Als völlig untalentierte und mit Schrecken an entsprechendes Schulfach zurückdenkende Kunstbanausin stand ich plötzlich vor der Aufgabe, eine siebte Klasse in Kunst unterrichten zu sollen. Mein eigenes Wissen über berühmte Maler, Kunstepochen, Farbenlehre und künstlerische Techniken überschlagend, wusste ich, dass ich nichts weiß. Ein Schnellkurs musste her, und da dieser Buchtitel so sehr auf mich zutraf, zögerte ich nicht mit dem Kauf. Von dem Buch erhoffte ich mir ein Grundwissen über das Fach Kunst sowie didaktisch-methodische Informationen.
Leider wurde ich jedoch enttäuscht: Die meisten der vorgestellten Übungen sind für Kinder im sehr frühen Grundschulalter gedacht und eignen sich daher nicht für eine nachhaltige Kunsterziehung in der Sekundarstufe 1. Ein Hinweis darauf, dass die Aufgaben für Kinder ab 6 Jahren und nicht für Jugendliche gedacht sind, fehlt jedoch in jeglicher Beschreibung des Buches (sonst hätte ich es sicherlich nicht gekauft). Ein Grundwissen wird nicht vermittelt, sondern vorausgesetzt - ich weiß jedenfalls immer noch nicht, was "Temperafarben" sind, wo man sie erhält, wie viel sie in etwa kosten und wie man damit arbeitet. Erklärungen hierzu und zur Beschaffung, den Kosten und der Anwendung anderer Farbarten hätte ich mir in einer Aufstellung gewünscht; unbedingt auch eine Tabelle der Kunstepochen, ihrer Charakteristika und der wichtigsten Vertreter.
Genervt haben mich auch zahlreiche Wiederholungen - nach 30 Seiten weiß man es nun wirklich, dass viele Künstler gerne so unbeschwert wie Kinder malen würden. Bei dem Vorschlag, die Kinder ein Mandala ausmalen zu lassen, fragte ich mich verärgert, ob dann nicht auch eine entsprechende Kopiervorlage hätte dabei sein können. Insgesamt erschienen mir die wohl nur schwerlich eine Schulstunde ausfüllenden Aufgabenvorschläge sehr zusammenhangslos, nicht in Unterrichtseinheiten zusammenfassbar und nur selten wirklich ansprechend.
Das Buch endet mit der Frage "Wie erhalte ich originelle Ideen für Aufgabenstellungen?", doch da man sich Antworten darauf doch aus eben dieser Quelle erhofft hatte, verfehlt das Buch seinen Zweck in mehrfacher Hinsicht.
Fazit: Zur Bewältigung des Kunstunterrichts für fachfremde LehrerInnen eignet sich dieses Buch wirklich nicht. Geeigneter erscheint es mir als Anregungspool für Vertretungsstunden in der Grundschule oder für Eltern, die die Kreativität ihres Kindes fördern wollen.