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Abhandlung über den Ursprung der Sprache
 
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Abhandlung über den Ursprung der Sprache [Taschenbuch]

Johann G Herder , H D Irmscher
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Abhandlung über den Ursprung der Sprache + EinFach Deutsch Unterrichtsmodelle. Sprachursprung - Sprachskepsis - Sprachwandel: Diskussionen über die Sprache von Herder bis heute. Gymnasiale Oberstufe + Sprache. Themenheft Zentralabitur: Sprachursprung, Spracherwerb, Sprachwandel, Sprachkritik, Sprachskepsis, Sprachnot
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150087295
  • ISBN-13: 978-3150087299
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 9,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 48.047 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Johann G. Herder, geb. am 25. August 1744 Mohrungen, Ostpreußen, gest. 18. Dezember 1803 in Weimar, wuchs als Sohn des Kantors und Schullehrers Gottfried Herder und dessen zweiter Ehefrau Anna Elisabeth Peltz in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Elternhaus war religiös geprägt. Er entschied sich im Jahr 1762 nach Königsberg zu gehen und Chirurg zu werden. Erkannte jedoch, dass er für diesen Beruf ungeeignet war und schrieb sich als Student der Theologie an der Universität in Königsberg ein. In den Jahren 1762-64 besuchte er Vorlesungen über Astronomie, Logik, Metaphysik, Moralphilosophie und Mathematik bei Immanuel Kant. Bereits während des Studiums schrieb Herder Essays über philosophische Themen und sowie Gedichte. 1764 wurde er als Aushilfslehrer an die Domschule nach Riga berufen, wo er bis 1769 blieb und in eine Loge des Freimaurerbunds aufgenommen wurde. In dieser Zeit entstanden seine ersten größeren Veröffentlichungen zur Sprachphilosophie, die sein Freund Johann Friedrich Hartknoch verlegte. Herder postulierte, dass die literarischen Erzeugnisse aller Nationen durch den besonderen Genius der Volksart und Sprache bedingt seien. Zusammen mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zählt Herder zum klassischen 'Vierges


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Sarah Krampl TOP 1000 REZENSENT
J. G. Herder (1744-1803) war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Philosoph der Weimarer Klassik.

Nach dem Lesen dieser philosophischen Überlegungen über die Sprache im Allgemeinen drängte sich bei mir unweigerlich die Frage auf, ob diese nicht zu den menschlichen Sinnesorganen gezählt werden kann?! Herder beschäftigt sich hauptsächlich mit den Gefühlen und Gedanken die ein Wort oder ein Satz im Menschen hervorrufen. Er geht der Frage nach, welche Besonderheiten Interjektionen - d.h. Ausrufe - haben, warum es in manchen Sprachen mehr Ausrufe gibt, in anderen weniger. Sehr viele Gedanken sind in diesem Büchlein enthalten, die die modernen Sprachwissenschaftsfragen vorwegnehmen. Herder ist ein scharfer, kritischer Beobachter vom Menschen und besonders in diesem Buch von Sprache. Er beschäftigt sich mit der Frage nach deren Entstehung bzw. Erfindung. Die meisten Überlegungen sind sehr allgemein gehalten, so dass man nicht behaupten kann, sein Buch wäre wissenschaftlich fundiert. Andererseits merkt man, dass Herder sich hier wirklich mit den philosophischen Aspekten der Sprache auseinandersetzt und versucht sich eigene Erklärungen hierüber zu geben, so dass er meiner Meinung nach als Vorreiter der Sprachwissenschaft im heutigen Sinne gezählt werden kann. Er behauptet z.B. dass "jede Familie von Wörtern ein verwachsenes Gebüsche um eine sinnliche Hauptidee ist". Hier fällt mir das Hebräische ein: im Hebräischen bildet man nämlich durch drei Stammkonsonanten Wörter die ähnlich in ihrer Bedeutung sind und die nur durch Änderung eines Vokals oder einer Endung zu unterscheiden sind. Die Bedeutungsbreite ähnlicher Wörter wird enorm. Man kann das mit der Methode Aristoteles vergleichen, Tiere zu klassifizieren und in verschiedenen Gattungen einzuteilen. Auch im Hebräischen gibt es diese Tendenz, was ähnliche Bedeutung hat weist auch im Phonetischen Ähnlichkeiten auf. Herder geht in seinen Überlegungen oft von den morgenländischen Sprachen aus um zu gewissen Wortbedeutungen zu gelangen. Warum heißt Geist z.B. im Hebräischen "Wind" oder "Hauch"?; Herder meint, dass alle Abstrakta vorher Sinnlichkeiten gewesen sein müssen. Für Herder besteht wie für Chomsky heute eine universelle Grammatik, d.h. eine einzelner Sprachen übergeordnete Grammatik. Die Grammatik ist für ihn dem Menschen angeboren, egal welche Sprache er spricht. Noch heute beschäftigen sich Sprachwissenschaftler mit genau der Frage ob man die Grammatik nur im Nachhinein aufgrund von Beobachtung beschreiben und untersuchen kann oder ob sie im Vornhinein schon besteht, so dass sie sozusagen a priori angenommen werden muss bzw. beschrieben werden kann.
Insgesamt haben mir die Überlegungen Herder zur Sprache sehr gut gefallen weil er es verstanden hat, die Sprache nicht getrennt vom Menschen zu beobachten, sondern als etwas dem Menschen inhärentes wie das Gehen oder das Sehen.

Textpassagen zum Nachdenken:

Das matte Ach ist sowohl Laut der zerschmelzenden Liebe als der sinkenden Verzweiflung; das feurige O sowohl Ausbruch der plötzlichen Freude als der auffahrenden Wut ... Die Träne, die in diesem trüben, erloschnen, nach Trost schmachtenden Auge schwimmt - wie rührend ist sie im ganzen Gemälde des Antlitzes der Wehmut; nehmet sie allein, und sie ist ein kalter Wassertropfe, bringet sie unters Mikroskop und - ich will nicht wissen, was sie da sein mag. (8)

... mit Reflexion zu tun, was sie vorher bloß durch Instinkt taten (Kinder) ... Geschrei der Empfindungen wars also, was die Seelenkräfte entwickelt hat, Geschrei der Empfindungen, das ihnen die Gewohnheit gegeben, Ideen mit willkürlichen Zeichen zu verbinden ... Kurz, es entstanden Worte weil Worte da waren, ehe sie da waren ... Geschrei der natur'aus dem die menschliche Sprache werde ... (18-19)

Man hat sich die Vernunft des Menschen als eine neue, ganz abgetrennte Kraft in die Seele hinein gedacht, die dem Menschen als eine Zugabe vor allem Tieren zu eigen geworden und die also auch, wie die vierte Stufe einer Leiter nach den drei untersten, allein betrachtet werden müsse; und das ist freilich ... philosophischer Unsinn. Alle Kräfte unserer und der Tierseelen sind nichts als metaphysische Abstraktionen, Wirkungen! Sie werden abgeteilt, weil sie von unserm schwachen Geiste nicht auf einmal betrachtet werden konnten ... überall wirkt die ganze unabgeteilte Seele. (27)
... Poesie älter gewesen als Prosa ... Die Natursprache aller Geschöpfe vom Verstande in Laute gedichtet ... Die Tradition des Altertums sagt, die erste Sprache des menschlichen Geschlechts sei Gesang gewesen. (50-51)
Woher dem Menschen die Kunst, was nicht Schall ist, in Schall zu verwandeln? Wer kanns begreifen ... warum grün, grün und nicht blau heißt? ... jedes Wort ... etwas Willkürliches! (53)
In Siam gibt es achterlei Manieren, "Ich" und "Wir" zu sagen, nachdem der Herr mit dem Knechte oder der Knecht mit dem Herrn redet. Die Sprache der wilden Kariben ist beinahe in zwei Sprachen der Weiber und Männer verteilt, und die gemeinsten Sachen: Bette, Mond, Sonne, Bogen benennen beide anders; welch ein Überfluss von Synonymen! Und doch haben eben diese Kariben nur vier Wörter für die Farben, auf die sie alle andre beziehen müssen - welche Armut! ... so hat auch keine Sprache ein Abstraktum, zu dem sie nicht durch Ton und Gefühl gelangt wäre. Und je ursprünglicher die Sprache, desto weniger Abstraktionen, desto mehr Gefühle (69)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. K.
Von Amazon bestätigter Kauf
Herders Abhandlung - 1770 veröffentlicht - hat bis heute Wirksamkeit und gehört zur Standardlektüre eines jeden Sprachphilosophen und -wissenschaftlers. Der Aufsatz unterteilt sich in "Haben die Menschen, ihren Naturfähigkeiten überlassen, sich selbst Sprache erfinden können" und "Auf welchem Wege der Mensch sich am füglichsten hat Sprache erfinden können und müssen". Grundsätzlich ist die Schrift polemisch gegen zeitgenössische Thesen und Theorien (Süßmilch, Condillac). So signalisiert Herder im ersten Satz seinen Ernüchterungsversuch: "Schon als Tier hat der Mensch Sprache." Der Klang der Gefühle als verlautbarte Töne ist das vom Menschenverstande losgebundene, ursprünglich Elementare einer Sprache ("Naturtöne"). Doch sind Laute schon Sprache? "Der Mensch, in den Zustand von Besonnenheit gesetzt, der ihm eigen ist, und diese Besonnenheit (Reflexion) zum erstenmal frei würkend, hat Sprache erfunden." Die mechanischen Laute der Seele verwandeln sich in Gedanken des Geistes, die "lippenbewegt" zur Welt "worten"? Kritikpunkt ist der hermeneutische Zirkel: Sprache wird mit Hilfe der Vernunft erfunden, jedoch ist Sprache (also auch Kopfsprache) Bedingung der Vernunft - wie also soll Sprache möglich sein, wenn sie Vernunft braucht, die ihrerseits nur möglich sein kann, wenn sie Sprache braucht? Hier bleibt es trüb und dunkel. Es heißt nur: "Bei sinnlichen Geschöpfen, die durch viele verschiedne Sinne auf einmal empfinden, ist diese Versammlung von Ideen unvermeidlich; denn was sind alle Sinne anders als bloße Vorstellungsarten EINER positiven Kraft der Seele?" Dennoch: ist Sprache gegeben, so auch ihre Genetik (in der ersten Besinnung <<< Kognition?) und Progression! Das ersinnte "Merkmal" ist innern Sprache, wird durch "Verlautung" das Wort zur äußern Sprache. "... dadurch wird jeder Sinn sprachfähig." Herder drückt dies Phänomen der sprachlichen Entwicklung so aus: "... so werden alle Zustände der Besonnenheit in ihm sprachmäßig: seine Kette von Gedanken wird eine Kette von Worten." Ist es nicht paradox, dass die Wurzeln der Sprachen nun doch eine lineare Triebhaftigkeit besitzen? "Aber Worte selbst, Sinn, Seele der Sprache - welch ein unendliches Feld von Verschiedenheit!" Zurück zur Progression: "Seine [des Menschen] Seele ist gewohnt, immer das, was sie sieht, zu reihen mit dem, was sie sahe, und durch Besonnenheit wird also ein progressives EINS aller Zustände des Lebens - mithin Fortbildung der Sprache." Was Herder hier meint, ist die Befähigung der Sprache nicht nur ontogenetisch, sondern phylogenetisch Entwicklungs- also Evolutionspotenzial mitzubringen, zum einen durch die Tradition, zum anderen durch die Gewohnheit. Diese und andere Thesen dann in seinen "4 Naturgesetzen" expliziert...

Zusammenfassung: Göttlichen Urspunges kann die Sprache nicht sein, denn dann wäre sie immer schon da wie bei der Biene die "Grammatik der Honigwabe". So ganz tierischen (biologischen) Ursprunges kann sie nicht sein, da der Mensch sich ihrer - ganz homo-faber-technisch - (als Werkzeug) bemächtigt. Was Herder somit vorlegt, ist eine Art Sprachphilosophie vor dem Hintergrund einer Anthropologie, die das Göttliche ausklammert und den Menschen selbst und dessen Kunstfähigkeit als Folge sinnlicher und geistiger Freiheit die Bedingung zur Möglichkeit von Denken und folgerecht Sprache konstiuiert. Dennoch ist unklar, wie der Gedanke von der Sprache getrennt wird (getrennt werden kann?). Inwieweit Linien zum Ursprung auf eine gemeinsame (vorbabylonische) Protosprache gezogen werden können?
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses Werk eignet sich hervorragend, um sich einen ersten Einblick zu verschaffen in die geistigen Prinzipien der "Weimarer Klassik", wie sie vom "Viergestirn" Goethe, Schiller, Herder, Wieland, entwickelt wurden. So argumentiert Herder in seiner Schrift z.B., dass die menschliche Sprache nicht tierischen Ursprungs sein kann, selbst wenn sie sich in der Erschaffung der ersten Begriffe bloß auf ein Teilsystem des menschlichen Geistes, nämlich das Gehör, stützte. Die Sprache sei also lautmalerisch entstanden, aber, und hier das typisch "weimarische" der Argumentation: auch in allen Teilsystemen des Menschen spiegle sich seine menschliche Ganzheit; Das Gehör habe die "lautenden" Impressionen aufgenommen, dann habe die Besonnenheit, jene den Menschen vor dem Tier auszeichnende Fähigkeit - modern gesprochen - sich ein Schema, einen Begriff, geschaffen, u.s.w... .
Es zeigt sich also das typische Menschenbild und Wissenschaftsverständnis der ersten deutschen Klassik: auch in den Teilen zeigen sich alle Qualitäten des Ganzen, das Ganze ist mehr als bloß "die Summe seiner Teile" u.a.. Und dies Jahrhunderte vor der Entstehung der Systemtheorie und ihren Konzepten der Selbstorganisation, Autopoiesis, der Emergenz und der "synergetischen" Effekte!
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