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Abenteuer Polarkreis: Zwei Jahre Kälte, Eis und Einsamkeit Gebundene Ausgabe – Februar 2006

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Malik; Auflage: DEA, (Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3890293085
  • ISBN-13: 978-3890293080
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,8 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 133.169 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Mike Horn, geboren 1966 in Johannesburg/Südafrika, ist als Entdecker und Abenteurer ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. 2000 umrundete er die Erde entlang des Äquators, nachzulesen in »Breitengrad Null«, und wurde dafür mit dem Laureus World Sports Award ausgezeichnet. 2004 erlangte er durch sein Polarkreisabenteuer Weltruhm, festgehalten in dem Dokumentarfilm »Arktos« von Raphaël Blanc. Horn lebt mit seiner Familie in Les Moulins/Schweiz. Weiteres zum Autor: www.mikehorn.com

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog
Nome, Alaska, Oktober 2003

Alles ist grau und eiskalt. In der von kubischen Fertighäusern gesäumten Hauptstraße, die so breit ist wie die Pariser Champs-Élysées, treibt der Wind Schneeflocken vor sich her. Vereinzelt rollen Pick-ups an betrunkenen Inuit vorüber. Wenige Meter weiter dehnt sich die Beringstraße aus, ein feindseliges, aufgewühltes Meer, das glänzt. Dieses Gewässer ist ein Schrecken der Seefahrer und straft empfindlich all jene, die sich an dem lokalen Brauch des »Eisbärenbades« beteiligen. Hier liegt das Ende der Welt. Weiter kann man auf dem nordamerikanischen Kontinent nicht nach Westen reisen.
In dieser gottverlassenen Gegend ist vor einem Jahrhundert eine Stadt mit vierzigtausend Einwohnern, Saloons, Cancan-Tänzerinnen und Colt-Duellen wie Pilze aus dem Boden geschossen: eine Stadt des Goldes. Manche haben ein Vermögen gemacht, andere sind in den Süden oder Osten zurückgekehrt, weggefegt wie der Staub ihrer Träume. Und wieder andere liegen noch immer mit einem Holzkreuz über dem Bauch auf einem kahlen Berg begraben.
Gut dreitausend Einwohner leben heute noch in Nome, das inzwischen fast ganz in Vergessenheit geraten ist: Bauarbeiter, Angestellte von Ölbohrfirmen und eine Handvoll Goldsucher, die ihre Zelte am felsigen Strand errichtet haben. Unverdrossen saugen sie Sand vom Meeresboden, um ihm letzte Körnchen beach gold abzutrotzen.
Am Spätnachmittag drängt dieses fast ausschließlich männliche Volk an die Tresen der Breakers Bar, des Polaris oder der Trading Post. Mit einem Auge auf der Mattscheibe des TV, der laufend Baseball ausstrahlt, greifen diese Überlebenden aus einer anderen Zeit zur ersten Runde des Lokalbieres Rolling Rock, zur ersten einer langen Serie ...
Von Zeit zu Zeit geselle ich mich zu ihnen, weil ich in Jeff, Jerry und einer Handvoll anderer warmherzige und verläßliche Freunde gefunden habe. Und zugegebenermaßen auch deshalb, weil ich hier nichts tun kann als die Zeit totschlagen.
Wer noch nie mit der russischen Bürokratie zu tun hatte, weiß nicht, was Warten wirklich bedeutet. Irgendwo, in einem Moskauer Ministerium, wartet meine Genehmigung zur Durchquerung der Tschukotka (der sibirischen Halbinsel gegenüber von Alaska) auf Stempel, Unterschrift und ihre Versendung. Ebenso meine Genehmigungen zur Mitnahme eines GPS-Gerätes und für den Besitz eines Satellitentelefons und einer Waffe. Sobald ich diese Papiere in Händen halte, überquere ich die stürmische Beringstraße, die für mich zum Symbol für das Hindernis schlechthin geworden ist. Dann nehme ich den letzten Teil einer Odyssee in Angriff, die mich ans norwegische Nordkap zurückführen wird, das gemeinhin als der nördlichste Punkt Europas gilt. Genau dort bin ich am 4. August 2002 zu einer Tour um die Erde am Nordpolarkreis entlang gestartet. Gegen die Winde und Meeresströmungen.
Das war vor 14 Monaten.
Ich wohne nicht direkt in Nome, sondern die meiste Zeit in einer einfachen Hütte vierzig Kilometer außerhalb der Stadt, mitten in der Tundra. Sie gehört Jeff, dem Inhaber eines Geschäfts für Ersatzteile und Autozubehör, der sie an manchen Wochenenden für Grillpartys oder als Basis für die Jagd auf Wölfe und Elche benutzt. Ich bin mit Heizmaterial und Proviant versorgt und habe ein Satellitentelefon, mit dem ich regelmäßig Cathy anrufe. Von meinem Team, guten Freunden und einigen einflußreichen Bekannten unterstützt, schlägt sich meine Frau tapfer und standhaft mit den Vertretern der postsowjetischen Bürokratie herum. Ich habe keine Ahnung, ob sie es schafft, die Genehmigungen zu erlangen. Ich weiß nur, daß ich im Fall einer Absage trotzdem fahren werde. Denn wenn meine Expedition schon hier, ein Jahr vor ihrem Ziel, zu Ende wäre, wären alle bisherigen Mühen und Strapazen umsonst gewesen. Ich wäre gescheitert.
Ich bin mit knapper Not dem Kältetod im Eiswasser entgangen, ich habe die Reißzähne der Eisbären nahe an meinem Gesicht gespürt, ich habe Temperaturen von sechzig Grad minus überstanden. Ich mußte einen Umweg von 1200 Kilometern durch die Finsternis der Polarnacht in Kauf nehmen, habe Erfrierungen an den Fingern, im Gesicht und in den Lungen erlitten; ich habe mich nach dem Zusammenstoß mit einem Baumstamm in meinem leckgeschlagenen Boot fünf Tage und Nächte bis zur Küste Grönlands vorgekämpft und bei der Durchquerung der Insel einen neuen Zeitrekord aufgestellt. Ich wäre fast bei lebendigem Leib verbrannt und habe meine gesamte Ausrüstung verloren. Und jetzt liegt erst die Hälfte der Reise hinter mir! Diese Expedition ist körperlich und seelisch eine der härtesten, die ich jemals unternommen habe, weil der Lehrmeister Nordpol keinen Fehler verzeiht. Und auch eine der faszinierendsten, weil alle Herausforderungen, mit denen ich konfrontiert wurde, für mich etwas völlig Neues waren. Allerdings muß ich zugeben, daß ich mich in diesen 14 Monaten manchen Kraftproben nur deshalb gestellt habe, weil ich vorher nicht wußte, was auf mich zukommt.
Im Moment weiß ich nur eins: Ich könnte nicht noch einmal von vorn anfangen. Schon deshalb will ich mich durch nichts mehr aufhalten lassen.
Um in Form zu bleiben, schneide ich mir mit einer Gartenschere einen Weg durch mannshohes Gestrüpp, schleife ein Paar Autoreifen durch die Tundra und erklimme Berge in der Umgebung mit der Frage im Kopf, die die Menschen seit grauer Vorzeit in die Fremde treibt: Was kommt dahinter? Aber dahinter kommt gar nichts, ein absolutes »Nichts« auf Millionen von Quadratkilometern Tundra mit nackten oder schneebedeckten Erhebungen und stahlblauen Seen – ein Land, in dem es fast nirgendwo Straßen gibt und in dem Reisende und Frachten nur per Flugzeug an ihren Bestimmungsort gelangen. Ein Elch kreuzt meinen Weg, das majestätische Huftier, das für den hohen Norden so typisch ist. Zuweilen schnüffelt sich ein Kodiakbär durch die nähere Umgebung meiner Hütte. In dieser vollkommenen Stille höre ich mein eigenes Herz schlagen.
Unweit von hier, auf einem Gipfel, ragen vier rechteckige Steinsäulen wie Reißzähne in den Himmel. Es sind die Reste einer aufgegebenen Festung der DEW, der Defense Early Warning Line, des aus Radaranlagen und Wachposten bestehenden Frühwarnsystems, das vierzig Jahre lang die kleinste Truppenbewegung, jeden Stiefelschritt des kommunistischen Gegners ausspionierte. Und der überwachte seinerseits die Armeen des Westens. Nachdem sich Russen und Amerikaner auf diese Weise fast ein halbes Jahrhundert belauert hatten, war plötzlich alles vorbei, als seien diese Jahrzehnte des Irrsinns nur ein böser Spuk gewesen. Heute sind diese harmlosen Ruinen des Kalten Krieges nur noch Marksteine einer untergegangenen Ära, Reste einer amerikanischen Großen Mauer, die nicht einmal mehr Touristen interessieren.
Sie regen allerdings an, über die Eitelkeit menschlicher Unternehmungen nachzudenken. Nach Maßstäben des gesunden Menschenverstandes wären meine besonders sinnlos. Trotzdem unternehme ich seit über zehn Jahren professionell, organisiert und durchdacht Extremtouren, die allgemein als selbstmörderischer Wahnsinn gelten: Ich habe schwimmend den Amazonas durchquert und bin am Äquator entlang um die Erde gereist: Ich bin ein Abenteurer der Extreme, wie andere von Beruf Buchhändler, Lehrer oder Metzger sind. Das Etikett des Übermenschen, das mir zuweilen angeheftet wird, weise ich jedoch entschieden zurück. Ich bin ein ganz gewöhnlicher Typ, der ungewöhnliche Dinge anpackt, und das genügt mir. Mein wohl einziger Trumpf gegenüber dem Durchschnitt der Bevölkerung ist die Entschlossenheit, mich von keinem Hindernis aufhalten zu lassen. Weder von Temperaturen um minus sechzig Grad noch von gefährlichen Raubtieren auf dem Eis oder von den entfesselten Elementen auf dem Polarmeer.
Und schon gar nicht von ein paar übereifrigen Beamten.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Torsten Mansfeld am 9. März 2006
Danke, dass es noch solche Phantasten gibt! Da schüttelt man als Hobby-Abenteurer doch nur noch grinsend mit dem Kopf. Ein Südafrikaner(!) umrundet in 2 Jahren die Erde auf dem Nordpolarkreis. Allein, per Muskelkraft und - sonst wäre es nicht Mike Horn - entgegegesetzt der Wind- und Meeresströmungen. Nach Breitengrad Null, der ersten Solo-Erdumrundung auf dem Äquator, wofür er völlig zurecht den Laureus World Sports Award verliehen bekam, nun die mehr als spannenden Berichte seiner neuesten Tour. Das Buch liest sich noch flotter als der erste Teil, hat diesmal sogar einige Lacher und er beschreibt mit wachen Augen was wir eigentlich schon längst vergessen haben - wir sind hier nur kurz zu Besuch. Sicher eines der größten Abenteuer der letzten 50 Jahre und eine menschliche Höchstleistung. Hut ab Herr Horn!
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