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Abfahren auf Radfahren. Spaß mit dem Bike
  
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Abfahren auf Radfahren. Spaß mit dem Bike [Broschiert]

Helmut Dachale
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Moby Dick Vlg., Kiel (Februar 1999)
  • ISBN-10: 3895950157
  • ISBN-13: 978-3895950155
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.489.706 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Anne Michaels
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Zuviel gewollt, zuwenig gesagt

Anne Michaels' Débutroman: «Fluchtstücke»

Anne Michaels ist Dichterin. Sie hat als solche zu veröffentlichen begonnen und für ihre 1986 und 1991 erschienenen Gedichtbände «The Weight of Oranges» und «Miner's Pond» Auszeichnungen erhalten. Auch ihr erster Roman mit dem deutschen Titel «Fluchtstücke» enthält Sätze von atemberaubender lyrischer Dichte: Knappheit und Härte der Anfangsseiten ihres Romans üben beim Lesen einen Sog aus, dem man sich nicht entziehen kann: So grauenerregend die Geschichte einsetzt, man will weiterlesen, mehr über das Schicksal des Protagonisten erfahren.

Der siebenjährige Jakob Beer wird Zeuge, wie im Zweiten Weltkrieg Deutsche seine Eltern, polnische Juden, erschlagen und seine ältere Schwester verschleppen. Er flieht und versteckt sich auf dem Gelände einer archäologischen Grabungsstätte. Dort wird er nach Tagen von einem griechischen Forscher gefunden und gerettet. In der Obhut dieses Mannes verbringt er seine Kindheit und Jugend auf einer griechischen Insel, später wandert er mit ihm nach Toronto aus. Jakob wird Autor, wird Dichter und versucht seine Erfahrungen auf diesem Wege zu verarbeiten. Die schrecklichen Bilder seiner Kindheit lassen ihn lange nicht los. Eine erste Ehe scheitert daran, und erst als reifer Mann findet er in der Beziehung zu einer jungen Frau zu einer Art innerer Ruhe.

Fakten bis zum Überdruss

Anne Michaels hat keine Mühe gescheut, historische und naturwissenschaftliche Details zu recherchieren. Und sie nennt das Grauen schonungslos beim Namen. Das ist gut so und verfehlt anfangs auch nicht seine Wirkung. Doch schon bald läuft ihr der Roman aus dem Ruder. Vor lauter Bemühen, authentisch zu sein, überschüttet sie die Leser mit Fakten, deren schiere Fülle einem schnell die Lust an der Lektüre verleidet. Natürlich steckt dahinter auch eine gewisse inhaltliche Logik: Jakob Beer will durch das Aneignen von Wissen mit der eigenen Biographie besser fertig werden; das Interesse, das er den Studiengebieten seines Mentors Athos, der Archäologie und der Geologie, entgegenbringt, soll ihm das Handeln der Menschen verständlich machen; das Leben soll durch die unbelebte Natur erklärbar werden.

Man kann sich jedoch nicht des Eindrucks erwehren, hier werde naiv das Wunder der Schöpfung in seinen vielen naturwissenschaftlichen Details bestaunt; angelesene und zusammengetragene Fakten werden, oft kommentarlos, wiedergegeben und bis zum Überdruss aneinandergereiht. Die Art und Weise, wie auf die klassische Musik und ihre Komponisten verwiesen wird, könnte platitüdenhafter nicht sein. Das Schlimmste jedoch: Die Sprache büsst ihre poetische Wucht ein, die Metaphern verflachen. Wenn es heisst, ein Klavier übender Junge spiele aus Angst, Fehler zu machen, «langsam wie die Kontinentaldrift», so ist dies kein einmaliger Ausrutscher, sondern ein durchschnittliches Beispiel für die Fehlgriffe der Autorin.

Mit den Liebesgeschichten des Buches werden Handlung und Sprache vollends schal. «Ich weiss noch weniger als der Schein einer Lampe in einem Fenster, der es immerhin versteht, sich in die Strasse zu ergiessen und das Verlangen eines Wartenden zu wecken.» Ein solcher Satz ist pathetisch hohl und sprachlich unbeholfen obendrein (was nicht an der Übersetzerin Beatrice Howeg liegt, die die starken, poetischen Sätze der Autorin adäquat trifft, für deren Schwächen aber nichts kann).

Verschenktes Thema

Dies alles gilt für die Geschichte Jakob Beers, die im ersten Teil des Romans rekapituliert wird, wie auch für die Geschichte Bens, der im zweiten Teil Jakobs Spuren folgt. Denn wer sich durch den ersten Teil gekämpft hat, dessen Interesse wird zu Anfang des zweiten neu erwachen – und noch schneller erlahmen. Als Sohn von Eltern, die im KZ ihre beiden ersten Kinder verloren und selbst wie durch ein Wunder überlebt haben, ist Ben vom Leiden an seinen Eltern und ihrem Missverstehen geprägt – ein Thema, das einen eigenen Roman verdient hätte. Wie bei Jakob naht die Rettung durch eine unkomplizierte junge Frau, anders als bei jenem scheint die Ehe jedoch an Bens Unvermögen, sich auf seine Partnerin einzulassen, zu scheitern. Die Affäre, die er auf Jakobs griechischer Insel mit einer deutschen Touristin hat, ist so kitschig dargestellt, dass sie den grandiosen Eindruck, den der Anfang von «Fluchtstücke» hinterlässt, gänzlich zunichte macht.

So hat Anne Michaels einen dreifachen Verrat begangen: am Leser, dessen hohe Erwartungen enttäuscht werden; an ihrem Thema, das sie letztlich verschenkt, und an sich selbst, weil sie von der Dichterin zur Romanautorin avancieren wollte. Sie wäre gut beraten gewesen, bei der Lyrik zu bleiben. Dort liegt ihre – unbestrittene – Stärke, dort hat sie viel zu sagen. Zu dumm, dass der Kundenkreis für Romane grösser ist als der für Lyrik. In diesem Falle möchte man allerdings wetten, dass die Zahl derer, die dieses Buch tatsächlich bis zur letzten Seite gelesen haben – und dies womöglich mit Gewinn oder Genuss –, geringer ist als die kleine Schar, die regelmässig zu Gedichten greift.

Michael Hofmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Der siebenjährige polnisch-jüdische Jakob wird Zeuge, wie seine Familie von deutschen Soldaten ermordet wird. Er flüchtet sich in die Ausgrabungsstätte der versunkenen Stadt Biskupin. Dort entdeckt ihn ein griechischer Archäologe, der ihn nach Griechenland schmuggelt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebt Jakob mit Athos, der ihn alles lehrt, was er weiß: Geographie, Geologie, Dichtkunst, Botanik, Archäologie. Langsam taucht Jakob aus seiner Verstörung auf und kehrt in die Welt zurück. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Anne Michaels hat für ihren Debütroman "Fluchtstücke" viel historisches und naturwissenschaftliches Material gesammelt und über die Maßen gründlich recherchiert. Herausgekommen ist ein Roman von bestechender Aufrichtigkeit, in einer Sprache von großer lyrischer Klarheit und Dichte. Trotzdem erreicht ihr Roman bei weitem nicht die herausragende Klasse ihrer Gedichtbände. Sie wagt möglicherweise zuviel und so verfällt ihre Sprache leider in den Liebesgeschichten in ein hohles, flaches, nichts sagendes Pathos.

Zum Plot: Es ist die Geschichte des siebjährigen kleine Jacob Beer, der im Zweiten Weltkrieg Zeuge wird, wie seine jüdischen Eltern und seine ältere Schwester von den Nazis brutal umgebracht werden. Man schreibt das Jahr 1942. Er versteckt sich zunächst in der Kanalisation von Warschau und flieht dann allein durch die polnischen Wälder, versteckt sich schließlich in einer archäologischen Ausgrabungsstätte. Dort findet ihn der griechische Archäologe Athos. Er rettet diesen Jakob, kümmert sich liebvoll um ihn, flieht mit ihm nach Griechenland. Auf einer kleinen griechischen Insel überleben der kleine Junge und der alte Mann den Krieg. Jakob verbringt hier seine Kindheit und Jugend und Athos erzählt ihm alles was er vom Himmel, der Erde, von der Liebe, der Dichtkunst, der Geologie und den zwischenmenschlichen Beziehungen weiß. Später wandert Jakob nach Amerika aus, wird Dichter, versucht die Erinnerungen an seine Kindheit zu verdrängen. Seine erste Ehe wird geschieden und er findet erst im hohen Alter Ruhe und innere Zufriedenheit bei einer wesentlich jüngeren Frau.

Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Liebe, die mit großer Klugheit und Herzenswärme davon erzählt, dass die Liebe zwischen zwei Menschen, in dieser von Schlechtigkeit überzogenen Welt, das einzige wahre "Überlebensprinzip" ist. Und so ist dieses Buch trotz der anfangs angeführten Schwachstellen, ein großartiges Buch, dass ich mit Nachdruck empfehlen kann.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sechs Sterne, mindestens! 12. September 2010
Von A.U.
Format:Taschenbuch
Mir erschliesst es sich nicht, auf welchen Wegen Kommentare zum Buch zu Beschreibungen wie "hohl" oder "pathetisch" kommen, denn Oberflächlichkeiten verursachen schon in geringen Dosen Geist/Seelen-Allergien in mir.
Dieses Buch war das reinste Antiallergikum...
Die Geschichte ist fesselnd, Inhaltsbeschreibungen gab es schon genug.

Ich lese hier reinste Poesie, mit hoher sprachlicher Intelligenz, die aber nicht vom Seelenerleben abgespalten bleibt und somit nur intellektuell beeindrucken würde.
Sind wohl manche Kritiker mit zu vielen intellektuellen Erwartungen, aber ohne Seelenöffnung in das Buch hinein gegangen?

Ich verschlinge das Buch, in wohldosierten Einheiten, um nichts einfach zu überlesen, und lese Passagen immer und immer wieder.
Wer selber traumatisiert war oder ist- und wer ist das, genau genommen nicht- und bereit war, durch Traumata hindurch zu gehen und daran zu wachsen und in aller Tiefe frei zu werden- aber wer ist das schon...- wird vieles in dieser Sprache wieder erkennen, sich in der Seele dieses Werkes erkennen und noch ein Stück weiter heilen.
Das als kleine, tiefe Extragabe zu der 5 Sterne sicherlich schon völlig rechtfertigenden wunderbaren Sprache.

Eine Passage im Buch sagt- ich gebe es in meinen Worten wieder- erst schriebe man, um zu heilen, dann schreibt man, weil man heil ist.

Sehr lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so berührt, das so wahr ist und schön zugleich.
ein ganz großes Seelenbuch.

Noch eine ganz andere Ebene:
Viel habe ich gelesen über den Genozid an den Juden im deutschen Reich.
Berichte derer, die es erleben mussten, psychoanalytische Literatur und auch Hannah Ahrendt (ein must!).Einfach aus allen Blickwinkeln, die mich erreicht haben.
Aber ausgerechnet hier, mit dieser Geschichte, habe ich eine Schicht des Verstehens erreichen können, die mir vorher unbekannt war.

Ich finde ja, das Buch gehört in die Gymnasialoberstufe, wobei es so universell ansetzt, dass das passende Fach eigentlich zweitrangig bliebe.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Lange musste es in meinem Bücherregal vegetieren, lange sich dem Vorwurf aussetzten nur eine weitere Tirade über NS-Verbrechen zu sein, aber als ich beim 5 Anlauf endlich über die ersten 30 Seiten herausgekommen war, war die sich allmählich entwickelnde Beziehung zwischen Jakob und seinem griechischem Ziehvater eine der feinfühligsten Schilderungen, die ich je gelesen habe. Und wer ist nicht mit seinem ureigensten Erbe in irgendeiner Art und Weise belastet?! "Mein ganzes Leben lang habe ich mir eine Frage gestellt: Wie kann man seine Herkunft hassen und sich selbst nicht?" Jakob schafft es. Spät, aber dafür umso überzeugender! Ein wunderbares Buch! Berührend wurde schon oft gesagt und trifft auch uneingeschränkt zu.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Kraftvoll wie ein Meer
Nachdem ich das Buch ausgelesen habe und hier die - überwiegend positiven - Rezensionen vorfinde, fühle ich mich beim Lesen der negativen nahezu verpflichtet, eine Lanze... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Rezensentin veröffentlicht
Schönes Buch
Ein schönes Buch, wunderbar geschrieben! Aber leider habe ich dann irgendwann den Faden verloren. Wer war der Mann um den es nachher ging? Habe ich irgendwas überlesen? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. März 2010 von N. Meyer
Flucht ins Detail
Betrachte ich die Bewertungen der anderen Leser, so habe ich vollstes Verständnis für beide Seiten. Lesen Sie weiter...
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Die Autorin versteht es meisterhaft, Vergleiche zu ziehen und anschauliche Bilder für Emotionen zu zeichnen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2009 von Susanne Müller-Schröter
Traurige, schöne und teilweise komplizierte Geschichte
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Veröffentlicht am 28. November 2007 von Valentine
Gehobene Creative Writing-Lektüre
Als einziger seiner Familie kann der siebenjährige Jakob Beer 1942 durch die Flucht in die polnischen Wälder der Deportation in die Vernichtungslager der Nazis entgehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2004 von Martin Arndt
Viellesers Liebling
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Am 26. Februar 2003 veröffentlicht
Ergreifendes Thema, blutleer aufbereitet
Ich bin sehr ambivalent was das Buch FLUCHTSTÜCKE angeht. Wenn die kunstvolle Sprache nur poetisch verhalten gewesen wäre, dann wäre es ja noch angegangen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. September 2002 von Doris Hoppe
"Fluchtsterne"
Seit langem die schönste Sprache, die ich gelesen habe - für mich Ungeübte im Original kaum zu verfolgen. Eben eine Lyrikerin. Lesen Sie weiter...
Am 19. Januar 2002 veröffentlicht
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Romane mit tiefgehender Sprache 0 24.01.2010
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