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Abgründe der Macht. Roman über einen Sachsenkönig
 
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Abgründe der Macht. Roman über einen Sachsenkönig [Taschenbuch]

Robert Gordian
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 230 Seiten
  • Verlag: Verlag Philipp von Zabern; Auflage: 1 (24. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805343167
  • ISBN-13: 978-3805343169
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 498.325 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Otto der Große ist eine der bedeutensten Herrscherfiguren der deutschen Geschichte. Der Roman von Robert Gordian erzählt fesselnd und mit genauer Kenntnis die ersten Regierungsjahre des zukünftigen Kaisers. Umgeben von Feinden, selbst von der Mutter und seinen Geschwistern verraten, setzt er sich ohne Skrupel durch und schafft die Grundlagen des Reichs. Es ist der Roman eines Ruhelosen, eines Getriebenen, der nur in der Liebe zu Editha, seiner englischen Gattin, Momente des Glücks erfährt.

Über den Autor

Der Autor: Robert Gordian, geboren 1938 in Oebisfelde, studierte Geschichte und Journalistik und war von 1961 bis 1966 als Fernsehredakteur und Theaterdramaturg tätig. Er schrieb bis heute über sechzig Hör- und Fernsehspiele. Seit den 90er Jahren verfasst er historische Romane und Erzählungen, darunter die Merowinger-Tetralogie. 2009 erschien im Verlag Philipp von Zabern sein Roman Die Germanin.

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Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
"Mit fünfzig Grafen regiert man besser, als mit fünf Herzögen...."
(König Otto I.; S. 312)

"Abgründe der Macht" ist seit 1992 bereits der 19. Roman des Dramaturgen Robert Gordian. Bei der Ausgestaltung seiner Romanhandlung hält sich der Journalist und Historiker einmal mehr an die historischen Fakten, wenn er die ersten Regierungsjahre, des aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Liudolfinger stammenden König und späteren Kaiser Otto I. aufleben lässt....

Der erste von von insgesamt vier (in 50 Kapitel untergliederten) Teilen beginnt unmittelbar nach der Krönung Ottos in der Kaiserpfalz von Aachen am späten Abend des 7. August 936. Schon bald wird deutlich, dass sich ihm weder seine Brüder Thankmar und Heinrich, noch die anderen Stammesherzöge seinem "regnum francorum orientalium" unterordnen wollen. Während der ältere Halbbruder Thankmar, der "unter dem Purpur geborene" Heinrich und der Frankenherzog Eberhard selbst nach der Krone streben, fühlen sich die Herzöge von Schwaben, Lothringen und Bayern nicht an eine übergeordnete Königsmacht gebunden. Zu den diesen Rebellen gesellen sich bei der Neuverteilung der Ämter Übergangene und Unzufriedene wie Graf Wichmann der Ältere aus dem Geschlecht der Billunger oder Friedrich, der Erzbischof von Mainz. Weitere Unterstützung finden die Empörer in der Schwureinung (S. 190), einem Zusammenschluss von Adligen....

Bis zum Ende des Romans, der in der Schlacht von Andernach am 2. Oktober 939 seinen Showdown findet wird kaum eines der überlieferten historischen Ereignisse ausgespart! So ist Gordian auch die Ermordung des Premysliden Wenzel durch seinen Bruder Boleslav dem Grausamen im September 935 eine Erwähnung wert. (S. 25) Leser erfährt außerdem, dass die Redewendung "auf den Hund gekommen" (S. 80) auf ein Ereignis im September 937 zurückgeht. Mit Mauritius, Candidus, Excuperius, Innocentius und Vitalis, erfährt der Leser was es mit den Märtyrern der legendären "Legio Thebaica" auf sich hatte und warum und wie sich Otto um deren Reliquien bemühte (S. 65). Darüber hinaus werden Ereignisse, die noch in die Regierungszeit von Ottos Vater, Heinrich I. fallen zumindest als Randnotiz erwähnt. Das gilt auch vor Personen, die in der zeit vor Otto lebten. Hierzu zählen unter anderem: Die Belagerung der Heveller-Festung im Winter 928/29, bei der Otto als 16jähriger bereits dabei war (S. 48) oder die Schlacht bei Riade gegen die Magyaren am 15. März 933 (S. 24).

Selbst beim Anlegen strenger Maßstäbe lässt sich augenscheinlich weder ein sprachlicher, noch sonstiger Anachronismus feststellen. Während die "Annales Iuvavenses Maximi" zum Jahr 920 den Bayernherzog Arnulf I. "den Bösen" tatsächlich als "....Arnolfo duci et regnare ei fecerunt in regno teutonicorum" bezeichnen, wie es ihm auf Seite 319 in den Mund gelegt wird, entlarvt der Autor den Beinamen "der Deutsche" für den ostfränkischen König Ludwig II. als einen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden, Anachronismus (S. 338). Ein weiterer Beweis für die Geschichtstreue des Romans ist eine mehr als zweiseitige Auflistung von insgesamt 64 historischen Personen, die im Roman mitwirken oder zumindest erwähnt werden (S. 332) und die Erdichtung weiterer, fiktiver Gestalten beinahe erübrigen. Ein weiterer Pluspunkt ist das abschließende Glossar. Der Epilog (S. 327) lässt auf eine der mehrere Fortsetzungen über die fast noch 34 Jahre währenden Regierungszeit Ottos des Großen, besonders die Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955, hoffen.

Die Ausstattung mit einem stabilen und wasserfesten Softcover in Verbindung mit allen Vorteilen eines gebundenen Buches, inklusive Lesezeichen (!) verleiht dem Buch einen besonderen Wert. Einzig das Motiv des Buchcovers mit Giampietrinos "Saviour of the world" aus dem frühen 16. Jahrhundert wirkt unangebracht und irritierend, was man jedoch nicht Robert Gordian anlasten darf.

Da gibt es für timediver® nicht das Geringste zu bekritteln, "Abgründe der Macht" ist ein schnörkel- und tadelloser Roman, der auch das vom Verlag Philipp von Zabern vorenthaltene Prädikat "historisch" vollauf verdient hat.

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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich kenne schon mehrere Romane aus dem Hause Zabern, und ich muss sagen: Dies ist einer der schwächsten. Ich kann man nur annehmen, dass der kleine Zabern-Verlag hier eines der weniger sorgsam ausgearbeiteten Werke abbekommen hat, während seine besseren Romane wie Die Frau des Philosophen oder Der Wolfskönig. bei Heyne bzw. Aufbau erschienen sind.

Sicherlich hat ein kleinerer Verlag insgesamt geringere Mittel, aber leider scheint es so zu sein, dass vor allem am Lektorat gespart wurde. Schon auf den ersten 20 Seiten häufen sich die sprachlichen und formalen Schnitzer: "nur eines, wozu seine geringen Fähigkeiten ausreichen", "in ihm fließt dasselbe Blut wie in dir", "ich werde ihnen klar machen müssen", "dieses auseinander fallende Reich" und und und ...

Wenn man liest: "Der grauhaarige Diener goss gleichmütig etwas Wein in ein altertümliches Trinkhorn, das er von seinem Gürtel nahm, trank und drehte es um zum Zeichen, dass es geleert sei", so ist es natürlich unfreiwillig komisch; aber spätestens einem Lektor hätte auffallen müssen, dass die verwendeten Zeiten hier gegen die Logik sprechen. Auch, dass jeder dritte Satz im Dialog mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen wird - das ist wirklich unnötig udn störend.

Der Stil ist insgesamt sehr altmodisch - "... sagte sie aufschluchzend und wischte mit einem Tüchlein die Träne von ihrer Wange." Gut, wer solche Manierismen mag, soll das tun, aber hier wäre solcherlei im Dialog eindeutig besser aufgehoben gewesen, der z. T. mit modernerer Sprache daherkommt als die Beschreibungen durch den Autor.

Dazu kommen einige Anachronismen, auch sprachlicher Art. Figurenzeichnung? Wenig. Charakterentwicklungen? Keine. Spannungsbögen? Wenig. Ich bin wahrlich kein Advokat der "Hebammen"-Romane, aber wenn eine Geschichte an sich nicht durch Spannung oder zumindest interessante Entwicklungen trägt, ist es schwer, am Ball zu bleiben.

Was außerdem unschön ist: Früher waren Zaberns historische Romane gebunden mit Schutzumschlag und kamen sehr hochwertig daher. Hier liegt jetzt vor mir eine Art Broschur, ein Papp-/Kunststoffeinband, ohne Umschlag; trotzdem wird das Buch als "gebundene Ausgabe" verkauft und kostet auch genauso viel wie Zaberns Romane früher.
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