Die Publikation von Detlef Keitsch aus der Reihe ‚Praxis Creditreform' gibt eine komprimierte Einführung in das Risikomanagement im Treasury. Keitsch verzichtet bewusst auf die Darstellung von mathematischen Methoden im Risikomanagement und gibt daher der Praxis (vor allem im Mittelstand) eine wertvolle Unterstützung.
In einem einführenden Kapitel beschreibt gibt Keitsch zunächst eine auf der Entscheidungstheorie basierende Definition von Risiko und teilt die unternehmerischen Risiken in die verschiedenen Risikokategorien ein. Auf die positive Seite von Risiken ( = Chancen) wird nicht eingegangen. Der Autor beschreibt detailliert die einzelnen Risiken im Finanzbereich und gibt dem Praktiker mit konkreten Tipps Unterstützung. Hilfreich sind die umfangreichen Checklisten (Fragen zum Länderrisiko, EDV-Risiko etc.). Nach einer kurzen Definition von Cash-Flow aus Trasurysicht baut der Autor eine Brücke zum Risk-Flow. Der Risk-Flow quantifiziert die impliziten und begleitenden Risiken, wie Zins-, Währungs- / Wechselkurs-, Ausfallrisiko etc. jedes Cash-Flow und sollte - nach Ansicht des Autors - die reine Cash-Flow Betrachtung ersetzen. Nur so können die Risiken der Zahlungsströme bereits im Ursprung erfasst und kontrolliert werden.
Neben der Organisation des Risikomanagements beschreibt der Autor in einer sehr komprimierten Form die Bewertungsmethoden, wie beispielsweise Sensitivitäten, Value-at-Risk und Cash-Flow-Analyse. Keitsch stellt dar, dass Controlling richtig verstanden auch Risikocontrolling ist und als unternehmensübergreifende Managementunterstützung verstanden werden sollte. Die interne Revision demgegenüber ist das vom KonTraG geforderte Überwachungssystem. Die Interne Revision ist daher Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagements. Dies bestätigt auch eine aktuelle Definition des amerikanischen Institute of Internal Auditors (IIA), wonach ‚[...] internal auditing is an independent, objective assurance and consulting activity [...]. It helps [...] to improve effectiveness of risk management, control, and governance processes.'
In einer sehr komprimierten Form beschreibt der Autor die verschiedenen Instrumente zur Absicherung von Finanzrisiken. Obwohl ausführlich auf die traditionellen Versicherungsprodukte eingegangen wird, fehlt die Erwähnung von innovativen Produkten der Risikofinanzierung. Traditionelle Risikofinanzierung ist bei vielen Unternehmen zu wenig effizient und basiert selten auf der Idee eines umfassenden Bilanzschutzes. Instrumente der innovativen Risikofinanzierung, etwa Captives, Asset Backed Transactions, Contingent Capital, werden vom Autor nicht erwähnt.
Das Buch ist als komprimierte Einführung in das Thema Risikomanagement (im Fianzbereich) insbesondere für den Praktiker geeignet (aus der Praxis für die Praxis). Die umfangreichen Checklisten und Tipps für die Praxis erleichtern das Verständnis und sind bei einer praktischen Umsetzung hilfreich.