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Abgehauen: Ein Mitschnitt und ein Tagebuch
 
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Abgehauen: Ein Mitschnitt und ein Tagebuch [Taschenbuch]

Manfred Krug
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 264 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548365930
  • ISBN-13: 978-3548365930
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 23.857 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Manfred Krug
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Operative Information: Sonnabend, den 18. 6. 1977: K r u g befand sich bis in die Nachmittagsstunden auf seinem Grundstück und war mit Verladearbeiten beschäftigt. Da keine fremden Personen auf dem Grundstück sein durften, war es dem IMV nicht möglich, daran teilzunehmen."

Es war der Tag der Ausreise Manfred Krugs aus der DDR. Zum Verständnis: IMV, das waren die netten Nachbarn. Abends war man dann doch noch eingeladen zur Abschiedsfeier bei IMV-Nachbars. So die Stasi-Akte. Mein Gott, diese DDR! Dramatische Ereignisse gingen voraus: Im November 1976 trafen elf namhafte Künstler, die eine Resolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatten, zu einem Streitgespräch mit drei hochrangigen DDR-Funktionären zusammen. Das Treffen fand in Krugs Haus statt und Krug ließ -- widerrechtlich und höchst riskant -- heimlich ein Tonband mitlaufen. Manfred Krug wartete neunzehn Jahre, ehe er das Protokoll veröffentlichte.

Ein beredtes Dokument. Die Diskussionsteilnehmer, darunter Stefan Heym, Jurek Becker, Christa Wolf und die Schauspielerin Angelica Domröse, auf der Gegenseite der Chef der Agitations- und Propagandaabteilung des Politbüros, ein wortgewandter und eloquenter Mann, liefern sich heftigste Wortgefechte, deren nachträgliches Studium so manches Geschichtsbuch überflüssig macht. Die aufgebrachten Kunstschaffenden, die Biermanns Wiedereinbürgerung einfordern und den Staat in Frage stellen, sehen sich einer Mauer von Demagogie und Schlitzohrigkeit seitens der DDR-Oberen gegenüber, die ihrerseits auf Linientreue beharren.

Krug kann und will mit diesem Staat nicht mehr auskommen. Schon werden die ersten Auftritte abgesagt, Filmangebote storniert. Der Staat schlägt zurück. Den zweiten Teil von Abgehauen nimmt Krugs Tagebuch bis zu seiner Ausreise ein. Hierin wird beklemmend deutlich, wie schwer es war, diesem unseligen System zu entkommen. Manfred Krug gebührt der allergrößte Respekt für diese Dokumentation "ganz normalen DDR-Alltags" und für sein hohes Maß an Zivilcourage. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Spiegel

Die 272 Seiten gehören zum Glaubhaftesten und Packendsten, was über den inneren Bruch zwischen Staatsführung und Kulturelite geschrieben worden ist. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein aufschlussreiches Buch 30. August 2004
Format:Taschenbuch
Was fällt mir ein, wenn ich den Namen Manfred Krug höre? Auf Anhieb fallen mir mindestens 4 Filme, nämlich "Fünf Patronenhülsen", "Mir nach, Canaillen", "Hauptmann Florian von der Mühle" und "Wege übers Land" ein. Manfred Krug war zu meiner Kinderzeit mein Lieblingsschauspieler in der DDR.
Alle erwähnten Filme sind unterschiedlichen Genres und in der DDR gedreht. Den Film "Spur der Steine" hab ich leider erst nach der "Wende" sehen können, aber dann gleich mehrmals.
Ich bin im Besitz des Buches "Abgehauen" und konnte mir bildlich sehr gut vorstellen, wie diese Szenerie mit der "Stasi" ablief. Im Westen war Werner Lamberz ja eine große Hoffnung, und man glaubte, er wäre der Reformer in der DDR gewesen. Abgesehen davon, dass er später unter myteriösen Umständen ums Leben kam, die bis heute noch nicht aufgeklärt sind, gibt Manfred Krug in seinem Buch ein Porträt eines Mannes, der nicht besser war als alle anderen Politiker der DDR.
Ich war gerade bei der NVA, als die Meldung durch die Ostpresse ging, dass Manfred Krug die DDR verlassen möchte. Der Kommentar meines damaligen Zugführers: "Der hat zuviel Geld gehabt".
Die Verfilmung des Buches hat mich sehr enttäuscht, sie entsprach nicht dem, was ich selbst an Erfahrungen in der DDR sammeln konnte. Das Buch ist nach meinem Dafürhalten auf jeden Fall spannender und interessanter als der Film.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
DDR Live ! 18. September 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Am 20. Juni 1977 verläßt der im Westen Deutschlands später durch seine Rollen als 'Liebling Kreuzberg' und 'Kommissar Stöver' bekannt gewordene Schauspieler Manfred Krug die DDR. Er und 11 DDR - Schriftsteller hatten am 17. November 1976 schriftlich dagegen protestiert, daß die Führung der DDR dem Liedermacher Wolf Biermann nach einem 4-stündigen Auftritt am Vortag in Köln die Wiedereinreise in die DDR verweigert hatte. Was der Autor, der als Schauspieler weitaus stärker als seine Schriftstellerkollegen von öffentlichen Aufträgen und Engagements abhängig war, daraufhin an Repressalien erleben mußte, führte dazu, daß er den Ausreiseantrag stellte.

Das aus drei (und nicht nur zwei, wie der Untertitel vermuten lassen könnte) Teilen bestehende Buch läßt einen hautnah die ganze Tragik von Krugs Schicksal miterleben.
Der erste Teil enthält den heimlichen Tonbandmitschnitt eines Streitgespräches zwischen 12 Schriftstellern und Schauspielern (Hilmar Thate, Stefan Heym, Jurek Becker, Klaus Schlesinger, Christa Wolf, Jutta Hoffmann, Angelika Domröse, Dieter Schubert, Ulrich Plenzdorf, Heiner Müller, der Regisseur Frank Beyer, Manfred Krug) und 3 hochrangigen Vertretern der DDR - Führung (dem Leiter der Abteilung Agitation und Propaganda) Werner Lamberz, seinem Mitarbeiter Karl Sensberg sowie dem Intendanten des Fernsehens der DDR Heinz Adameck) über das Wiedereinreiseverbot gegenüber Biermann.
Im zweiten Teil kommt Krug selbst zu Wort. Vom Zeitpunkt der Abgabe seines Ausreiseantrages an bis kurz vor seiner tatsächlichen Ausreise schildert er in einem Tagebuch all seine Anspannung, Gemütsregungen, Verzweiflung und Gespräche mit Freunden wie Jurek Becker und Armin Mueller-Stahl oder Gegnern wie Werner Lamberz.
Den Schlußteil bildet das Protokoll eines IM (informellen Mitarbeiters), der Krug offenbar sehr nahe stehen mußte, über mitunter belanglose Details der Abschiedsfeier von Krug und seiner Frau Ottilie und ihren letzten Abreisevorbereitungen.

Krugs Werk führt einem drastisch vor Augen, wie ohnmächtig der einzelne Bürger gegenüber einem allmächtigen Staat und seinen immensen Einflußmöglichkeiten ist, wenn der ihn erst einmal auf dem Kicker hat. Das gilt um so mehr, als es sich bei Krug sicherlich nicht um einen leicht einzuschüchternden Genossen handelte. Die Lektüre des IM - Protokolls wahrscheinlich erst einige Zeit nach der Wende muß für ihn ein Schock gewesen sein. Dieses Dokument des Verrats wird dazu beigetragen haben, daß Krug sich erst 19 Jahre nach seiner Ausreise zur Veröffentlichung in der Lage sah.

Fazit : Keiner, der sich für die Zeit der deutsch-deutschen Frage interessiert, wird an dem in seiner Art einzigartigen Buch vorbeikommen. Es gibt ein erschütterndes Zeugnis ab über Lebensumstände, die sich Menschen kaum vorstellen können, die in einer in vielerlei Hinsicht einfacheren und unkomplizierteren westdeutschen Welt aufgewachsen sind. Reizvoll am Rande ist überdies so manche Anspielung auf Zeitgenossen Krugs und den einen oder anderen Schriftsteller.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Manfred Krug, Schauspieler und Sänger beschreibt in "Abgehauen" die Umstände seiner "Freiwilligen" Ausbürgerung aus der DDR im Jahr 1977.

Dabei handelt es sich hierbei keineswegs um eine Klassische Biographische Lebensabschnittsbeschreibung sondern um ein in drei Teile separiertes Stück DDR Zeitgeschichte.

So beginnt das vorliegende Buch mit dem abgeschriebenen Tonbandmitschnitt einer Diskussionsrunde einiger Zeitgenössischer DDR Schauspieler und Schriftsteller sowie 3 hoher Parteifunktionäre. Gegenstand dieser Unterhaltung ist Wolf Biermanns "Rauswurf" aus der DDR und ein dazu verfasstes und veröffentlichtes Protestschreiben der bei dieser Diskussion anwesenden Kulturschaffenden.

Der zweite Teil des Buches enthält die Tagebucheeinträge Manfred Krugs aus der anschließenden Zeit in welcher sein Ausreiseantrag lief bis zur Übersiedlung nach Westdeutschland.

Der dritte Teil ist ein Protokoll (unter anderem über Krugs Abschiedsfeier) eines Nachbarn welcher für die Staatssicherheit als informeller Mitarbeiter tätig war und offensichtlich die Aufgabe hatte Staatsfeindliches verhalten zu dokumentieren.

Da Krug bei der mitgeschnittenen Diskussion, seiner Tagebuchveröffentlichung und dem Protokoll des Informanten auf jegliche Erläuterungen oder Stilmittel verzichtet, ergibt sich ein Authentisches und durch die Zeitgenössische Wortwahl teilweise sogar witziges Dokument damaliger Argumentation, sowohl auf Seiten der Parteiangehörigen als auch bei Kritikern oder Mitläufern.

Dabei wären allerdings einige kurze Erklärungen zu Personen und Umständen als Einleitung speziell für Leser die diese Zeit nicht miterlebten sicherlich hilfreich gewesen. So braucht man eine weile bis die zusammenhänge erkennbar sind, hat dann aber eine wirklich originelle und sehr lebensnahe Schilderung einer Konfrontation vor sich wie sie für diese Zeit in der DDR wohl typisch war.

-- Peter Paul Müller --
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