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Produktinformation
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Hilflose Alte werden von häufig unzureichend qualifizierten Pflegekräften "im Akkord abgearbeitet" und nicht selten mit Medikamenten ruhig gestellt, weil man sich anders nicht mehr zu helfen weiß. Bei der Lektüre wird einem angst und bange, was einem wohl selbst womöglich im Alter erwarten mag, wenn man in die Lage kommen sollte auf die Pflege in einem Altenheim angewiesen zu sein.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar", zitiert Günter Wallraff in seinem Vorwort Artikel 1 des Grundgesetzes. Und weiter: "Es wäre allen Ernstes zu überlegen, ob hier nicht der Verfassungsschutz gefordert ist, Beamte als Pfleger oder Pflegebeanspruchende umzuschulen, um sie so als verdeckte Ermittler in diesen verfassungsfeindlichen Untergrund der Gesellschaft einzuschleusen." Wer eine solche Forderung als albern abtut -- nach der Lektüre dieses bestürzenden Buches wird er dies anders sehen.
Pflichtlektüre für jeden (Sozial-)Politiker! -- Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Inhaltlich schildert der Autor ziemlich differenziert, indem er nicht nur die erlebten Mißstände aufzeigt, sondern auch deren Ursachen: Das rigide Zeitmanagement, das durch äußerst knapp bemessene Vorgaben verursacht wird; arbeitgeberseitige Sparmaßnahmen; Überforderung und Unterqualifizierung der Pflegekräfte; Existenzängste der Beschäftigten, die wirksamen Widerstand verhindern; Unterdrückung von Kritik durch Mobbing und Kündigung; mangelhafte Aufsicht durch die Behörden.
Der Autor läßt eine jener Pflegekräfte, die die Zustände mittragen, sinngemäß wie folgt zu Wort kommen: "Natürlich würde ich gerne vieles anders machen und kann die Zustände eigentlich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Aber ich bin auf diese Arbeit angewiesen. Nach Feierabend kann ich nur abschalten, indem ich mich betrinke."
Vereinzelte Begebenheiten des Buches hat wahrscheinlich sogar jede Pflegekraft selbst erlebt: Einem Bewohner/Patienten, der Zuwendung braucht, sagen, daß man keine Zeit habe; Tätigkeiten dokumentieren, die (aus welchen Gründen auch immer) in Wirklichkeit gar nicht erbracht wurden usw..
Methodisch ist zu kritisieren, daß der Autor jeweils das "erstbeste" Angebot des Arbeitsamtes angenommen hat. Ich meine, daß hier jeweils die "Dauerbrenner" des jeweiligen Sachbearbeiters vermittelt wurden, die stets ganz oben auf dem Angebotsstapel liegen, weil in den betreffenden Heimen nicht von ungefähr eine hohe Fluktuation herrscht. Eben wegen den mangelhaften Arbeitsbedingungen. "Gute" Heime haben halt eine geringere Fluktuation und sind daher nicht auf jeden "x-beliebigen" Arbeitsamt-Bewerber angewiesen. Rückschlüsse auf die Qualität der Pflege in der großen Mehrheit der Heime läßt das Buch jedenfalls nicht zu.
Meines Erachtens sollte das Buch Pflichtlektüre bei allen "Schön-Rednern" in Parteien, Kostenträgern, Sozial- und Arbeitgeberverbänden werden.
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