Inhaltsangabe:
Der 15jährige Alex verliebt sich in seine türkische Klassenkameradin Aisha. Sie kommt aus einer vermeintlich gemäßigten islamischen Familie. Als die Beziehung der beiden jungen Leute jedoch bekannt wird, sehen Aishas Eltern dadurch ihre Familienehre bedroht. Aisha darf den Jungen nicht mehr sehen und muss plötzlich ein Kopftuch tragen. Da bilden auch die Mitschüler Fronten - die der Kopftuchgegner auf der einen Seite, zu denen sich auch Alex zählt, weil das Kopftuch für ihn die Trennung von Aisha symbolisiert, und auf der anderen Seite stehen die Kopftuchbefürworter. Schüler ohne feste Meinung werden in diesen Konflikt hineingezogen und müssen sich "bekennen". Alex und Aisha indessen fliehen zu einer Tante von Alex, die in Frankreich wohnt. Um sie nicht weiter in die Sache hineinzuziehen, ziehen die beiden weiter und beteiligen sich an einer Weinlese im Elsass. Doch dort werden sie von der Polizei aufgelesen und zurück nach Deutschland geschickt. Alex Vater, allein erziehend und mit einem Alkoholproblem behaftet, hat keine sehr innige Verbindung zu Alex und ist nicht in der Lage, ihm helfen. Aishas Eltern reagieren wie erwartet damit, die abtrünnige Tochter verheiraten zu wollen. Die Situation eskaliert und Alex und sein Baseball-Freund Mehti können im letzten Moment Aischa in Lebensgefahr retten ...
Kommentar:
"Mein Leben gehört mir. Keinem Imam, nicht meinen Eltern und auch nicht dir," sagt Aisha zu Yilmaz, einem Schüler, der bärenstark die Front der Kopftuchbefürworter anführt. Mit diese Bekenntnis zu individuellem Glück (diese Worte von Aischa weisen gleichzeitig zum Titel des Buchs hin) rechtfertigt der im Iran geborene Autor das Verhalten seiner Hauptcharakteren, die ein Leben jenseits der kulturellen Grenzen führen wollen. Hinweise auf Schwierigkeiten in multikulturellen Lebensgemeinschaften erhalten die jungen Leute im Laufe der Geschichte mehrfach. Dennoch: Das Buch bleibt meiner Meinung nach an der Oberfläche. So lautet das Schlusswort (und dies ist womöglich sogar das Fazit): "Es ist unendlich schwer, anderen Menschen zu sagen, was wichtig ist. Das verändert die Welt. Nicht danach zu schauen, was einer ist oder an hat, ob Moslem oder nicht, mit Kopftuch oder Baseballkappe, sondern Menschen so zu sehen, wie sie sind. Das ist das, was zählt." Doch wen lernen wir in der Geschichte kennen? Zwei schreckliche, Angst einflößende türkische Familien, ein Imam, der so ähnlich drauf ist, und dann noch ein stets zur Gewalt bereiter weiterer türkischer Schüler, - pardon: wollten wir nicht gerade Frieden schließen mit unseren abrahamitischen Verwandten? - eine Vater, der nix mitkriegt, ein völlig unsensibler Lehrer, ein Rektor, der sich in seinen fetten Mercedes zurück zieht.
Für einen Schulunterricht ist die Lektüre sicherlich verwendbar, da man hier Diskussionsgrundlagen findet.