Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unnormal gut, 17. Mai 2009
Es ist gut zu hören, dass Tori den Weg, den sie mit American Doll Posse eingeschlagen hat, weitergeht und ausbaut. Eine multiple Tori, eine Vielzahl von Stimmen und Stilen, ein Übermaß an Kreativität, die kaum auf eine CD passen. Anders als in Posse wirkt ihr neustes Werk aber tiefer und ausgearbeiteter, Stimme und Kompositionskunst sind auf einem Höhepunkt angekommen, selbst Experimentalsongs (Police Me) und humoristischen Zwischeneinlagen (Mary Jane) haben Langzeithörpotential.
Bei aller Variation ist der Stil düsterer und sphärischer als im Vorgänger, erinnert an "To Venus And Back"- der Titelsong "Abnormally Attracted To Sin" ähnelt etwa "Zero Point", der es leider nie auf jenes Album geschafft hat. Ich hatte schon immer eine Schwäche für Toris ätherische, von düster-melancholisch bis sirenenhaft-schön reichende Seite, die in ihren Pianogirl Zeiten nur unzureichend herauskam. Man darf nicht vergessen, dass Tori ihren Ursprung in eine relativ spacigen 80er Jahre Pop hatte, der neben eine grauenhaften Umsetzung ein großartiges Melodiefundament hatte. Um so mehr freut es mich, dass sich Tori nun wieder einmal in die Weiten des Alls aufmacht, beginnend mit dem absolut grandios-düsteren "Give" zu dem wahrhaft stellaren "Flavor", in welchem Tori nebenbei mal wieder eine neue, unglaublich zarte und zerbrechliche Stimme erfindet, gefolgt von dem melancholischen "Curtain call", dem schon fast zu schön fließenden "Abnormally Attracted To Sin" und "Starling".
Dass diese unglaublich schönen Lieder nie Gefahr laufen, zu langweilig und mainstreamig zu werden, liegt an Toris nun absolut perfekter Fähigkeit, stilistische Kontrapunkte zu setzen, von gegenläufigen Melodien über Triphop-Elemte, brummende Synthesizer, E-Gitarren bis kompletten Melodiewechseln, die jedem Lied multiple Ebenen geben, auf denen Toris viele Stimmen sich ansiedeln können, ohne überinstrumentiert zu wirken. Selbst anfangs belanglos erscheinende Stücke wie "500 Miles" und "Fire To Your Plain" haben so geniale Brüche, dass man sie trotz ihrer mutwilligen Leichtfertigkeit einfach lieben muss.
Auch der Aufbau des Albums setzt wunderschöne Kontrapunkte, zwischen den Ausflügen in galaktische Spähren kehrt es immer wieder mit Violinen und Piano auf die Erde zurück, folkloristisch nach Californien (Maybe California) und Tennesse (Fast Horse) oder noch etwas südlicher mit "Strong Black Vine", einem weiteren echten Violinenrock Highlight. Und last but not least bereist Tori noch die Zeit selbst, wenn sie mit den wortwörtlich atemberaubenden "That Guy" in der Mitte des letzten Jahrhunderts auftaucht und das Album als "Lady In Blue" im Nachtclub eines David Lynch Films beendet.
Ich schäme mich fast ein bischen ob soviel Lobhudelei, aber es ist schwer, angesichts eines so gelungenen Albums nicht in Superlative auszubrechen. Ich bin wahrlich kein "Fan" und werde eher kritischer, je mehr mir etwas gefällt, aber diesmal bin ich schlichtweg begeistert. Keine unnötigen Albernheiten, keine politischen Flachheiten, die sich seit 2001 immer wieder eingeschlichen hatten, keine nervenden stimmlichen Manierismen, und selbst die Produktion ist diesmal vernünftig. Dass ich nicht einen einzigen Song aus der Playliste verbannen muss, ist mir bisher bei Ms. Amos noch nie passiert. Wahrscheinlich Toris bestes Album, was besorgend ist, denn wie soll sie das noch übertreffen?
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Abnormally Attracted to Abwechselungsarm, 23. Mai 2009
Tori Amos hat sich schon so manches Album geleistet, bei dem die Kritiken nicht immer wohlwollend waren. Umso erstaunter war ich, als mir dieses Mal das Echo im Vorfeld wesentlich positiver vorkam. Zwar kann ich nicht verstehen, warum "Scarlet's Walk" oder "The Beekeeper" zu abwechslungsarm sein sollen (beide haben sogar mehr als eine handvoll Stücke, denen ich durchaus fünf Sterne geben würde), aber dass ihr Debüt-Werk, "Little Earthquakes", sowie der Nachfolger "Under the Pink" eine Klasse darüber lagen, war auch meine Meinung.
2007 kam "Amercian Doll Posse" und wurde auf einer großen deutschen Plattenbewertungsseite, deren Meinung meiner häufig nicht unähnlich ist, ob seiner Überfülle abgestraft. Da ich mir jenes Album aber bereits vorher angehört hatte und mich mehrere Stücke sehr positiv überrascht hatten, fiel mein Urteil anders aus.
So war ich denn auch nicht überrascht, als "Abnormally Attreacted to Sin" ebenfalls dort schlecht bewertet wurde - offensichtlich gehörte Mrs. Amos dort nicht zu den beliebtesten Künstlern, dachte ich.
Doch - und damit werde ich mir im Folgenden vermutlich auch kritische Meinungen anderer Amazon-Nutzer (siehe andere Bewertungen des Albums) zuziehen - dieses Mal muss ich der Seite absolut recht geben:
Meiner Meinung nach klang Tori Amos nie langweiliger, beliebiger, glatt produzierter und gekünstelter als auf diesem Album. "Welcome to England" kannte ich schon vorher, doch anders als bei "Big Wheel", dem vorher bekannten Stück des Vorgängeralbums, war ich seltsam unbeeindruckt. Das sollte die neue Tori sein? Ziemlich ... uninspiriert runtergenudelt. Doch es kam schlimmer, stellte ich fest, nachdem ich das komplette Album durchgehört hatte: Dieses Stück ist gerade noch eines der herausstehenden aus einem großen Topf vieler Stücke. Zunächst bleibt nichts wirklich hängen - das ist mir bei Tori Amos noch nie passiert. Zum Glück kristallisieren sich nach einigen Durchläufen doch einige Stücke heraus:
"Give" ist nett düster und man denkt sich wirklich zunächst, dass es doch recht gut anfängt, "Welcome to England" nett melancholisch, "Fire to your Plain" ist das Stück, was mich am meisten begeistern kann, "That Guy", hat ein wirklich nettes Arrangement und "Ophelia" hat einen netten Aufbau (ist aber nicht Kate Bush, wie von Amazon dargestellt). Und dann gibt es noch "Police Me" - ja, davon hätte ich gerne mehr gehabt! Man merkt schon: Alles nett, nichts überragend, zumindest für mich.
Ein anderer Rezensent schrieb, der Opener führe noch etwas in die Irre. Das stimmt! Ginge das Album so weiter, wie von "Give" angedeutet, wäre ich wahrscheinlich begeisterter gewesen, als von allen ihren Veröffentlichungen seit "Under the Pink". Leider bleibt's danach nicht düster, sondern wird blass. Das Album ist dabei jedoch nicht schlecht, sondern einfach nur leb- oder lieblos.
Meiner Meinung nach gehört zum Abwechslungsreichtum nicht nur, mit möglichst vielen Instrumenten umgehen zu können - da würde dieses Album vor "Scarlet's Walk" und "The Beekeeper" punkten - sondern auch musikalische Abwechslung, sowohl in der Melodieführung, als auch in den unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Stücke - und da sind eben genannte Werke diesem hier klar überlegen.
Fazit: Die ersten beiden Alben von Tori Amos sind uneerreicht, auf "Boys for Pele" hat sie sich richtig was getraut und das war gut so, "From the Choirgirl Hotel" ist manchmal schlecht, "To Venus and back" ist sehr elektronisch, aber wieder besser und die nachfolgenden Alben sind manchmal etwas lang, an einigen Stellen eintönig, doch haben wunderschöne Stücke, die mich beim ersten Mal packen konnten und mich bis heute nicht losließen. "Abnormally Attracted to Sin" ist seltsam fade, überproduziert und unehrlich. Es gibt nette Stücke, aber ich würde keinem fünf Sterne geben. Bitte, Mrs. Amos, trauen Sie sich mal wieder, was Sie hier höchstens Mal angedeutet haben. Und von mir aus bitte keine überstylte Fotoshow mehr, so was ehrliches wie bei "Scarlet's Walk" ist viel schöner, denn schließlich möchte ich Musik und keine "Glamour" in den Händen halten. Und ich möchte kein x-beliebiges Pop-Album kaufen, ich möchte ein Tori-Amos-Album kaufen.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Deluxe Edition, die den Namen verdient, 15. Mai 2009
Die Deluxe Edition ist wirklich jeden Cent wert. Die DVD enthält 16 Kurzfilme/Videos mit über einer Stunde Material, die Tori passend zur Stimmung der jeweiligen Songs einfangen. Tori sieht wie immer atemberaubend aus und trägt auch wieder ihre Perücken vom "American Doll Posse"- Album. Die Viedeopreview von Amazon zeigt einen guten Vorgeschmack auf das ganze Album. Das Artwork der CD ist einfach wunderschön, wie könnte es bei Tori auch anders sein. Zudem ist noch ein Poster in dem Package enthalten.
Tori ist mal wieder in musikalischer Höchstform, auch wenn einige Titel etwas "schmutzig" klingen ("Strong Black Vine", "That Guy") so ist dies natürlich thematisch zu den jeweiligen Songs passend. Besonders begeistert hat mich sofort "Ophelia", da sie da wieder als Mädchen am Klavier antritt und wunderbare Erinnerungen an frühe Alben weckt. Aber natürlich hat sich Tori mit jedem Album weiter entwickelt, und wer die etwas zugänglicheren Lieder von Tori mag, kommt z.B. bei "Maybe California" oder "Fire to your Plain" voll auf seine Kosten.
Alles in allem bin ich überzeugt, dass nicht nur Fans hier voll auf ihre Kosten kommen, sondern glaube auch, dass alle, die Tori Amos noch nicht oder nicht so gut kennen, sich das Geld für die normale Albumversion sparen und hier zuschlagen sollten. Denn es ist immer eine Freude, Tori nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
Anspieltipp der DVD: "Abnormally attracted to sin"
Anspieltipp der CD: "Ophelia", "Welcome to England"
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