Die Mitgliedsstaaten haben die Nase voll. Griechenland hat oft genug geschummelt, den Geist des Vertrages hintergangen. Ein Botschafter eines der Mitgliedstaaten spricht "von einer unglücklichen Heirat mit Griechenland". Schliesslich haben die Länder der Union genug: Sie werfen Griechenland aus der Währungsunion! Eine Fiktion? Nein - das alles ist bereits passiert, allerdings nicht 2011 sondern 1908. Als nämlich Frankreich, Belgien und die Schweiz Griechenland aus der lateinischen Münzunion warfen. Diese, im Buch wunderbar geschilderte Episode zeigt, dass die Probleme mit Schuldenstaaten wie Griecheland keinesfalls so unvorhersehbar waren, wie jetzt viele Politiker glauben machen wollen.
Und die Autoren sehen die Gefahr, dass sich Geschichte wiederholen könnte. Wenn alle gemeinsam haften, besteht die Gefahr, dass sich Schuldenstaaten auf die Hilfe der Nachbarn verlassen, wie das derzeit ganz offensichtlich Griechenland macht. Schwer vorstellbar, dass die Gemeinschaft das auf Dauer aushält, dass die Steuerzahler derjenigen Länder, die den Bankrott anderer Staaten bezahlen sollen, das auf Dauer mit machen.
Die Autoren schlussfolgern daher, dass neue Rettungspakete zwar kurzfristige Beruhigung schaffen, aber langfristig sich als Sprengsatz für die Währungsunion erweisen. Eine Vision, die angesichts der aktuellen Ereignisse leider mit jedem Tag realistischer wird.