So etwas ist mir in meiner dreißigjährigen Leserlaufbahn noch nicht untergekommen. Ich habe mich von der arroganten, vorlauten, egoistischen, selbstverliebten Protagonistin so dermassen abgestossen gefühlt, dass ich versucht war, das Buch bei Seite 40 wieder wegzulegen. Da es sich jedoch flott lesen lies, habe ich durchgehalten. Für die bald 35jährige Jessica gelten Äußerlichkeiten mehr als wirkliche Freundschaft und ein schickes Date mit dem Ex ist ihr wichtiger als ein Abendessen mit dem fürsorglichen neuen Bekannten. Da sie auf ihrer anstehenden Geburtstagsparty glattgebügelt und faltenfrei ausschauen möchte begibt sie sich unter eine Botox-Spritze. Das Dilemma nimmt seinen Lauf. Auf wirklich eklig penetrante Art versucht sie sich an ihrem Missetäter zu rächen. Über ihre Umwelt und deren Gefühle trampelt sie gnadenlos hinweg. Das zieht sich, humorvoll und witzig präsentiert, durch die gesamte Geschichte. Ein wenig zu schnell wird sie zum Schluß auf wundersame Weise erleuchtet.
Sicherlich nicht für jeden geeignet, aber meines Erachtens eingeschränkt empfehlenswert.