„Eine Neubearbeitung des Sagenstoffes für die Jugend" heißt Auguste Lechners „Die Abenteuer des Odysseus" im Untertitel. Damit ist das Publikum dieses Buches bereits abgesprochen - Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, aber auch für Erwachsene lohnt die Lektüre.
Lechner überarbeitet „Die Odyssee" zu einer mehr oder weniger spannenden Erzählung, die nach der Eroberung Trojas beginnt und mit Odysseus' Gemetzel unter Penelopes Freiern endet.
Odysseus kehrt also nach Hause zurück und hat inzwischen 20 Jahre außerhalb Ithakas verbracht. Die spannendsten Abenteuer erlebt er bereits im ersten Drittel des Buches, sei es der Kampf mit dem einäugigen Riesen Polyphem, sei es die Auseinandersetzung mit den Ungeheuern Skylla und Charybdis oder sein Ausflug in die Unterwelt.
Auguste Lechner schreibt des Buch für die Jugend in einer sehr anschaulichen Sprache, die allerdings auf heutige junge Leser ein wenig veraltet wirkt. Zudem bleibt für die Lese- und Sehgewohnheiten jüngerer Leser oft die Spannung auf der Strecke.
Trotz dieser kleineren Kritikpunkte sei das Buch trotzdem zur Lektüre empfohlen: einerseits wegen der wirklich guten Geschichten rund um Odysseus (nichts kann sie entstellen) und zum anderen wegen der plastischen und bildreichen Sprache Lechners.