincoln, dessen historisch bedeutsame Rolle und tragisches Ableben ihm in fast sämtlichen Umfragen zum beliebtesten und bedeutendsten US-Präsidenten erheben. Er war der Mann der die Sklaverei beendete, der die USA in das Industriezeitalter führte und den Zerfall der Nation verhinderte, dabei jedoch einen verlustreichen Bürgerkrieg führen musste, der Narben auf der amerikanischen Seele hinterlassen hat.

Wäre der am 12. Februar 1809 im heutigen Kentucky geborene Lincoln nicht in diesen turbulenten Krisenzeiten gewohnt, die Geschichte hätte ihn womöglich vergessen und selbst wenn er Präsident geworden wäre, eher an die Korruption seiner Administration erinnert, an der die First Lady Mary Todd Lincoln schuld war, als and den großen Redner, der sich als Prärieanwalt den Namen "Honest Abe" verdient hatte. Als Sohn eines Farmers und Pioniers, der an der Frontier versuchte sein Leben zu bestreiten, besuchte der junge Lincoln die Schule nur unregelmäßig. Doch nach dem Tod seiner Mutter kam er durch die zweite Frau seines Vaters Thomas Lincoln, erstmals in Kontakt mit Literatur, die er zu verschlingen begann. Der für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich große und hagere Lincoln tat sich jedoch nicht nur als hervorragender Geschichtenerzähler und nachdenklicher junger Mann hervor, sondern auch als kräftiger Holzfäller.

Der aus einfachsten Verhältnissen stammende Lincoln, verkörperte Pioniergeist und autodidaktische Ambitionen und verdiente sich später als Kaufmann, Landvermesser, Posthalter, Flößer und Miliz-Captain im Feldzug gegen die Sauk-Indianer unter Häuptling Black Hawk. Aufgrund seines Rede-Talents wurde Abe von Freunden auch dazu angestachelt, sich 1832 um einen Sitz im Repräsentantenhaus von Illinois zu bewerben, wohin es ihn schließlich verschlagen hat. Als überzeugter Abolitionist und Mitglied der liberal-konservativen Whigs gelang es ihm sich durchzusetzen und mit Forderungen nach einer Verbesserung der Verkehrswege und des Schulwesens zu punkten. Mit Hilfe seines Freundes John Todd Stuart begann Lincoln schließlich seine Ausbildung zum Advokaten, was damals nur von einer Prüfung abhängig war und so reichten Selbststudium der Fachliteratur und eine Lehre bei einem ansässigen Rechtsanwalt aus, um eine juristische Karriere einzuschlagen.

Doch den Abolitionisten, welche die Sklaverei als barbarisch anerkannten und auf ihre Abschaffung drängten, wehte ein eisiger Wind entgegen, der vor allem von den sklavenhaltenden Staaten im Süden heraufzog. Es sollte die Sklaven-Frage sein, die Lincolns gesamtes politisches Leben überschattete und jene Sprengkraft entwickelte, die schließlich die Abspaltung des Südstaaten und den Ausbruch des Bürgerkrieges möglich machte. Auf Seiten der damaligen Demokraten, allem voran Lincolns Nemesis Stephen A. Douglas, wurde propagiert, dass die Aufhebung der Sklaverei die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindern würde, denn freie Sklaven würden Weißen ihre Jobs und Frauen rauben. Schlussendlich hätte eine Abschaffung der Sklaverei vor allem die Wirtschaftsgrundlage der Südstaaten zerstört, wo Großgrundbesitzer gegen abolitionistische Bestrebungen Sturm liefen und im Bürgerkrieg versuchten Europa zum Kriegsbeitritt zu zwingen, indem man die Baumwolle-Karte ausspielte, also die Versorgung der Alten Welt mit dem wichtigen Rohstoff unterband. Doch nach anfänglichen Protesten fand man in Indien, Asien und Afrika schon bald zuverlässigere Lieferanten.

Nachdem Lincoln 1846 für eine Legislaturperiode im Kongress diente, zog er sich jedoch für geraume Zeit aus der Politik zurück, ehe er 1855 durch die innenpolitischen Entwicklungen elektrisiert, darum bemühte einen Sitz im Senat zu erlangen, den sein demokratischer Gegenspieler Stephen Douglas innehatte. Lincoln verlor, doch die gewonnene Bekanntheit des Gründungsmitglieds der neuen republikanischen Partei, sicherte ihm seine Nominierung als Präsidentschaftskandidat im Jahre 1860. Die Wahl wurde zur Zäsur für das Land, denn in der aufgeladenen Stimmung spalteten sich die Vertreter der Südstaaten von der demokratischen Mutterpartei ab und ernannten einen eigenen Kandidaten. Durch die Spaltung des demokratischen Lagers, konnte Lincoln einen fulminanten Sieg in den Nordstaaten einfahren und damit die nötigen Wahlmännerstimmen erreichen.

Was am 20. Dezember 1860 folgte hatte keiner vorhergesehen, denn nach und nach gaben alle Staaten des tiefen Südens ihren Austritt aus der Union bekannt, angefangen von South Carolina, über Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi bis Texas. Am 8. Februar 1861 konstituierten sich daher die Konföderierten Staaten von Amerika und kürten Jefferson Davis zu ihrem Präsidenten. Umgehend begann man damit die Militäreinrichtungen und Forts der Union zu übernehmen, doch als die Soldaten von Ford Sumter Widerstand leisteten, kam es zur bewaffneten Auseinandersetzung. Die scheidende Regierung des Nordens unternahm wenig um die Entwicklungen zu verhindern und als Lincoln schließlich sein Amt antrat, war Amerika nicht nur gespalten, es stand am Rande eines Bürgerkrieges, den es um des Ideals der Freiheit und der Demokratie zu gewinnen galt.

Als Zeichen für die moralische und ideologische Überlegenheit der vom Norden verkörperten Werte, ließ Lincoln 1864 gegen manchen Rat Präsidentschaftswahlen durchführen, um zu beweisen, dass Krieg kein Grund sei die Verfassung und Grundfeste des Landes aufzugeben oder auch nur auszusetzen. Im Süden erhoffte man sich die Wende und einen Friedensvertrag mit einem neuen Präsidenten, doch Kriegspräsident Lincoln trug schließlich den Sieg davon, da er sich auf eine Allianz aus Republikanern und Demokraten stützen konnte, die wie er im Namen der nationalen Substanz die Staaten wiedervereinen wollten. Im Gegensatz zur Konföderation fehlte es der Union nicht an Truppen und Material, wohl jedoch an fähigen Generälen.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass dem aus Virginia stammenden Col. Robert E. Lee anfangs das Oberkommando über die Unions-Truppen angeboten wurde, er sich jedoch dagegen entschied, weil er sonst "Landsleute" aus seinem Heimatstaat, der auch Washingtons Heimat war, gegenüber hätte stehen müssen. Umgekehrt war es für General Lee später kein Problem zuerst die Truppen Virginias und schließlich als Oberkommandierender der Föderierten gegen die Union zu führen. Der zögerliche George B. McClellan, der selbst Ambitionen auf das Präsidentenamt hegte, wagte es nicht, den Süden direkt anzugreifen und forderte immer mehr Truppen, auch wenn der Norden an Truppenstärke mehr als überlegen war. Erst mit der Berufung von U. S. Grant zum neuen Oberbefehlshaber konnte Lincoln zum Gegenangriff übergehen.

Den Sieg hat Lincoln jedoch nicht mehr erlebt. Nach den harten Kriegsjahren, in denen die Flagge der Konföderierten sogar bis in Sichtweite des Weißen Hauses vorgerückt war, befand sich der hartnäckige Gegner gerade auf dem Rückzug, als Abe am Abend des Karfreitags im Ford Theater von John Wilkes Booth ermordet wurde und Tags darauf verstarb. Viele Historiker haben ich seither die Frage gestellt, wie die Reconstruction verlaufen wäre, hätte Lincoln überlebt und wäre die Macht nicht an wechselnde Administrationen übergegangen, die es an nötiger Entschlossenheit fehlen ließen.

Abraham Lincolns Lebensgeschichte ist jedoch geblieben und sie kann, vor allem in der Erzählung Ronald D. Gerstes, verständlich machen, wie die USA zu dem werden konnten, was sie heute sind. Die Bedeutung von Waffen als Teil der Kultur im ländlichen Raum, des Amerikanischen Bürgerkriegs an sich macht der Autor genauso verständlich, wie er Lincolns Lebensgeschichte anschaulich und spannend erzählt.

Fazit:
Spannend erzählt und detailliert.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Zum 200. Mal jährt sich im Februar 2009 der Geburtstag des Mannes, den die Amerikaner - nach Meinungsumfragen - als ihren größten Präsidenten betrachten. Außerdem wurde im Januar 2009 mit Obama der Mann in Washington vereidigt, der erklärtermaßen in Abraham Lincoln sein großes Vorbild sieht. Der unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Abraham Lincoln wurde im Jahre 1860 zum Präsidenten der USA gewählt. Zu jener Zeit herrschte im Süden der USA Sklaverei. Dies lag vor allem an der dort verbreiteten Plantagenwirtschaft. Bis 1860 stieg ihre Zahl auf über ein Drittel der südlichen Gesamtbevölkerung an. Die meisten Sklaven waren als Landarbeiter tätig, davon der größte Teil in der Baumwollindustrie, dessen Exporte unter anderem nach Europa, etwa nach Großbritannien, ausgeführt wurden. Um 1800 begann sich ein schärferer Gegensatz zwischen Nord- und Südstaaten herauszubilden. Die Wirtschaft des Nordens beruhte auf freier Arbeit, seine Industrialisierung schritt deutlich schneller fort als im agrarisch geprägten Süden. Ein gewaltsamer Konflikt zwischen beiden Wirtschaftsformen konnte 1820 im sogenannten Missouri Kompromiss gefunden werden. Er besagte, dass das Gleichgewicht zwischen Sklavenstaaten und freien Staaten gewahrt werden müsse, und damit auch das politische Gleichgewicht in der gemeinsamen Union. Südlich einre Trennlinie - der so genannten Mason-Dixon-Linie - sollte Sklavenhaltung erlaubt sein, nördlich davon nicht - mit Ausnahme des Staates Missouri, in welchem Skalverei erlaubt bleiben sollte, obwohl er sich nördlich dieser Linie befand. Um 1830 radikalisierte sich die sogenannte Abolitionisten-Bewegung, die sich für die Beseitigung der Sklaverei einsetzte. Zur weiteren Popularisierung des Anti-Sklaverei-Gedankens trug der 1852 erschienene Roman Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher-Stove bei. Der schwelende Konflikt wurde 1854 durch die Aufhebung des Missouri-Kompromisses durch den sogenannten Kansas-Nebraska-Akt weiter aufgeheizt werden. Danach konnten in den westlichen Territorien die Einwohner der neu entstehenden Staaten eigenständig und frei darüber entscheiden, ob sie Sklaven halten wollten oder nicht. Die Reaktion im Norden blieb nicht aus. Es bildete sich im gleichen Jahr die Republikanische Partei, zu deren Spitzenkandidaten Lincoln ausgerufen wurde. Seine Gegner konnten sich nicht auf einen einheitlichen Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen 1860 einigen und so gewann Lincoln die Wahl. Daraufhin verließ South Carolina die Union, obwohl das republikanische Wahlprogramm erklärt hatte, die Sklaverei in den Gebieten, in denen sie bereits bestand, unangetastet zu lassen und damit die Souveränität der Einzelstaaten zu respektieren. Lincoln selbst war also keineswegs ein Verfechter des sofortigen Ausstiegs aus der Sklaverei. Doch hatte er sich stets gegen die Ausweitung der Sklaverei gewandt. Er hielt sie für unvereinbar mit den Idealen der Gründungsväter der USA.

Bis zum Juni 1861 schlossen sich mit Ausnahme einiger Grenzstaaten" zum Norden hin alle weiteren Südstaaten dem Schritt South Carolinas an und gründeten die Confederated States of America (CSA). Am 4. März 1861 hielt Lincoln seine Inaugurationsrede. In ihr versicherte er, in den Staaten, in denen das System der Sklaverei bereits bestand, nicht eingreifen zu wollen. Dazu sei er von der Verfassung her nicht berechtigt. Linconl ging es in dieser Phase des Konfliktes ausschließlich um den Erhalt der Union. Am 12. April 1861 brach der Bürgerkrieg mit der Beschießung des Bundesforts Sumter bei Charleston durch die Regierung von South Carolina aus. Beide Kriegsparteien führten den Kampf im Namen der Freiheit. Es handelte sich zunächst weniger um eine Auseinandersetzung um die Sklaverei als um das Aufeinanderprallen zweier Freiheitsverständnisse, die miteinander unvereinbar waren. Für den Süden ging es um den Kampf gegen den Versuch des Nordens, dem Süden sein politisches und ökonomisches System aufzuzwingen. Der Süden kämpfte für das Recht auf Selbstverwaltung, ökonomische Sicherheit und die Sicherheit des Eigentums, für die Sklaven gehalten wurden. Für den Norden hingegen verkörperte die einheitliche amerikanische Nation das System der Freiheit. Deshalb galt es, die Union" um jeden Preis zu erhalten. Freiheit wurde hier nicht als individuelles Recht verstanden, sondern als Gemeinschaftsaufgabe einer freien Nation.

Lincoln erkannte, dass es zur Legitimierung des grausamen Bürgerkrieges nicht ausreichte, die Union zu erhalten bzw. Nord- und Südstaaten gewaltsam wiederzuvereinigen." Um Unterstützung für sein diesbezügliches Anliegen zu erhalten, unterzeichnete er am 1. Januar 1863 die sogenannte Emancipation Proclamation und gab seinem Kriegsziel ein übergeordnetes ideologisches" Motiv: das Motiv der Befreiung der Sklaven. Damit veränderte sich auch die Motivation der nördlichen Soldaten, die nun für eine Union kämpften, deren Freiheit erhalten werden musste. Dafür war die Zerschlagung der Skalverei notwendig. Die Identifikation der Nation mit dem Freiheitsgedanken führte zu einer Neubelebung des Nationalismus. Nationale Einheit und der Kampf für universle Rechte waren nun eng miteinander verbunden.

Die Niederlage der konföderierten Truppen bei Gettysburg in Pennsylvania im Juli 1863 markierte den Beginn der Niederlage des Südens und beendete zugleich dessen Hoffnungen auf ein europäisches Eingreifen in den Krieg. Anlässlich der Eröffnung des nationalen Soldatenfriedhofs in Gettysburg hielt Lincoln am 19. November 1863 eine kurze Ansprache. Ganz offensichtlich sah Lincoln in der offiziellen Beendigung der Schlacht am 4. Juli 1863, dem Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, ein Symbol. Deshalb verwies er in seiner berühmt gewordenen Gettysburg Adress" auf die amerikansichen Gründungsväter; sie hatten eine Nation geschaffen, die auf Freiheit und Gleichheit basierte. Den Bürgerkrieg" bezeichnete Lincoln als Belastungsprobe für die Überlebensfähigkeit der Grundprinzipien der amerikanischen Demokratie. Die Gefallenen hatten nach Lincoln für die Weiterexistenz der Nation ihr Leben geopfert und damit die Erde bei Gettysburg geweiht und heiligt." Lincoln hoffte für die Union auf eine neue Geburt in Freiheit" als Folge des Krieges.

Lincoln genoß spätestens seit dieser Rede, die religiöses und säkulares Freizheitsverständnis miteinander verband, enormes öffentliches Ansehen und war als Präsident einer freien Republik" zu einem Freiheitssymbol geworden. 1864 erneut zum Präsidenten gewählt, erlebte er die Niederlage des Südens und die Beendigung des Krieges mit. Der Süden hatten den Krieg nicht nur aufgrund seiner materiellen Unterlegenheit gegenüber dem industrialisierten Norden verloren, sondern auch deshalb, weil sich sein Anliegen als moralisch zu schweach erwiesen hatte. Das Freiheitsverständnis des Nordens, welche Freiheit im Sinne der Gründerväter als universales Prinzip proklamiert hatte, hatte sih letztlich durchgesetzt. Doch die Erbitterung des geschlagenen Südens kannte keine Grenzen. Zwar hatte Lincoln in seiner zweiten Inaugurationsansprache am 4. März 1865 zu Versöhnung und Frieden aufgerufen, doch erbitterte Rassisten aus den Südstaaten schworen Rache. Am 11. April 1865 hielt Lincoln anlässlich der grossen Freiedensfeier vor dem Weißen Haus seine letzte Ansprache. Er schlug keine triumphalen Töne an, sondern beleuchtete zukunftsgerichtet seine Vorstellungen zur Wiedervereinigung der Union. Zum ersten Mal ließ er in dieser Rede durchblicken, dass er der Forderung aus seiner Partei, das allgemeine Wahlrecht auf die befreiten Sklaven einzuführen, aufgeschlossen gegenüberstand. Zwar plädierte er in seiner Rede lediglich für ein selektives Wahlrecht für die sehr intelligenten" unter ihnen und für diejenigen, welche Wehrdienst geleistet hätten. Doch schon dieses Zugeständnis an die radikale Fraktion der Abolitionisten in seiner republikanischen Partei bedeutete sein Todesurteil: unter den Zuhörern seiner Rede befand sich der fanatische südstaatliche Schauspieler John Wilkes Booth, der an dieser Stelle seinem Nebenmann zumurmelte: Das bedeutet Nigger-Bürgerrecht. Das ist die letzte Rede, die er je gehalten haben wird." Vier Tage später ermordete Booth Lincoln im Ford`s Theater in Washington. Einer der größten Präsidenten Amerikas war tot.

Den - beeindruckenden - Lebensweg dieses Mannes beschreibt Ronald D. Gerste, Historiker, Arzt und Amerika-Fachmann, sehr packend in seiner bewegenden Biographie, die den Menschen Lincoln beleuchtet. Wer diese Biographie gelesen hat, weiß viel über den Menschen Lincoln, seine Motive und sein Wirken. Die Biographie sieht Lincoln sehr positiv und zeichnet ein enthusiastisches Bild des 16. Präsidenten der USA. Kritische Aspekte, wie die Aufhebung der Habeas-Corpus-Akte durch Lincoln sieht er als kriegsbedingte Notwendigkeit an. Scharf distanziert er sich von Lebensbeschreibungen Lincolns, wie sie der amerikanische Romancier Gore Vidal gezeichnet hat. Gerste gehört jenem Zweig der Geschichtswissenschaft an, der der Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte großen Platz enräumt. Lesen Sie weiter... ›
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Viel Wissenswertes 31. Januar 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Nach dem eigentlichen Text folgt eine Zeittafel, die dem Leser hilft, den Überblick über die Ereignisse zu haben, da Gerste nicht immer stur chronologisch erzählt, eine Stammtafel sowie Anmerkungen und die üblichen Nachweise zu Literatur und Bildern.

Mit dieser Biographie schafft es Gerste, dem Leser den Menschen Lincoln in all seinen Facetten nahe zu bringen. Er legt die Dilemmata dar, mit denen Lincoln sich auseinandersetzen musste, den Problemen, denen er sich gegenüber sah. Das macht Lincoln zu einer dreidimensionalen Figur für den Leser, man kann fast mit ihm fühlen.
Doch trotz dieser fast emotionalen Auseinandersetzung mit Lincoln bleibt der Ton des Buches neutral-unaufdringlich. Gerste opfert nicht die historische Akkuratheit der Beschreibung des Menschen Lincolns, er verknüpft sie miteinander, sodass ein großes Ganzes entsteht.

Wer sich für Lincoln interessiert, bisher aber noch keine Literatur über ihn gelesen hat, der wird mit diesem Buch viel Wissenswertes über ihn kennenlernen. Für Interessierte, die sich schon mit Lincoln befasst haben, wird die eine oder andere Information vielleicht neu sein, aber hauptsächlich ist das Buch an die Leute gerichtet, die noch keine Kenntnisse über Lincoln haben.
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