Auch Little Man Tate kommen aus der "Bandfabrik" Sheffield. Sie waren ja schon 'ne ganze Weile unterwegs ehe dann 2007 endlich ihr Debut erschien. Darauf zu finden eine ganze Reihe "alte" Songs, die die Jungs öfters mal vorher schon live zum besten gegeben hatten, und von denen vier (oder gar fünf?) vorab 2006 als Single veröffentlicht wurden.
Ich wurde auf Little Man Tate durch den Song "What? What you got?" aufmerksam, irgendwann 2006. Starke Nummer, dachte ich mir. Kraftvoll, rauh und doch melodisch. Ließ auf eine "ernste" Band mit Punkrock Einschlag schließen. Doch ganz und gar nicht! Nein, Little Man Tate schwanken irgendwo zwischen Gitarrenpop und Rock, und das wichtigste: Sie haben Humor. Die immer wieder auftauchenden Vergleiche mit den Arctic Monkeys versteh ich eigentlich nicht so, die Ähnlichkeit ist nicht sehr groß, und der Humorfaktor bei den Monkeys ist gleich null. Little Man Tate bieten auf "About what you know" einen ganzen Reigen voll feinstem Britpop wie der geneigte Fan ihn liebt. Nette Geschichten, tolle Melodien und hier und da auch mal ein "Mitgröhl-Refrain". Der Opener "Man i hate your band" ist ein großartiger Song, ein kleiner Klassiker (irgendwann '06 hörte ich mal irgendwo das diese gehasste Band keine geringere als die Arctic Monkeys gemeint ist). Und dann Schlag auf Schlag "European Lover" (aus heutiger Sicht mein liebster Song des Albums), "Sexy in Latin", "This must be love", "House Party at Boothy's", "Who invented this list" - gitarrenbetonter Pop der Sonderklasse! Alles Songs von der Sorte, die man für immer gerne hört. Die nie altern. Viele dieser Songs gabs (wie gesagt) vorher schon auf manch EP in "frühen" Fassungen. Besonders der Sheffield Dialekt des Sängers trat da noch etwas stärker hervor, und manch Ton war noch nicht so geglättet wie es dann auf der LP der Fall war (find die frühen Fassungen teilweise noch besser). Die zweite Hälfte des Albums fällt dann etwas ab, find' ich. Ist die etwas "rauhere" Seite. Highlight hier ganz klar "3 day rule". Soll aber nicht heißen das die anderen Songs nix sind. Nein, nein, einen richtig schlechten Song gibts hier eigentlich nicht.
"About what you know" ist die richtige Musik für die "Indie Disco" oder für die Party zuhaus - uhm, zumindest für meine Partys (deshalb habens alle mit dem Gehen immer recht eilig...). Little Man Tate ließen im Folgejahr noch ein zweites Album folgen (weitaus schwächer, wie ich finde), ehe sie sich dann 2009 auflösten (Sänger Jon Windle hat grad ein Soloalbum vorgelegt). Schade, so bleibt die Band letztlich nicht viel mehr als eine Randerscheinung und wird über kurz oder lang wohl der Vergessenheit anheimfallen). Für jeden der den britischen Gitarrenpop liebt ist "About what you know" soetwas wie Pflicht für die Sammlung. Tolles Album.