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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ungewöhnlich inhomogen: Noch gut - aber nicht sehr gut., 19. Mai 2009
Nun ja - die singende Dame am Klavier ist zweifellos fleißig: Unermüdlich liefert sie selbstgeschriebene Musik und Texte auf qualitativ recht hohem Niveau. Das zehnte Album ist aber merkwürdig inhomogen geraten - das ist MEIN größter Kritikpunkt, denn man kann sich nicht so problemlos auf eine Stimmung ausrichten. Die Musik ist mal traurig, mal froh, mal schräg, mal stressig, mal puristisch, mal bombastisch, mal banal ... und das eben alles ohne erkennbares Konzept. Das hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Aber gerade deswegen ist dieses Album (auch) für Musikliebhaber zu empfehlen, die noch nicht so vertraut mit Tori Amos sind: Zeigt es doch die gewaltige Bandbreite dieser self-made Künstlerin. Auch wenn es dieses Mal keine wirklichen Super-Knaller gibt, so sind viele Lieder sehr schön arrangiert. Immer gibt es irgendwo eine kleine Besonderheit, die wach hält und zum Zuhören motiviert. "Welcome to England", "Maybe California" oder "Fast Horse" sind gute Anspieltips. Die Tori von früher erlebt man bei "Mary Jane" oder "Ophelia". Ausrutscher sind m.E. "Police me" (etwas arg frei) und "500 miles" (zu banal). Insgesamt scheint Amos leider langsam Ihre enge Beziehung zum Piano zu verlieren - den fast schon erotischen Anschlag in früheren Werken vermisst man zunehmend - das hat sich beim Album "Beekeeper" schon angedeutet. Aktuell gewinnen leider zunehmend die Computer-Beats and Loops an Einfluss und verdrängen die Streicher und das Klavier - schade. Bisher war jedes Album überraschend - und so bleibt die Hoffnung, dass die rastlose Ausnahme-Künstlerin nächstes Mal wieder mehr in meine Kerbe schlägt ... mit dem Klavier, eindringlicher Stimme und Text im Fokus. Wer wissen will, wie phantastisch sich das anhört, der nehme beispielhaft einmal die Alben "Little Earthquakes" oder "Scarlets Walk" zum Hör-Abend. Warum dann jetzt dennoch 4 Sterne ? : Gemessen an dem Mainstream-Material in den Charts befindet sich Tori Amos - die selber textet, komponiert, arrangiert und spielt - immer noch in einer ganz anderen und sehr speziellen Liga.
Dirk
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zerbrechlich, gedehnt und beliebig - wie traurig um Tori Amos, 29. Mai 2009
Meine erste Reaktion nach Kauf des neuen Albums war pure Freude - und zwar nach Hören vom Opener Give. Dort passiert überraschendes: Tori zurückgekehrt in elektronischere Gefilde, ein bisschen an Venus erinnernd, aber doch noch geheimnisvoller, hypnotisch. Dazu passend eine langgezogene sirenenhafte Stimme, hervorragend ...
Allerdings währt diese euphorische Stimmung nicht lang: Welcome To England ist als erste Single schon ein klassischer Vertreter des gesamten Albums: Sie beginnt mit einer filigranen, fast zerbrechlichen Strophe, wird dann aber im Refrain weicher und ziemlich gefällig. Sicherlich ganz schön, aber weder richtig mitreissend noch tiefgründig. Das gleiche Konzept können wir dann noch in Track 4 und 8 miterleben, wobei die Qualität durch die gewisse Beliebigkeit der Melodien noch ein wenig mehr enttäuscht.
Zweiter Ansatz ist der Hang zum Kitsch, z.B. in Maybe California, Starling oder in That Guy (irgendwie sinatran). Schlimmer wird's noch in 300 Miles: Dort herrscht dann nur noch gepflegte Langeweile.
Selbst etwas kantigere Stücke wie Police Me klingen nicht mehr so zwingend wie man es früher von Amos gewohnt war, und auch das pianolastige Mary Jane - früher wäre das eine Bank gewesen - lässt einen kaum aufhorchen.
Neben dem besprochen Opener beeindrucken höchstens noch Curtain Call, der Titeltrack Abnormally Attracted To Sin und mit Abstrichen die überlange Lady in Blue mit Gitarrensolo.
Dennoch: Zuviele Facetten oder Überlänge kann ich dem Album nicht vorwerfen. Da habe ich mit American Doll Posse doch schon ganz anderes erlebt. Im Gegenteil, dessen Abwechslungsreichtum und zumindest die zeitweiligen Ausbrüche vermisse ich stark auf dem Album. Das Porzellan-Puppen-hafte Bild auf dem Cover ist durchaus passend: Mit dem Synthesizer-Klängen, den hereingedröpselten elektronischen Percussion, der aalglatten Melancholie, die durch Halleffekte und Stimmverzerrung verstärkt wird, ist mit Abnormally Attracted to Sin ein zerbrechliches, unkonkretes, realitätsfernes aber auch weichgespültes Album entstanden, dem die großen Amos-üblichen Kompositionen fehlen. Der eher negative Eindruck wird durch den zunehmend gedehnten Gesang der Amos noch verstärkt. Obwohl der Trend schon länger zu bemerken war, ist dieses penetrante Ziehen und Betonen der Einzelvokale für mich auf Dauer der nervigste Aspekt des Albums, beraubt er das Werk doch der letzten Vitalität. Für mich reiht sich das Album noch hinter dem Beekeeper ein, der auch schon weitgehend an mir vorbeisummte. Gerade mal drei Sterne bleiben von einer fünf Sterne Interpretin übrig. Schade, schade, schade.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tori Amos überrascht immer wieder!!!, 17. August 2009
Ein wieder mal gelungenes Album. Ein "Must have". Immer wieder überrascht Tori Amos mit neuen Musikrichtungen. Sie experimentiert stets. Ein sehr tolles Album! Unglaublich toll sind Songs wie "Lady in blue", "Police yourself", "Starling" ... Tori hat wieder einmal gezeigt, dass sie sich nicht in eine Schublade stecken lässt, auch wenn das immer wieder versucht wird. Es ist auf ihrer CD für jeden etwas dabei. So viel Gefühl, so authentisch, so unglaublich leidenschaftlich! Unbedingt kaufen!!!
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