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Nicholson bringt hinter der Fassade der Resignation seiner Figur die schäumende Wut perfekt (und gelegentlich auch urkomisch) unter, aber Payne und Taylor machen keinen Hehl aus ihrer Ablehnung dieser Figuren. About Schmidt kann man sich als trostlosere Variante von Ikiru vorstellen -- bis Schmidt in einer stillen Geste des guten Willens Lebenssinn findet. About Schmidt kann man entweder lieben oder hassen -- vergessen wird man diesen Film jedenfalls nicht so schnell. --Jeff Shannon
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jack meets Warren,
Rezension bezieht sich auf: About Schmidt (DVD)
In was für Rollen hat man Jack Nicholson, den wohl charismatischsten Schauspieler Hollywoods, nicht schon alles gesehen: als aalglatten Privatdetektiv in "Chinatown", als vom Wahnsinn heimgesuchten Hausmeister in "Shining" oder diabolischen Frauenfänger in "Die Hexen von Eastwick". Fast ausnahmslos präsentierte er dem Publikum dabei die dämonischen Züge seines darstellerischen Talents, vom markanten Grinsen über den durchbohrenden Blick bis hin zu den naturgemäß nach oben gezogenen Augenbrauen. Einfach teuflisch gutaussehend, dieser Mann.In "About Schmidt" sieht Jack nicht wirklich gut aus, und er soll es wohl auch nicht. Jack Nicholsons Darstellung dieses vereinsamten, alten Mannes ist absolut beeindruckend. Mit dieser Charakterstudie beweist er einmal mehr die Wandlungsfähigkeit seines schauspielerischen Talents und zeigt, dass er sich nicht auf die oben erwähnten Rollen festlegen lässt. Mit der Verkörperung des Warren Schmidt zieht Nicholson alle Register seines Könnens, auch wenn dies auf den ersten Blick und hinsichtlich seines eher unvorteilhaften Erscheinungsbildes nicht gleich ersichtlich scheinen mag. Die Handlungsstruktur, in anderen Kritiken oftmals als zu langatmig bezeichnet, habe ich als sehr dicht und authentisch empfunden, im Gegensatz zu anderen, häufig von kitschiger Pseudomoral durchzogenen Filmen dieses Genres. "About Schmidt" setzt auf leisere Stimmungen und möchte keinen moralischen, gesellschaftskritischen Anspruch erheben. Vielmehr veranschaulicht der Film die bedrückende Sinnentleertheit eines unausgefüllten Leben, das Leben eines Mannes, der vielleicht zu spät erkannt hat, dass jeder Mensch auf seine Weise liebenswert ist. Mit diesem Fehler muss Schmidt nun weiterleben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Meisterwerk,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: About Schmidt (DVD)
Der Rezension von „Blickpunkt: Film“ kann ich mich nur anschließen.Der Film wirft natürlich die Frage auf, was im Leben zählt, was einen Wert hat. Er zeigt, wie ersetzbar der einzelne im Wirtschaftsleben ist, allen schönen Reden zum Trotz. Für Warren Schmidt ist der Berufsalltag vorbei, er geht in den Ruhestand, seine Frau stirbt und als ehemaliger Versicherungsmathematiker weiß er, wieviel Jahre ihm statistisch gesehen noch bleiben. Seiner Tochter wird er lästig, so begibt er sich auf eine Reise in seine Vergangenheit. Der künftige Schwiegersohn samt Familie ist ihm zuwider, seine Gefühle teilt er einem kleinen Patenkind brieflich mit. Der Film besticht durch eine Fülle präziser Beschreibungen des Alltags: über mißlungene Gespräche, Wahrung des Scheins, Heuchelei, Täuschungen und Enttäuschungen, mißratene Existenzen. Die humorvollen Details (manchmal doch zu skurill, offenbar ein Zugeständnis an den Mainstream) und die Menschlichkeit schaffen es, dass der Zuschauer nicht nur deprimiert wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse!,
Rezension bezieht sich auf: About Schmidt (DVD)
Als ich die Trailer zu dem Film sah habe ich Nicholson erst gar nicht erkannt. Als etwas aufgeschwemmter und verbraucht dreinblickender Rentner war mir Nicholson nun wirklich nicht bekannt. Aber Nicholson ist ja bekannt für Überraschungen. Dieser langsam geschnittene und traurige Film eröffnet Einblicke in das Leben eines Rentners dessen Frau kurz nach der Pensionierung verstirbt und ihn mit der Frage zurücklässt, was eigentlich elementar genug in seinem Leben ist, um sich dem nun ausgiebig zu widmen. Die Tochter die keine Zeit für den Vater aufbringt und einen Mann heiratet der dem Vater ein Dorn im Auge ist, ist wenig hilfreich, und so findet man Nicholson in etlichen Szenen in denen peinliches Schweigen und unerträgliche Langsamkeit von den Wänden schallen. Dieses tragische Moment könnte sehr leicht in Kitsch abrutschen, wohnte dem Film nicht auch eine unheuer komische Note inne. Nicholson weiss in vielen Momenten durch Galgenhumor zu überzeugen, und Kathy Bates ist schreiend komisch - so hat auch das Melancholische mehr Möglichkeit, im Herzen des Zuschauers Einlass zu finden ohne zu aufdringlich zu wirken. Insgesamt ein sehr nachdenklicher Film mit einem überraschend mutigen Nicholson der sich den Hässlichkeiten des Altwerdens stellt und auf skurrile Weise am Ende doch ein durch und durch liebenswerter Charakter wird.
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