vorweg soviel:
ich habe das buch mit interesse an zwei tagen gelesen und empfehle es weiter. vor dem hintergrund des anspruchs des verlags, echte erfahrungsberichte zu veröffentlichen, kann man nicht wirklich meckern.
die autorin berichtet sehr nah am jeweiligen tagesgeschehen offenbar genau die täglichen eintragungen im logbuch "womo". daß es dabei viele wiederholungen gibt, (pünktliches aufstehen, viele mücken, womo waschen usw.), ist manchmal etwas ermüdend, aber so ist das leben auf solch einer reise eben. daß es kein tagesausflug mit dem fahrrad war, soll man schon merken.
was wirklich schön ist, ist, daß die autorin auf all die unerträglichen stereotypen über rußland verzichtet. ich las letztens in einem buch eines paddlers, der am baikal war, es hätten schon auf der straße nach moskau die lkws gebrannt. genau das läßt die autorin hübsch bleiben, ohne dabei auf all die natürlich vorhandenen unwägbarkeiten in rußland hinzuweisen. am ende scheint die abneigung gegen rußland etwas zu stark betont, aber wer all die kilometer auf solchen straßen gefahren ist, mag so empfinden.
schade finde ich, daß das buch als anleitung zur reise nicht wirklich taugt. denn es gibt weder einen statistischen teil noch karten außerhalb des titeleinbands. eine reisebeschreibung lebt für mich doch aber gerade davon, daß man auch etwas über die genaue strecke und sonstige bedingungen
erfährt. so wird eigentlich an keiner stelle erwähnt, was diesel in rußland kostet, was die reise vielleicht in gänze verschlungen hat oder ähnliches. das ist vielleicht ein tip für die zweite auflage?
insgesamt also: zum zeitvertreib gut zu lesen, aber nicht als einzige reisevorbereitung.
ps für die autorin: wer so lange in rußland war, sollte wissen, daß der supermarkt nicht "aldi" heißt. denn ausweislich des fotos handelt es sich um "alpi"! ;-)